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Ermittlungen: Eine Million Spam-E-Mails ab 100 US-Dollar

Der massenhafte Spam -Versand ist in geschlossenen Foren schon für relativ wenig Geld zu haben. Die Spam-Botnet-Betreiber machen trotzdem Millionengewinne.
/ Achim Sawall
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Professor Thorsten Holz (Bild: RUB)
Professor Thorsten Holz (Bild: RUB)

Der Bochumer Professor Thorsten Holz(öffnet im neuen Fenster) hat in Spam-Botnet-Kreisen die Preise für den massenhaften Versand von unerwünschter Werbung ermittelt. Holz ist Professor an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Ruhr-Universität Bochum. Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus(öffnet im neuen Fenster) kosteten in dem abgeschlossenen Forum Spamdot.biz eine Million E-Mail-Adressen nur 25 bis 50 US-Dollar.

Der Versand von einer Million Spam-E-Mails war dort zwischen 100 und 500 US-Dollar erhältlich. Größere Bestellungen, wie der Versand von täglich 100 Millionen Werbenachrichten über einen Zeitraum von einem Monat, waren für 10.000 US-Dollar verfügbar. Der Aufbau eines neuen Botnetzes mit jeweils 10.000 PCs wurde von den Kriminellen für 300 bis 800 US-Dollar erledigt.

Holz habe zudem den Spamverteiler, das Botnetz Pushdo/Cutwail, schwächen können. 20 dazugehörige Server habe Holz laut Focus in Kooperation mit den Providern abschalten lassen, bei 16 sei ihm der Zugriff auf die Festplatten der Bande gelungen. Der Wissenschaftler errechnete aus den so erlangten Daten, dass das Botnetz einen Jahresgewinn von 4,2 Millionen US-Dollar verzeichnete.

Holz hält am 29. März 2011 auf dem 4th USENIX Workshop (LEET 11) in Boston, Massachusetts, zusammen mit den kalifornischen Wissenschaftlern Brett Stone-Gross, Gianluca Stringhini und Giovanni Vigna einen Vortrag(öffnet im neuen Fenster) über die Spammer-Schattenwirtschaft aus der Innenansicht eines Botmasters.

In mehr als zwei Millionen Fällen hat Microsoft im ersten und zweiten Quartal 2010 in den USA Windows-PCs von Botnetz-Software befreit. Nach absoluten Zahlen waren die USA damit führend bei der Verbreitung von Botnetzen. Auf dem zweiten Platz folgte Brasilien.


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