SSL: Windows Update sperrt gestohlene Zertifikate
Die auch einzeln ladbaren Updates(öffnet im neuen Fenster) gibt es für Windows XP, Vista, Windows 7 sowie die Server 2003 und 2008 jeweils in den 32- und 64-Bit-Versionen. Sie werden seit der Nacht zum 24. März 2011 auch per Windows Update verteilt. Nach der Installation der bis zu 54 KByte kleinen Patches ist kein Neustart des Rechners erforderlich. Microsoft hat dazu auch ein Security Advisory(öffnet im neuen Fenster) erstellt.
Die Updates sollten auf jedem Windows-PC installiert werden, weil sie ein Problem mit einem Grundmechanismus der Internetsicherheit lösen. Durch einen Passwortdiebstahl wurden neun Zertifikate des Herausgebers von SSL-Zertifikaten, Comodo, entwendet. Laut Microsoft wurden diese auf die Dienste login.live.com, mail.google.com, www.google.com, login.yahoo.com, login.skype.com und addons.mozilla.org ausgestellt.
Kriminelle können nun durch eine manipulierte URL oder andere Maßnahmen wie DNS-Spoofing Benutzer beispielsweise auf vermeintliche Google- oder Yahoo-Seiten umleiten und ihnen Schadsoftware unterschieben. Diese Programme geben sich dann als von Google oder Yahoo signiert aus, so dass der Anwender kaum Verdacht schöpft. Auch eine Installation aus anderer Quelle, etwa durch einen Download, ist möglich.
Bei Mozilla ist die Situation besonders prekär, weil dem Browser Firefox so auch Plugins untergeschoben werden können, die er für ungefährlich hält. Mozilla hat aber, ebenso wie alle anderen Browserhersteller, bereits reagiert und Updates bereitgestellt . Ebenfalls schwer betroffen ist Yahoo, für dessen Dienste Microsoft zufolge drei gestohlene Zertifikate existieren. Diese sind, ebenso wie die anderen digitalen Urkunden, aber inzwischen für ungültig erklärt worden.
Nachtrag vom 24. März 2011, 10:35 Uhr
Comodo hat erklärt, wie die Zertifikate entwendet werden konnten. Einem Blog-Post(öffnet im neuen Fenster) des Unternehmens zufolge wurde das Passwort eines Wiederverkäufers von Comodo-Zertifikaten von noch unbekannten Dritten illegal verwendet. Dadurch sollen zwar kurz gültige SSL-Zertifikate generiert worden sein, einen Zugriff auf die Infrastruktur von Comodo oder gar auf die Root-Keys soll es nicht gegeben haben.
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