Spieletests: Nintendogs, Rayman und mehr für den 3DS
Es gibt noch kein Spiel mit Mario, auch Zelda lässt auf sich warten. Trotzdem kommen parallel zum Verkaufsstart des Nintendo 3DS in Deutschland eine ganze Reihe von empfehlenswerten Spielen in allen Genres auf den Markt. Golem.de hat sechs Titel genauer angesehen und verrät, welche besonders viel Spaß machen – und wie die Entwicklerstudios den Tiefeneffekt umgesetzt haben.

Nintendogs + Cats und Splinter Cell 3D
Nintendogs + Cats
So hemmungslos wie Nintendogs + Cats nutzt kaum ein anderes Computerspiel die menschliche Empfänglichkeit für das Kindchenschema aus. Die Knuddelwelpen sehen supersüß aus, sind inklusive ihres flauschigen Fells wahnsinnig gut animiert und bringen die stereoskopische Tiefe des 3DS besonders eindrucksvoll auf den oberen Bildschirm. Herrchen und Frauchen können ihrem Hund "Sitz" und "Platz" sowie eine Reihe von Kunststücken beibringen, oder mit ihm Gassi gehen – dann müssen sie tatsächlich auch Häufchen per Klick auf dem Touchscreen einsammeln. Bislang sind für jeweils rund 50 Euro drei Hunderassen verfügbar, nämlich Golden Retriever, Französische Bulldogge und Zwergpudel; es gibt aber noch weitere Rassen. Katzen spielen trotz des Titels zuerst nur eine untergeordnete Rolle, nämlich als mögliche Freunde.
Fazit
Toll gemachter Titel, der vor allem für jüngere Spieler gut geeignet ist. Erwachsene finden das virtuelle Haustier anfangs vielleicht ganz unterhaltsam, aber der Umgang mit den Kötern wird rasch langweilig.

Splinter Cell 3D
Die Kletter-, Kampf- und Schleichkünste von Sam Fisher sind auf dem 3DS gefragt, denn nach der Versenkung eines amerikanischen Kriegsschiffs droht Ärger mit Nordkorea und China. Der Spieler lenkt Fisher mit dem Schiebepad aus der Rückenansicht durch vorwiegend düstere Level in Peru, Georgien und anderen Ländern. Dabei hat er sowohl Waffen als auch Spezialgeräte mit dabei. Neben seinem Nachtsichtgerät hat er unter anderem ein optisches Kabel, mit dem er durch geschlossene Türen spionieren kann – den Blickwinkel bestimmt der Spieler durch Bewegungen des gesamten 3DS. Neben sehr gut gemachten 3D-Zwischensequenzen gibt es viel – sehr gute – Sprachausgabe, aber auch teils recht lange Texte. Splinter Cell 3D kostet rund 50 Euro.
Fazit
Splinter Cell fühlt sich auf dem 3DS fast an wie auf einer großen Konsole oder dem PC. Die Grafik auf Basis der Unreal-Engine ist okay, der stereoskopische Effekt auch. Leider sind die Umgebungen oft sehr dunkel, so dass man unterwegs auf dem spiegelnden 3DS nur sehr wenig erkennen kann – ein Spiel für nachts im Bett.
Ghost Recon: Shadow Wars und Street Fighter 4 3D
Ghost Recon: Shadow Wars
Keine Action wie sonst bei Ghost Recon, sondern rundenbasierte Strategie bietet Shadow Wars. Der Spieler soll mit seinen Elitesoldaten einen russischen Ultranationalisten namens Yuri Treskayev aufspüren. Per Steuerkreuz scheucht er die Einheiten nacheinander über das Spielfeld und lässt sie dann auf Knopfdruck mit den jeweiligen Standardwaffen, aber auch mit kräftigerem Gerät wie dem Raketenwerfer auf Feinde feuern. Das Geschehen ist aus einer schräg vorne angebrachten Kamera zu sehen, was einen besonders guten 3D-Tiefeneffekt ergibt – insbesondere, wenn plötzlich Sand oder Rauch vom Wind durch den Bildschirm geweht zu werden scheint. Vor jeder Mission darf der Spieler neu wählen, welchen der drei Schwierigkeitsgrade er möchte, aber auch auf dem niedrigsten sind die Missionen durchaus herausfordernd. Neben einer Kampagne gibt es auch einen Multiplayermodus, bei dem die Spieler am gleichen Handheld ihre Züge machen. Preis: rund 50 Euro.
Fazit
Dank der schicken 3D-Grafik, einer durchdachten Steuerung und der spannenden Missionen gehört Ghost Recon: Shadow Wars zu den besten Starttiteln für den Nintendo 3DS – jedenfalls für alle, die rundenbasierter Strategie etwas abgewinnen können.

