Abo
  • IT-Karriere:

Pflegeroboter

US-Wissenschaftler erforschen Akzeptanz

In einer Studie haben US-Wissenschaftler getestet, ob sich Patienten von einem Pflegeroboter waschen lassen wollen. Die Probanden hatten nichts dagegen, wenn die Berührungen rein funktional waren und der Roboter dazu schwieg.

Artikel veröffentlicht am ,
Pflegeroboter Cody (Foto: Georgia Tech)
Pflegeroboter Cody (Foto: Georgia Tech)

Im vergangenen Jahr haben Forscher des Georgia Institute of Technology (Georgia Tech) Cody vorgestellt, einen Serviceroboter für das Gesundheitswesen, der bettlägrige Patienten wäscht. Auf einer Konferenz in der Schweiz haben die Forscher nun eine Studie dazu vorgestellt, ob Menschen überhaupt von einem Roboter gepflegt werden wollen.

Roboter wäscht Patienten

Stellenmarkt
  1. Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Heidelberg
  2. hubergroup Deutschland GmbH, Kirchheim bei München

Für die Studie wusch Cody den Unterarm der Probanden und berührte sie dort. Cody ist ein etwa mannshoher Roboter mit einem humanoiden Torso, an dem zwei Arme sitzen. Die Arme enden in einem spatenförmigen Aktor, der so beschaffen ist, dass ein Waschlappen darübergezogen werden kann. Die Handgelenke sind mit Kraft- und Drehmomentsensoren ausgestattet, die verhindern sollen, dass Cody den Patienten verletzt.

Grundsätzlich hätten die Probanden nichts dagegen gehabt, von einem Pflegeroboter angefasst zu werden, fanden die Forscher heraus. Allerdings sei es von Bedeutung, mit welcher Absicht das geschehe, erklärt Projektleiter Charlie Kemp. So fielen die Reaktionen sehr unterschiedlich aus, je nachdem, ob der Roboter eine Person berührte, um sie zu waschen, oder ob das geschah, um sie zu trösten - und das, obwohl die Berührung die gleiche war.

Glaubte die Testperson, der Roboter berühre sie, um sie zu waschen, also dass die Berührung rein funktional sei, hatte sie keine Einwände. Anders war es, wenn die Testperson der Meinung war, der Roboter fasse sie an, um Trost zu spenden. Die Unterscheidung nahmen die Testpersonen jedoch für sich vor - Cody machte stets das Gleiche. Allerdings decken sich die Ergebnisse mit vergleichbaren Umfragen, wenn es um die Akzeptanz von Berührungen durch menschliches Pflegepersonal ging.

Berührung ohne Ansage

Erstaunlicherweise mochten die Probanden es offenbar lieber, wenn der Roboter sie ohne Vorankündigung berührte, als wenn er sie vorher über sein Vorhaben informierte. Tiffany Cheng, eine Doktorandin, die an der Studie mitgearbeitet hat, vermutet, es könne daran liegen, dass die Stimme des Roboters sie verunsichert. Die Ergebnisse sei allerdings jedoch nicht beweiskräftig.

"Wenn wir Roboter erfolgreich in der Pflege einsetzen wollen, müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie wir die Roboter dazu bringen, ihre Absichten mitzuteilen und wie die Patienten die Absichten auslegen", sagt Kemp. Diese Fragen seien bisher nicht berücksichtigt worden. Bisher hätten technische Fragen - wie der Roboter eine Aufgabe effektiv durchführt und wie sicher er ist - im Vordergrund gestanden. Wenn die Roboter künftig Aufgaben im Gesundheitswesen übernehmen sollen, müssten Aspekte wie die Akzeptanz durch die Patienten weiter erforscht werden.

Die Forscher um Kemp haben ihre Ergebnisse kürzlich auf der Konferenz Human-Robot Interaction (HRI) vorgestellt, die im schweizerischen Lausanne stattfand.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 24,99€
  2. (-87%) 1,99€
  3. 29,99€

Charles Marlow 11. Mär 2011

Eines mal vorweg: Ich stelle Deine Erfahrung nicht in Zweifel oder spiele Advocatus...

Anonymer Nutzer 11. Mär 2011

Meine Mutter war in der Orthopädie tätig und hatte auch viel mit Ärzten zu tun. Diese...

copious 11. Mär 2011

...das muss doch enorm kitzeln, so wie der Bot im Video wäscht :D


Folgen Sie uns
       


Bose Frames im Test

Die Sonnenbrille Frames von Bose hat integrierte Lautsprecher, die den Träger mit Musik beschallen können. Besonders im Straßenverkehr ist das offene Konzept praktisch.

Bose Frames im Test Video aufrufen
Elektromobilität: Die Rohstoffe reichen, aber ...
Elektromobilität
Die Rohstoffe reichen, aber ...

Brennstoffzellenautos und Elektroautos sollen künftig die Autos mit Verbrennungsantrieb ersetzen und so den Straßenverkehr umweltfreundlicher machen. Dafür sind andere Rohstoffe nötig. Kritiker mahnen, dass es nicht genug davon gebe. Die Verfügbarkeit ist aber nur ein Aspekt.
Eine Analyse von Werner Pluta

  1. Himo C16 Xiaomi bringt E-Mofa mit zwei Sitzplätzen für rund 330 Euro
  2. ADAC-Test Hohe Zusatzkosten bei teuren Wallboxen möglich
  3. Elektroroller E-Scooter sollen in Berlin nicht mehr auf Gehwegen parken

Erdbeobachtung: Satelliten im Dienst der erneuerbaren Energien
Erdbeobachtung
Satelliten im Dienst der erneuerbaren Energien

Von oben ist der Blick auf die Erde am besten. Satelliten werden deshalb für die Energiewende eingesetzt: Mit ihnen lassen sich beispielsweise die Standorte für Windkraftwerke oder Solaranlagen bestimmen sowie deren Ertrag prognostizieren.
Ein Bericht von Jan Oliver Löfken

  1. Rocketlab Kleine Rakete wird wiederverwendbar und trotzdem teurer
  2. Space Data Highway Esa bereitet Laser-Kommunikationsstation für den Start vor
  3. Iridium Certus Satelliten-Breitbandnetz startet mit 350 bis 700 KBit/s

Harmony OS: Die große Luftnummer von Huawei
Harmony OS
Die große Luftnummer von Huawei

Mit viel Medienaufmerksamkeit und großen Versprechungen hat Huawei sein eigenes Betriebssystem Harmony OS vorgestellt. Bei einer näheren Betrachtung bleibt von dem großen Wurf allerdings kaum etwas übrig.
Ein IMHO von Sebastian Grüner


      •  /