API-Richtlinie: Twitter will keine alternativen Twitter-Clients mehr

Das Twitter-API und die darauf basierende vielfältige Software gilt als einer der großen Erfolgsfaktoren des Micro-Blogging-Dienstes. Nun hat Twitter jedoch eine einschneidende Veränderung der Richtlinien zur Nutzung des Twitter-APIs(öffnet im neuen Fenster) bekanntgegeben: Künftig werden keine alternativen Twitter-Clients mehr zugelassen.
Mit der zunehmenden Anzahl an Twitter-Nutzern sei eine konsistente "User Experience" wichtiger als jemals zuvor. So argumentierte Twitter bereits bei der Übernahme von Tweetie im vergangenen Jahr, woraus später der offizielle Twitter-Client für das iPhone wurde. Es folgten weitere offizielle Twitter-Clients für Mac, iPad, Android und Windows Phone. Zusammen mit RIM arbeitet Twitter an einem Twitter-Client für Blackberry.
So seien die offiziellen Twitter-Clients heute die populärsten Wege zum Zugriff auf Twitter, schreibt Ryan Sarver(öffnet im neuen Fenster) , der für das API zuständig ist. Dennoch gebe es noch immer Nutzer, die durch die fragmentierte Landschaft alternativer Twitter-Clients verwirrt seien. Schuld seien vor allem Webseiten und Clients, die Tweets entgegen Twitters Designrichtlinien anzeigen und eigene Begriffe statt der offiziellen wie "Tweet", "Retweet" und "Follow" verwenden oder eigene Funktionen, um Nutzer und Trends zu ermitteln.
Um das zu ändern und für eine "konsistente User Experience" sollen Nutzer künftig in erster Linie über offizielle Twitter-Clients auf den Dienst zugreifen. Sarver machte es ganz deutlich: Entwickler sollten nicht versuchen, Clientapplikationen zu bauen, die ähnlich funktionieren wie die offiziellen Twitter-Clients.
Entwickler, die bereits entsprechende Twitter-Clients anbieten, dürfen ihre bestehenden Kunden weiter bedienen, müssen sich aber an strenge Auflagen halten.
Twitters erklärtes Ziel ist es, die Zahl der Twitter-Clients zu reduzieren. Das passiere zugleich auch organisch, da Nutzer zunehmend die offiziellen Clients verwenden. Rund 90 Prozent der aktiven Twitter-Nutzer verwenden offizielle Twitter-Clients.
Statt eigene Twitter-Clients für die breite Masse anzubieten, sollen sich Entwickler auf Nischenlösungen rund um Twitter konzentrieren, rät Sarver. Als Beispiele nennt er Publisher-Werkzeuge wie Socialflow(öffnet im neuen Fenster) , Mass Relevance(öffnet im neuen Fenster) und Sulia(öffnet im neuen Fenster) , Rankingdienste wie Klout(öffnet im neuen Fenster) und Syndizierer wie Gnip(öffnet im neuen Fenster) sowie CRM- und Unternehmenswerkzeuge wie HootSuite(öffnet im neuen Fenster) , Cotweet(öffnet im neuen Fenster) , Radian6(öffnet im neuen Fenster) , Seesmic(öffnet im neuen Fenster) und Crimson Hexagon(öffnet im neuen Fenster) . Auch Dienste wie Formspring(öffnet im neuen Fenster) und Foursquare(öffnet im neuen Fenster) , Instagram(öffnet im neuen Fenster) und Quora(öffnet im neuen Fenster) nutzen das Twitter-API im Sinne von Twitter. Nicht genannt in den Beispielen wird unter anderem Tweetdeck .
Twitter sorgt mit dieser Änderung für einen Aufschrei in der Entwicklergemeinde. Bereits die Veröffentlichung des ersten offiziellen Twitter-Clients für iOS sorgte unter Entwicklern für Unmut, da der bisherige Partner Twitter, von dem sie abhängig sind, zum übermächtigen Konkurrenten avancierte. Der aktuelle Schritt geht deutlich weiter, denn Twitter entzieht alternativen Twitter-Clients, die maßgeblich zum Erfolg des Dienstes beigetragen haben, die Grundlage.