Street Fighter 4 3D
Das inzwischen zwei Jahre alte Prügelspiel Street Fighter 4 erscheint zum Start vom 3DS in einer angepassten Variante. Inhaltlich identisch mit der zuletzt erschienenen Konsolenfassung können sich Spieler im klassischen Arcade-Modus oder in Onlineduellen austoben. Auch Turniere lassen sich dank der neuen Online-ID-Freundeliste auf dem 3DS schnell organisieren. Leider lässt sich Street Fighter 4 3D nur ausreichend gut mit dem 3DS steuern. Das analoge Slidepad ist zu schwammig für präzise Eingaben und das digitale Steuerkreuz nur unangenehm zu erreichen. Bis zu vier Spezialmanöver können zwar auf den Touchscreen gelegt werden, das reicht jedoch nicht aus, um das ganze Repertoire eines Kämpfers zu nutzen. Erfreulich ist dagegen, dass mit Street Fighter 4 3D bereits zum Start des neuen Handhelds direkt ein Titel eines Drittherstellers die Funktion Street Pass nutzt. Wenn sich zwei Spieler mit ihren 3DS im Standby-Modus auf der Straße begegnen, werden kurze Kämpfe ausgetragen sowie Online-IDs getauscht. Street Fighter 4 3D ist für knapp 50 Euro zu haben.
Fazit
Wenn Street Fighter 4 3D noch sein eigenes Steuerkreuz mitgebracht hätte, wäre es perfekt. Die 3D-Grafik ist sehr schick, mit und ohne Autostereoskopie. Allerdings gilt auch wie bei der Konsolenversion: Wer vorhat, in erster Linie alleine zu spielen, findet nur wenig Umfang. Street Fighter 4 will zu zweit gespielt werden.
Rayman 3D und Pilotwings Resort
Rayman 3D
Ubisofts sympathischer Hüpfer Rayman darf sich in seinem 3DS-Debüt durch 20 klassische Level kämpfen. Das Jump and Run orientiert sich an den PC- und Playstation-Klassikern The Great Escape sowie Hoodlum Havoc und ist somit ein ausgewachsenes 3D-Rayman. Die komplexe Steuerung funktioniert dank des analogen Slidepads gut. Nur das Justieren der Verfolgerkamera ist in engen Stellen ein Geduldspiel. Nach der Befreiung durch seinen tollpatschigen Kumpel Globox macht sich Rayman wie in jedem seiner Abenteuer auf die Suche nach den gelben Lums. Etwas nervig sind die etwas längeren Pausen, die das 3DS-Spiel zum Speichern des Spielstandes regelmäßig einlegt. Vermutlich dürfte das jedoch auf die kurze Entwicklungszeit zurückzuführen sein. Rayman 3D kostet rund 50 Euro.
Fazit
Rayman 3D funktioniert als kurzweiliges 3D-Hüpfabenteuer auf Nintendos Neuem. Die kleinen Macken im Speichersystem sind aufgrund der kurzen Entwicklungszeit entschuldbar. Spieler der alten Serienteile dürften jedoch etwas Liebe zum Detail vermissen sowie viel Altbekanntes sehen.

Pilotwings Resort
In Pilotwings Resort dürfen sich Spieler mit Jetpack, Fluggleiter und Propellermaschine auf der durch Wii Sports Resort bekanntgewordenen Insel Wuhu Island in die Lüfte schwingen. Der Titel ist in Herausforderungsgruppen unterteilt, Spieler dürfen aber auch frei über die Insel düsen. Durch die Missionsstruktur eignet sich Pilotwings außerdem erstklassig für die U-Bahn. Der autostereoskopische Effekt fällt sehr krass aus, weshalb wir ihn nur halb aufgedreht länger ertragen konnten. Die Insel wirkt dann aber sehr plastisch und auch das genaue Zirkeln durch Flugringe gelingt damit sehr gut. Preis: rund 40 Euro.
Fazit
Pilotwings Resort ist ein ideales Spiel für ein Handheld. Grafisch nett verpackt, motivieren die klar definierten Ziele und das gut strukturierte Punktesystem, immer neue Bestleistungen zu erzielen. Einzig der Umfang dürfte etwas größer sein, auch wenn Spieler bereits nach ein paar Stunden eine zweite, neue Insel freispielen.
[von Peter Steinlechner und Michael Wieczorek]
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