Zum Hauptinhalt Zur Navigation

G-20: Cyberspionage im französischen Finanzministerium

Das französische Finanzministerium hat zugegeben, dass es Ziel von Cyberspionen geworden ist. Diese hätten Computer mit Spionagesoftware infiziert und viele Dokumente entwendet. Wer hinter den Angriffen steckt, ist noch unbekannt.
/ Werner Pluta
3 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
François Baroin
François Baroin

Die Computersysteme des französischen Finanzministeriums würden seit Dezember 2010 von Unbekannten angegriffen, berichtet das Magazin Paris Match(öffnet im neuen Fenster) . Finanzminister François Baroin bestätigte das dem französischen Radiosender Europe 1(öffnet im neuen Fenster) . 150 Computer in dem Ministerium waren mit Spionagesoftware infiziert.

G-20-Vorsitz

Die Cyberangriffe stehen offensichtlich in Zusammenhang mit dem Vorsitz der Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer(öffnet im neuen Fenster) (G-20), den Frankreich in diesem Jahr innehat. Das bestätigte Patrick Pailloux, Chef der für Cybersicherheit zuständigen Behörde Agence nationale de la sécurité des systèmes d'information (ANSSI). Die Angegriffen beschäftigten sich mit dieser Thematik, sagte Pailloux.

Auf 150 Rechnern im Ministerium sei Spionagesoftware gefunden worden. Von den Computern seien Dokumente in großem Maßstab gestohlen worden. Diese sollen jedoch nicht wichtig gewesen sein. Erste Hinweise auf die Angriffe hatte es im Januar gegeben. Am Wochenende hatten Beamte des ANSSI 12.000 Computer überprüft.

E-Mails mit Anhang

Die Spionagesoftware war offensichtlich als Anhang einer E-Mail auf die Computer geraten. Als die Beamten den Anhang öffneten, installierte sich ein Trojaner, der es dem Absender ermöglichte, den Rechner auszuspionieren und Dokumente zu entwenden. Wer hinter den Angriffen steckt, ist noch unklar. Ein Teil der Dokumente soll an Internetadressen in China verschickt worden sein, doch das müsse nichts heißen, sagte Pailloux.

Neben dem Finanzministerium sollen auch weitere Ministerien Ziel der Angreifer gewesen sein. Es sei, so Pailloux, "der erste Angriff gegen den französischen Staat in diesem Ausmaß" . Derzeit ermittelt unter anderem der französische Inlandsgeheimdienst Direction centrale du renseignement intérieur in dem Fall.

Im vergangenen Jahr, als Kanada den G-20-Vorsitz hatte, war es dort zu ähnlichen Vorfällen gekommen. Anfang Februar berichtete der britische Außenminister William Hague auf der Münchner Sicherheitskonferenz, dass britische Regierungsbeamte E-Mails mit angehängter Spionagesoftware erhalten hätten.


Relevante Themen