Umfrage: 50 MBit/s für 75 Prozent der Haushalte kommt nicht

82 Prozent der Entscheider in Telekommunikationsunternehmen rechnen damit, dass die Bundesregierung ihre Ziele beim Breitbandausbau verfehlen wird. Zu diesem Ergebnis kommt die Forsa-Studie Branchenkompass 2011 Telekommunikation(öffnet im neuen Fenster) von Steria Mummert Consulting, die in Zusammenarbeit mit dem FAZ-Institut erstellt wurde. Befragt wurden 100 Führungskräfte der größten Telekommunikationsunternehmen Deutschlands.
Das Ziel der Bundesregierung, bis Ende 2010 alle Haushalte mit Breitbandanschlüssen von 1 MBit/s zu versorgen, wird bereits nicht erreicht . Der Breitbandausbau mit einer Kapazität von 50 MBit/s in 75 Prozent der deutschen Haushalte bis 2014 ist das nächste Ziel der IT-Strategie der Bundesregierung. Der Investitionsbedarf dafür wird auf 30 bis 50 Milliarden Euro geschätzt . Angesichts der hohen Kosten könnten nur große Netzbetreiber den Auf- und Ausbau nennenswert vorantreiben, sagten die Befragten. Nicht immer seien sie jedoch dazu bereit.
"Die entscheidende Hürde beim Netzausbau ist die Frage der Finanzierung" , sagte Peter Hascher von Steria Mummert Consulting. Die Unternehmen verlangsamten den Netzausbau und investierten nur da in die Infrastruktur, wo es sich wirtschaftlich lohnt. Eine Zusammenarbeit der Firmen werde nur punktuell praktiziert, beispielsweise von Vodafone und Netcologne im Rheinland. Nur neun Prozent der Befragten sind dazu bereit, sich den Zugang zum Endkunden mit einem Konkurrenten zu teilen.
17 Prozent der Entscheider äußerten die Meinung, dass vor allem in die Übertragungsqualität und -geschwindigkeit investiert werden müsse. Fortschritte erwarte die Branche hier durch das IP Multimedia Subsystem (IMS) und durch die neue Mobilfunktechnologie Long Term Evolution (LTE). 39 Prozent der Befragten erwarten, dass sich die Marktanteile zwischen Festnetz- und Mobilfunknetzbetreibern durch den Ausbau der LTE-Netze neu verteilen werden.