Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Schweden: Neue Ungereimtheiten im Fall Assange

Ein schwedisches Boulevardblatt berichtet über neue Ungereimtheiten im Fall Julian Assange: Eine der Frauen, die Wikileaks -Gründer Julian Assange der Vergewaltigung bezichtigt haben, und die Polizistin, die die Anzeige aufgenommen hat, sollen sich schon vorher gekannt haben.
/ Werner Pluta
93 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Julian Assange
Julian Assange

Björn Hurtig, der schwedische Anwalt von Wikileaks -Gründer Julian Assange, wirft den schwedischen Behörden schwere Fehler bei der Ermittlung gegen seinen Mandanten vor. Grund ist ein Bericht in dem schwedischen Boulevardblatt Expressen(öffnet im neuen Fenster) , dem zufolge sich die Polizistin, die Anzeige gegen Assange aufgenommen und Befragungen dazu durchgeführt hat, und eines der mutmaßlichen Opfer gekannt haben sollen.

Zwei Sozialdemokratinnen

Die Frauen sollen schon gut anderthalb Jahre vor der mutmaßlichen Straftat über das Internet miteinander kommuniziert haben. Beide sind auch Mitglieder in der Sozialdemokratischen Partei Schwedens. Doch statt eine Kollegin mit dem Fall zu betrauen, habe die Polizistin selbst die Anzeigen aufgenommen, die die beiden Frauen im August 2010 gegen Assange wegen sexueller Nötigung und Vergewaltigung erstatteten, berichtet Expressen. Aufgrund dieser Befragung erließ die Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen Assange , der jedoch nach wenigen Stunden wieder aufgehoben wurde.

Schließlich soll, so Expressen weiter, die Polizistin Kontakte zu der Kanzlei von Claes Borgström haben, der die beiden Frauen vertritt : Auf ihrer Website habe sie ein Foto veröffentlicht, das sie mit einem ehemaligen Minister zeige, der jetzt zusammen mit Borgström eine Anwaltskanzlei betreibt. Hurtig sagte Expressen(öffnet im neuen Fenster) , diese Fakten stellten die ganze Ermittlung gegen Assange infrage.

Widerspruch gegen Auslieferung

Schweden hatte Assange im November 2010 von Interpol zur Fahndung ausschreiben lassen. Anfang Dezember stellte sich der Wikileaks-Gründer der Polizei in London. Derzeit steht er in Großbritannien unter Hausarrest. Schweden hat die Auslieferung beantragt, und ein britisches Gericht gab dem Antrag Ende Februar statt . Assange hat gegen die Auslieferung Widerspruch eingelegt.


Relevante Themen