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Mozilla: Neue Firefox-Versionen alle sechs Wochen

Mozilla will seine Entwicklung von Firefox beschleunigen und nach Firefox 4 noch in diesem Jahr auch Firefox 5, 6 und 7 veröffentlichen. So könnte Firefox künftig alle sechs Wochen in einer neuen Version erscheinen, während an vier Firefox-Versionen parallel gearbeitet wird.
/ Jens Ihlenfeld
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Mozilla-Entwickler Rob Sayre hat den Entwicklungsprozess für Firefox in einem Dokument skizziert(öffnet im neuen Fenster) . Demnach plant Mozilla ähnlich wie Google bei Chrome die Einrichtung sogenannter Channels, in denen Firefox-Versionen mit unterschiedlichem Reifegrad zur Verfügung stehen. Es soll vier Channels geben: mozilla-central (Nightly-Builds), firefox-experimental, firefox-beta und Firefox (offizielle Releases).

Neue Funktionen werden unabhängig von den vier Channels entwickelt und landen, sobald sie fertig sind, im Zweig mozilla-central, aus dem täglich automatisiert sogenannte Nightly-Builds erzeugt werden. Dieser Kanal hat dadurch die geringste Stabilität. In regelmäßigen Intervallen wandern die Neuerungen dann in den Zweig firefox-experimental, wobei einzelne Funktionen aber blockiert werden können, wenn sie noch nicht reif genug sind. Im Betakanal landen nur neue Funktionen, die in die kommende Firefox-Version einfließen sollen.

Mit jeder Stufe zehnmal mehr Benutzer

Mozilla geht davon aus, dass sich die Zahl der Nutzer mit jedem Schritt der Entwicklungskette verzehnfacht. Wenn also 100.000 Nutzer mit den Nightly-Builds arbeiten, werden rund eine Million Nutzer der experimentellen Firefox-Version und zehn Millionen Betatester erwartet, während die offiziellen Firefox-Versionen von mehreren hundert Millionen Nutzern verwendet werden. Für den Anfang will Mozilla 500.000 Nutzer für firefox-experimental und 1,5 Millionen Nutzer für firefox-beta rekrutieren.

Da dieser vierstufige Prozess rund 18 Wochen dauert, soll es mehrere parallele Entwicklungsstränge geben. Alle sechs Wochen wandern Neuerungen einen Schritt weiter, wobei sich die Phasen überschneiden können. So könnte eine neue Firefox-Version schon nach 16 Wochen fertig sein und im laufenden Betrieb alle sechs Wochen eine neue Version veröffentlicht werden. Das bedeutet ausdrücklich aber nicht, dass Firefox künftig in einen Rhythmus von sechs Wochen erscheinen muss, aber die Option besteht ausdrücklich.

Dieser neue Ansatz unterscheidet sich grundlegend vom bisherigen Entwicklungsmodell, hat die Entwicklung von Firefox 4 doch über ein Jahr gedauert. Daher ist für Firefox 5 nur eine Zeit von drei Wochen vorgesehen, in der neue Funktionen in firefox-central eingestellt werden können.

Keine Sicherheitsupdates für Firefox mehr

Sicherheitsupdates sind in dem neuen Veröffentlichungsprozess nicht vorgesehen. Diese seien bei solch regelmäßigen Veröffentlichungen in solch kurzen Zeitabständen nicht notwendig. Zudem sei es bei einer so schnellen Abfolge neuer Versionen nicht möglich, für jede neue Version Sicherheitsupdates anzubieten.

Updates sollen still im Hintergrund abgewickelt werden, ohne Nutzer zu stören. Dennoch will Mozilla seinen Nutzern die Chance geben, diesen automatischen Updateprozess komplett abzuschalten.

Für Firefox 4.0.x gilt, ebenso wie für Firefox 3.6.x, der bisherige Entwicklungsprozess. Das bedeutet: Für Firefox 4 wird es auch weiterhin Sicherheitsupdates in gewohnter Manier geben.

Erweiterungen werden eine große Herausforderung

Die größte Herausforderung bei diesem neuen Prozess stellen Erweiterungen dar, da diese gegebenenfalls nun viel häufiger an neue Versionen angepasst werden müssen. Es werde aber bei jeder neuen Version mindestens ein Zeitfenster von zwölf Wochen geben, in dem Probleme mit Erweiterungen identifiziert und beseitigt werden können. Das neue unter dem Namen Jetpack entwickelte Erweiterungssystem könnte ebenfalls helfen, da die Erweiterungen hierbei auf ein API zugreifen, das unabhängig von Firefox entwickelt wird.


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