Abo
  • Services:
Anzeige

NRW-Polizeistatistik 2010

Weiter wenig Kinderpornografie, mehr Spionage

Die Internetkriminalität in NRW ist 2010 gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken. Die Zahl der Fälle von Kinderpornografie stieg allerdings leicht, stark vermehrten sich die Fälle von Computerbetrug und Ausspähen von Daten.

Der erste Blick auf die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2010 für Nordrhein-Westfalen zeigt keine deutlichen Auswirkungen der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von Anfang März des Jahres. Damals kippte das Gericht das Gesetz über die Vorratsdatenspeicherung von 2007. Die neue Polizeistatistik wurde deshalb mit besonderer Spannung erwartet: Sie soll zeigen, wie es sich auf die Arbeit der Ermittler ausgewirkt hat, dass sie den größten Teil des Jahres 2010 nicht mehr ohne weiteres legal auf die bei den TK-Anbietern anlasslos gespeicherten Verkehrsdaten zurückgreifen konnten.

Anzeige

In der vergangenen Woche legte das Landeskriminalamt des bevölkerungsreichsten Bundeslandes nun die polizeiliche Kriminalstatistik für 2010 vor. Darin dokumentiert sind neben Computerstraftaten auch solche Fälle mit dem Tatmittel Internet (Internetfälle). Die Zahl der Internetfälle sank demnach zwar von 54.881 im Jahr 2009 auf 48.411 im Jahr 2010, allerdings schwankt die Zahl der dokumentierten Fälle von Jahr zu Jahr erheblich, wie ein Fünfjahresvergleich zeigt. So wies die PKS im Jahr 2008, nach der Einführung der Vorratsdatenspeicherung, lediglich 25.881 Internetfälle aus, während es 2006 mehr als doppelt so viele waren: 60.501.

Sinkende Aufklärungsquote im Internet

Die Aufklärungsquote der Internetfälle sank 2010 allerdings von 77,3 Prozent (2009) auf 64,4 Prozent und damit auf ein Fünfjahrestief. Dafür macht das Landeskriminalamt NRW in seinem Bericht die "Weigerung der meisten Internet-Provider zur Beantwortung polizeilicher Bestandsdatenabfragen nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 02.03.2010 zur Vorratsdatenspeicherung" verantwortlich.

In den Jahren unmittelbar vor der gesetzlichen Einführung der Vorratsdatenspeicherung lag die Aufklärungsquote allerdings noch deutlich höher als 2009 und 2010: bei 85,9 Prozent (2006) und 85 Prozent (2007). Eine Erklärung für dieses Phänomen bietet der PSK-Bericht nicht.

Unterm Strich werden Internetfälle deutlich häufiger aufgeklärt als sogenannte Offlinefälle. Bei denen lag die Aufklärungsquote im vergangenen Jahr bei 49,4 Prozent und 2009 bei 50,8 Prozent.

Kinderpornografie kein Massendelikt

Die Anzahl der Fälle von Kinderpornografie im Internet stieg gegenüber dem Vorjahr leicht. 2009 wurden 948 Fälle von Besitz, Beschaffung und Verbreitung verzeichnet, 2010 dagegen 1.010 Fälle. Die Quote lag 2010 bei 2,08 Prozent aller Internetfälle und schwankte in den Vorjahren spürbar.

Urheberrechtsverletzungen mit Seltenheitswert

Der Anteil verfolgter Urheberrechtsverletzungen im Internet sank von 1,64 Prozent (2009) auf 1,32 Prozent (2010), die Anzahl der Fälle von 900 (2009) auf 638 (2010). Der Anteil der privaten "Softwarepiraterie" lag bei 0,05 Prozent. Lediglich ein Fall gewerbsmäßiger "Softwarepiraterie" wurde erfasst.

Die rückläufige Zahl der Ermittlungsverfahren in Urheberrechtsfällen (sowohl im Internet als auch außerhalb) wird im PSK-Bericht mit der Zurückhaltung der Staatsanwaltschaften erklärt: "Diese Abnahme dürfte zu großen Teilen darauf zurückzuführen sein, dass gemäß einer Verfügung der Generalstaatsanwaltschaften Anzeigen, die unmittelbar bei den Staatsanwaltschaften eingehen, nicht mehr in jedem Fall der Polizei zur Durchführung von weiteren Ermittlungen übersandt werden."

