Privacy International: Skype soll Datenschutz und Sicherheit verbessern
Die Datenschutzaktivisten von Privacy International (PI) kritisieren Sicherheitslücken beim Internettelefonie-Anbieter Skype. Dadurch würden Dissidenten in aller Welt gefährdet. In einem offenen Brief(öffnet im neuen Fenster) präsentiert PI drei konkrete Schwachstellen, die Skype "dringend beseitigen muss" .
An erster Stelle missfällt den Datenschützern die Verwendung von vollständigen Namensangaben aus dem Profil in der Kontaktliste. Das mache es unbefugten Dritten einfach, sich mit falschen Identitäten auszurüsten. Diese Schwachstelle "macht es Leuten einfach, sich für jemand anderes auszugeben" , so PI.
Der zweite Kritikpunkt betrifft das Downloadangebot für die Skype-Software. Der Skype-Webserver bietet standardmäßig keine HTTPS-Verbindung an. Daher könnten Nutzer nicht sicher sein, dass die von ihnen heruntergeladene Skype-Software nicht von Dritten manipuliert sei.
Schließlich bemängelt PI die Variable-Bit-Rate-Audiokompression, die Skype einsetzt. Unabhängig vom eingesetzten Verschlüsselungsverfahren sei das "ein extrem trügerisches und verletzliches Schutzmittel" . Zur Begründung verweist PI auf ein Forschungspapier mehrerer Wissenschaftler von 2008. Darin wird diskutiert, wie sich gesprochene Phrasen in verschlüsselten Gesprächen mit einer Erfolgsrate zwischen 50 und mehr als 90 Prozent wiedererkennen lassen.
In der Vergangenheit gab es vereinzelte Berichte darüber, dass es Geheimdiensten und Polizeibehörden möglich sei, Skype-Gespräche trotz Verschlüsselung mitzuhören. Das wäre beispielsweise durch eine geheime Hintertür in der Software(öffnet im neuen Fenster) erklärbar. In Deutschland war 2007 bekanntgeworden, dass das bayerische Landeskriminalamt Skype-Telefonate abgehört hat. Auf Nachfragen der Presse hat Skype bisher jede Stellungnahme zu solchen Berichten verweigert.
Eric King, Berater für Menschenrechts- und Technologiefragen bei Privacy International, fordert Skype auf, "sich den Realitäten seiner Sicherheit zu stellen und eine führende Rolle in der globalen Kommunikation zu übernehmen." [von Robert A. Gehring]
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