Erdbeben in Japan: Roboter für Fukushima

Das US-Unternehmen iRobot stellt den Rettungskräften in Japan vier Roboter vom Typ Packbot und Warrior zur Verfügung, wie die US-Radiosenderfamilie National Public Radio(öffnet im neuen Fenster) (NPR) berichtet. Die sollen in die Reaktorgebäude des beschädigten Atomkraftwerks in Fukushima fahren und so zur Aufklärung der Situation beitragen.
Packbot und Warrior
Der Packbot 510(öffnet im neuen Fenster) ist eine knapp 90 Zentimeter lange und einen halben Meter breite robotische Lafette, die rund 24 Kilogramm wiegt. Der Roboter fährt auf zwei Ketten. Er verfügt zusätzlich über zwei weitere, die beweglich angebracht sind, was es ihm erleichtert, Hindernisse zu überwinden. Der Packbot kann mit verschiedenen Aufbauten(öffnet im neuen Fenster) ausgerüstet werden.

Der Warrior 710(öffnet im neuen Fenster) sieht ähnlich aus, ist aber etwas größer und mit gut 160 Kilogramm deutlich schwerer. Der kräftigere Roboter kann ein Zusatzgewicht von knapp 70 Kilogramm transportieren. Auch er kann mit diversen Aufbauten ausgestattet werden, darunter ein gut zwei Meter langer und 54 Kilogramm schwerer Roboterarm, der Lasten bis zu 100 Kilogramm heben kann.
Sensoren und Kameras...
Die Roboter für den Einsatz in Fukushima sind unter anderem mit Kameras sowie einer Reihe von Sensoren ausgestattet. Diese sollen die Temperatur und die Strahlung in den Gebäuden messen und feststellen, ob dort giftige Chemikalien oder gefährliche Gase ausgetreten sind - in mehreren Reaktorgebäuden war es nach dem Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami zu Wasserstoffexplosionen gekommen.

Mit seinem starken Roboterarm soll der Warrior zudem Türen öffnen - solange diese nicht abgeschlossen sind. Er kann mit einem Aufbau ausgestattet werden, in dem er einen Packbot huckepack transportiert. Er kann sich aufrichten, indem er seine vier Ketten nach unten klappt und so den Packbot auf ein höheres Niveau anheben.
... als Augen und Ohren
Die Roboter können in die Gebäude vordringen, Messungen vornehmen und Bilder vom Zustand der Gebäude und vor allem der Reaktordruckbehälter liefern. "Viele der Sensoren und Kameras in der Anlage funktionieren nicht mehr. Die Roboter dienen deshalb als Augen und Ohren" , sagte Tim Trainer, Bereichsleiter bei dem Robotikunternehmen NPR. Es ist sogar möglich, dass der Warrior einen Schlauch ins Innere eines Gebäudes schleppt, durch den dann Kühlwasser ins Innere geleitet wird.
"Der Zweck von Robotern ist, jene dreckigen, langweiligen und gefährlichen Missionen durchzuführen - und hier ist es wirklich gefährlich" , sagt Trainer. Im Englischen werden diese Missionen mit 3D abgekürzt - von: dull, dirty, dangerous. Das sind Situationen, in denen sich Menschen in Gefahr bringen würden, wie etwa in Katastrophen- oder Kriegsgebieten - die US-Armee etwa setzt Packbots und Warriors unter anderem zur Entschärfung von Sprengsätzen ein. Andere Aufgaben für Roboter sind beispielsweise Langzeitüberwachung und -aufklärung, bei denen die Aufmerksamkeit eines Menschen mit der Zeit nachlässt.
Mehr Roboter
Es sind nicht die ersten Roboter, die in dem Katastrophengebiet zum Einsatz kommen: Japanische Robotiker haben bereits mehrere ihrer Roboter zur Verfügung gestellt, um nach Verschütteten zu suchen. Die US-Luftwaffe hat in der vergangenen Woche eine Drohne vom Typ Global Hawk nach Japan geschickt, um hochaufgelöste Luftaufnahmen der vom Erdbeben betroffenen Gebiete zu machen.