Schwerpunkt Internetbetrug

Auch 2010 bildeten Betrugsdelikte mit einem Anteil von 80,68 Prozent den Schwerpunkt der Internetkriminalität. Daran hatten Waren- und Kreditbetrug mit 46 Prozent den größten Anteil. Die Fälle von Computerbetrug stiegen 2010 sprunghaft von 7,18 Prozent (2009) auf 13,13 Prozent. Ebenfalls einen deutlichen Zuwachs gab es beim Ausspähen und Abfangen von Daten. Waren es 2009 noch 1.758 Fälle und somit 3,2 Prozent aller Internetfälle, gab es im vergangenen Jahr schon 2.421 Fälle, was fünf Prozent aller Internetfälle entsprach.

AK Vorrat: Kein Grund zur Panik

Michael Ebeling vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (AK Vorrat) kommentiert die neuen Zahlen der PSK NRW in einer Pressemitteilung mit den Worten: "Die unverantwortliche Angstkampagne und Panikmache der Innenpolitik nach dem Ende der Vorratsdatenspeicherung steht in keinem Verhältnis zur Realität. Fakt ist, dass wir mit gezielten Ermittlungen nur gegen Verdächtige nicht weniger sicher leben, als es mit einer verdachtslosen Erfassung sämtlicher Verbindungsdaten der Fall wäre." [von Robert A. Gehring]


eye home zur Startseite
keinerreiner 22. Mär 2011

Kann ich nicht ganz bestätigen. Bei meinem Nachbarn hat irgendjemand (vermutlich...

tingelchen 22. Mär 2011

Um so mehr lohnt sich wohl ein Schloss das man selbst mit einem Bolzenschneider nicht...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. SICK AG, Reute bei Freiburg im Breisgau
  2. Bundesdruckerei GmbH, Berlin
  3. Computacenter AG & Co. oHG, verschiedene Standorte
  4. LEDVANCE GmbH, Garching bei München


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (täglich neue Deals)

Folgen Sie uns
       


  1. Wemo

    Belkin erweitert Smart-Home-System um Homekit-Bridge

  2. Digital Paper DPT-RP1

    Sonys neuer E-Paper-Notizblock wird 700 US-Dollar kosten

  3. USB Typ C Alternate Mode

    Thunderbolt-3-Docks von Belkin und Elgato ab Juni

  4. Sphero Lightning McQueen

    Erst macht es Brummbrumm, dann verdreht es die Augen

  5. VLC, Kodi, Popcorn Time

    Mediaplayer können über Untertitel gehackt werden

  6. Engine

    Unity bekommt 400 Millionen US-Dollar Investorengeld

  7. Neuauflage

    Neues Nokia 3310 soll bei Defekt komplett ersetzt werden

  8. Surface Studio

    Microsofts Grafikerstation kommt nach Deutschland

  9. Polar

    Fitnesstracker A370 mit Tiefschlaf- und Pulsmessung

  10. Schutz

    Amazon rechtfertigt Sperrungen von Marketplace-Händlern



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
The Surge im Test: Frust und Feiern in der Zukunft
The Surge im Test
Frust und Feiern in der Zukunft
  1. Computerspiele und Psyche Wie Computerspieler zu Süchtigen erklärt werden sollen
  2. Wirtschaftssimulation Pizza Connection 3 wird gebacken
  3. Mobile-Games-Auslese Untote Rundfahrt und mobiles Seemannsgarn

Redmond Campus Building 87: Microsofts Area 51 für Hardware
Redmond Campus Building 87
Microsofts Area 51 für Hardware
  1. Windows on ARM Microsoft erklärt den kommenden x86-Emulator im Detail
  2. Azure Microsoft betreut MySQL und PostgreSQL in der Cloud
  3. Microsoft Azure bekommt eine beeindruckend beängstigende Video-API

3D-Druck bei der Bahn: Mal eben einen Kleiderhaken für 80 Euro drucken
3D-Druck bei der Bahn
Mal eben einen Kleiderhaken für 80 Euro drucken
  1. Bahnchef Richard Lutz Künftig "kein Ticket mehr für die Bahn" notwendig
  2. Flatrate Öffentliches Fahrradleihen kostet 50 Euro im Jahr
  3. Nextbike Berlins neues Fahrradverleihsystem startet

  1. Re: Warum überhaupt VLC nutzen

    ve2000 | 01:26

  2. Re: Exzessive Nutzung kann sogar ein unerfüllter...

    bombinho | 01:10

  3. Re: War Huawei nicht auch mal ein Billig-"China...

    sofries | 00:37

  4. Alternativen?

    Chrizzl | 00:32

  5. Re: Unix, das Betriebssystem von Entwicklern, für...

    __destruct() | 00:22


  1. 18:10

  2. 10:10

  3. 09:59

  4. 09:00

  5. 18:58

  6. 18:20

  7. 17:59

  8. 17:44


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel