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Google-Browser: Chrome 10 mit Crankshaft ist fertig

Google hat seinen Browser Chrome in der stabilen Version 10 veröffentlicht. Der Browser bietet dank Crankshaft eine nochmals deutlich schnellere Javascript-Engine sowie überarbeitete und verlinkbare Einstellungen und soll sicherer sein.
/ Jens Ihlenfeld
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Nur drei Wochen nach Veröffentlichung der Beta von Chrome 10 folgt heute bereits die stabile Version des Browsers. Die größte Neuerung stellen die unter dem Namen Crankshaft entwickelten Javascript-Optimierungen dar, die sich besonders auf rechenintensive Applikationen auswirken sollen. So ist der Browser in Googles eigener V8 Benchmark Suite rund 66 Prozent schneller als sein Vorgänger.

Mit Crankshaft führt Google eine adaptive Kompilierung ein, so dass häufig ausgeführte Codeteile besonders aggressiv optimiert werden. Zunächst wird sämtlicher Code mit dem Basis-Compiler besonders schnell übersetzt, ohne dass dabei größere Optimierungen vorgenommen werden. Im Vergleich zum V8-Compiler, der in Chrome 9 zum Einsatz kommt, soll Crankshafts Basis-Compiler etwa doppelt so schnell sein und etwa 30 Prozent weniger Code erzeugen.

Ergänzt wird dieser Basis-Compiler durch einen Runtime-Profiler, der die Ausführung überwacht, um besonders häufig genutzte Codeteile zu identifizieren. Ist das der Fall, springt ein "optimierender Compiler" ein, der den Code erneut übersetzt und weitgehende Optimierungen vornimmt. Sollten die Optimierungen zu weit gehen, greift eine Deoptimierung. Dabei kommt dann wieder der vom Basis-Compiler erzeugte Code zum Einsatz.

Google zeigt das neue Einstellungsmenü in Chrome 10
Google zeigt das neue Einstellungsmenü in Chrome 10 (02:03)

Browsereinstellung verlinkbar

Die Browsereinstellungen hat Google ebenfalls grundlegend überarbeitet: So werden die Einstellungen nun in einem Tab angezeigt und jede einzelne Einstellung verfügt über eine eigene URL, so dass sie direkt angesteuert werden kann. Zudem wurden die Einstellungen mit der Suche verknüpft, so dass sie in den Suchergebnissen auftauchen.

GPU-beschleunigte Videowiedergabe

Darüber hinaus enthält die Chrome-10-Beta eine erste Implementierung einer GPU-beschleunigten Videowiedergabe. Das soll die CPU-Last bei der Wiedergabe von HTML5-Videos um bis zu 80 Prozent reduzieren, vor allem in der Vollbilddarstellung.

Passwörter kann Chrome in der neuen Version über mehrere Computer synchronisieren. Dabei können die Daten optional mit einem eigenen Passwort verschlüsselt werden.

Flash-Player in der Sandbox

Der in Chrome eingebettete Flash Player von Adobe wurde in Chromes Sandbox-Modell übernommen. Nutzer von Windows Vista und Windows 7 sollen dadurch von einer erhöhten Sicherheit profitieren. Zudem unterstützt Chrome 10 Webapplikationen, die im Hintergrund laufen.

Sicherheitslücken geschlossen

Mit der neuen Version schließt Google zugleich einige Sicherheitslücken in seinem Browser, die in einem Blogeintrag knapp zusammengefasst sind(öffnet im neuen Fenster) . Nähere Details zu den geschlossenen Sicherheitslücken will Google erst veröffentlichen, wenn die Mehrheit der Chrome-Nutzer die aktuelle Version benutzt. An die Entdecker der Sicherheitslücken schüttet Google rund 16.000 US-Dollar aus.

Chrome 10 steht ab sofort unter google.com/chrome(öffnet im neuen Fenster) für Windows, Linux und Mac OS X zum Download bereit.


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