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Robothespian (Foto: wp)
Robothespian (Foto: wp)

Singin' in the Rain

Robothespian hat schauspielerisches Talent

Taxi Driver, Shakespeare oder Gene Kelly - Robothespian kann singen und deklamieren und beherrscht nebenbei noch etwa 30 Fremdsprachen. Entwickelt und gebaut wird der schauspielende Roboter von einem kleinen Unternehmen aus Großbritannien.

"Are you talking to me?", fragt Robothespian in bester Taxi-Driver-Manier. Einen richtig bedrohlichen Eindruck macht er dabei jedoch nicht: Seine Wangen leuchten violett. Wenn er mit den Armen gestikuliert, ist das Zischen von Luft zu hören. Da hilft auch nicht, dass am Ende des kurzen Monologs in jedem Auge eine Pistole zu sehen ist. Robothespian eignet sich offensichtlich besser für das komödiantische Fach: Wenn er "Singin' in the Rain" intoniert, ist er überzeugender.

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Kaum Haut

Robothespian ist - der Name deutet es an - ein schauspielender Roboter. Er ist etwa mannshoch und hat die Proportionen eines Menschen. Das solle für Akzeptanz sorgen, erklärt Will Jackson, Chef des Unternehmens Engineered Arts, das den Robothespian entwickelt hat, Golem.de. Auf eine Haut haben die Briten bewusst weitgehend verzichtet, um eine Ablehnung, das sogenannte Uncanny Valley, zu vermeiden.

Zweck von Robothespian ist in erster Linie die Interaktion und Kommunikation mit dem Menschen. Auf der Cebit 2011 haben die Briten über dem Roboter eine Kinect angebracht, Microsofts System zur Bewegungssteuerung. Die fängt Gesten auf, die ein Mensch macht, und setzt sie für den Roboter um, so dass dieser den Menschen nachahmt.

Luftgetrieben

Kopf und Gliedmaßen würden mit Hilfe von Pressluft bewegt, da diese schnelle und flüssige Bewegungen erzeuge, erklärt Jackson. Der Roboter kann Arme und Hände bewegen wie ein Mensch. Vorteil dieses Antriebs sei, dass die Gliedmaßen keinen harten Widerstand böten, also nachgeben, wenn ein Mensch gegen den Roboter stoße, erklärt Jackson. Das reduziere die Unfallgefahr.

  • Der Schauspielroboter Robothespian (Foto: wp)
  • Er soll mit dem Menschen interagieren. (Foto: wp)
  • Seine Gliedmaßen werden mit Pressluft angetrieben. (Foto: wp)
  • Seine Augen sind zwei Displays; er sieht mit der Kamera in der Stirn. (Foto: wp)
Der Schauspielroboter Robothespian (Foto: wp)

Um mit Menschen zu kommunizieren, verfügt Robothespian über das Spracherkennungssystem Sphinx, das an der Carnegie Mellon Universität entwickelt wurde, und über ein Sprachsynthesesystem, das rund 30 verschiedene Sprachen beherrscht. Die Sequenzen wie der Taxi Driver oder der berühmte Monolog aus dem Drama Hamlet seien jedoch vorher aufgenommen, sagt Jackson. Ein Sprachsynthesesystem bekomme nicht die angemessene Betonung hin.

Zwinkern und Herzen

Nonverbal kann Robothespian über seine Augen kommunizieren - das sind zwei je 2,2 Zoll (rund 5,6 cm) große Displays. Er kann beispielsweise mit den Augen zwinkern, sie dramatisch schließen oder am Ende von Singin' in the Rain Herzen darstellen. Nur sehen kann er damit nicht - dafür verfügt er über eine Kamera in der Stirn. Die Steuerungssoftware ermöglicht es, dass er einzelne Menschen in einer Menge erkennt.

Die Steuerung übernimmt ein in den Roboter eingebauter Rechner, der über einen Atom-Prozessor von Intel mit einer Taktrate von 1,6 GHz verfügt. Datenspeicher ist eine SSD mit einer Kapazität von 32 GByte. Darauf läuft unter anderem die Software, die die Gesten eines Menschen erkennt und nachahmt. Die Augen verfügen über eine unabhängige Steuerung, für die zwei 800-MHz-Arm-9-Prozessoren verantwortlich sind.

Gehen ist wie Gewehr bauen

Lediglich gehen kann Robothespian nicht. Gehen sei zu kompliziert, sagt Jackson. Damit meint er nicht das Gehen als solches. Aber damit sich der Roboter gefahrlos auf seinen Beinen zwischen Menschen bewegen könne, müssten sehr viele Sicherheitsmechanismen integriert werden, sagt er. Etwa um zu verhindern, dass der Roboter gegen einen Menschen prallt oder dass er umfällt und dabei einen Menschen verletzt. "Einen gehenden Roboter zu bauen, ist wie ein Gewehr zu bauen", wehrt Jackson ab. "Das lasse ich lieber bleiben."

Der Roboter wird unter anderem in Wissenschaftsmuseen ausgestellt, in Deutschland beispielsweise im Wolfsburger Phaeno. Außerdem wird er für die Forschung benutzt. Das Bristol Robotics Laboratory etwa hat laut Jackson einen Robothespian gekauft. Wissenschaftler an der Universität des US-Bundesstaates North Carolina in Chapel Hill entwickeln den Roboter zu einem fortgeschrittenen Telepräsenzroboter weiter.

Cornischer Roboter

Engineered Arts ist ein kleines Unternehmen mit zehn Mitarbeitern, das in Penryn, einem kleinen Ort in der südwestenglischen Grafschaft Cornwall, ansässig ist. Der von dem Unternehmen entwickelte Robothespian kostet etwa 55.000 britische Pfund, umgerechnet rund 64.000 Euro.


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Levony 08. Mär 2011

Da hast Du in der Basis recht, aber wenn der Roboter dass alles so prima kann, warum hat...

Bouncy 08. Mär 2011

Ja. Yeah, aber schön, dass es 30 Sprachen "kann". Ist aber nur ein Programm, das auf...

wurzl_sepp 08. Mär 2011

Dieses Gerät hat ziemlich viel von C3-PO aus 'Star Wars'. Das einzige was fehlt ist die...



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