Pflegeroboter: US-Wissenschaftler erforschen Akzeptanz
Im vergangenen Jahr haben Forscher des Georgia Institute of Technology (Georgia Tech) Cody(öffnet im neuen Fenster) vorgestellt, einen Serviceroboter für das Gesundheitswesen, der bettlägrige Patienten wäscht. Auf einer Konferenz in der Schweiz haben die Forscher nun eine Studie dazu vorgestellt, ob Menschen überhaupt von einem Roboter gepflegt werden wollen.
Roboter wäscht Patienten
Für die Studie wusch Cody den Unterarm der Probanden und berührte sie dort. Cody ist ein etwa mannshoher Roboter mit einem humanoiden Torso, an dem zwei Arme sitzen. Die Arme enden in einem spatenförmigen Aktor, der so beschaffen ist, dass ein Waschlappen darübergezogen werden kann. Die Handgelenke sind mit Kraft- und Drehmomentsensoren ausgestattet, die verhindern sollen, dass Cody den Patienten verletzt.

Grundsätzlich hätten die Probanden nichts dagegen gehabt, von einem Pflegeroboter angefasst zu werden, fanden die Forscher heraus. Allerdings sei es von Bedeutung, mit welcher Absicht das geschehe, erklärt Projektleiter Charlie Kemp. So fielen die Reaktionen sehr unterschiedlich aus, je nachdem, ob der Roboter eine Person berührte, um sie zu waschen, oder ob das geschah, um sie zu trösten – und das, obwohl die Berührung die gleiche war.
Glaubte die Testperson, der Roboter berühre sie, um sie zu waschen, also dass die Berührung rein funktional sei, hatte sie keine Einwände. Anders war es, wenn die Testperson der Meinung war, der Roboter fasse sie an, um Trost zu spenden. Die Unterscheidung nahmen die Testpersonen jedoch für sich vor – Cody machte stets das Gleiche. Allerdings decken sich die Ergebnisse mit vergleichbaren Umfragen, wenn es um die Akzeptanz von Berührungen durch menschliches Pflegepersonal ging.
Berührung ohne Ansage
Erstaunlicherweise mochten die Probanden es offenbar lieber, wenn der Roboter sie ohne Vorankündigung berührte, als wenn er sie vorher über sein Vorhaben informierte. Tiffany Cheng, eine Doktorandin, die an der Studie mitgearbeitet hat, vermutet, es könne daran liegen, dass die Stimme des Roboters sie verunsichert. Die Ergebnisse sei allerdings jedoch nicht beweiskräftig.

"Wenn wir Roboter erfolgreich in der Pflege einsetzen wollen, müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie wir die Roboter dazu bringen, ihre Absichten mitzuteilen und wie die Patienten die Absichten auslegen" , sagt Kemp. Diese Fragen seien bisher nicht berücksichtigt worden. Bisher hätten technische Fragen – wie der Roboter eine Aufgabe effektiv durchführt und wie sicher er ist – im Vordergrund gestanden. Wenn die Roboter künftig Aufgaben im Gesundheitswesen übernehmen sollen, müssten Aspekte wie die Akzeptanz durch die Patienten weiter erforscht werden.
Die Forscher um Kemp haben ihre Ergebnisse kürzlich auf der Konferenz Human-Robot Interaction(öffnet im neuen Fenster) (HRI) vorgestellt, die im schweizerischen Lausanne stattfand.
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