Spieletest De Blob 2: Mit Farbtöpfen gegen den grauen Alltag
An der Hintergrundgeschichte hat sich nicht viel geändert: Genosse Schwarz und seine bösen Gefolgsleute namens Inkies sind wieder da und haben die Stadt Prisma City in einen grau-schwarzen Moloch verwandelt. Da kann der Spieler in Form des kleinen farbenfrohen De Blob natürlich nicht tatenlos zusehen – und ruft zusammen mit seinen Gefolgsleuten die bunte Revolution aus.
Ein kleiner Hüpfer in den Farbeimer – und schon kann durch einfaches Laufen, Rollen und Springen durch die Welten aus einer grauen wieder eine grüne Wiese, aus einem schwarzen ein roter Platz, einem farblosen Auto ein knallbuntes und aus einer dunklen Treppe wieder eine hellgelbe gemacht werden. De Blob bringt dabei nicht nur wieder viel Farbe in die Welt, sondern beeinflusst auch ihre Form. Da entstehen plötzlich neue Oberflächen und Texturen, verändern sich Level und werden immer neue Gebäude, Zugänge und Welten freigeschaltet. Stadtbewohner fangen vor Freude an, in Formationen zu tanzen und neue Blumen und Bäume verschönern das Stadtbild dank der Malaktionen des Spielers.

In den einzelnen Levels müssen bestimmte Missionsziele erreicht werden – etwa, eine gewisse Anzahl von Objekten in der richtigen Farbe eingefärbt oder Freunde befreit werden. Die düsteren Gegner versuchen das natürlich zu vermeiden, machen Jagd auf De Blob, wollen ihm die Farbe abluchsen und machen ihm mit dunkler Tinte das Leben schwer.
Für Abwechslung im Spielverlauf sorgen nicht nur ein paar kleinere Plattform- und Schalterrätsel, sondern auch die Aufgabe, immer wieder Farben zu mischen, um etwa aus den vorhandenen Grundfarben neue Töne zu erstellen – etwa Grün für einen ebenso grünen Schalter zu mixen. Zwischendurch können noch unzählige mehr oder weniger nützliche Gegenstände und Extras eingesammelt werden.
Die Präsentation ist deutlich schöner und detailreicher als im Wii-Original, trotzdem wird die Hardware sicherlich nicht an ihre Grenzen geführt. Gelungen ist allerdings die Integration der fröhlichen Musik, die sich der Spieldynamik anpasst und bei ausführlichem Einfärben auch immer mehr anschwillt. Für gelegentlichen Frust sorgen hingegen die nicht immer genaue Steuerung und die teils ungünstige Kamerapositionierung. Immerhin: Playstation-3-Besitzer können sowohl ihre Move-Controller nutzen als auch – den richtigen Fernseher vorausgesetzt – die Vorzüge von 3D-Grafik genießen. Allen drei Versionen gemeinsam ist der nette, aber nicht sonderlich umfangreiche Vier-Spieler-Modus.
De Blob 2 ist für Xbox 360, Playstation 3 und Wii bereits im Handel erhältlich, hat eine USK-Freigabe ab sechs Jahren erhalten und kostet etwa 40 Euro.
Fazit
Auch wenn es auf längere Sicht ein wenig an Abwechslung mangelt und technisch nicht alles perfekt ist: De Blob 2 macht großen Spaß und überzeugt außer mit dem einfallsreichen Gameplay auch mit ganz viel Charme, Humor und Atmosphäre. Da fällt es schwer, dem Kampf gegen den tristen Alltag zu entsagen.



