Spieletest Kirby und das magische Garn: Springen und hüpfen am wollenen Faden

Die Hintergrundgeschichte von Kirbys neuem Abenteuer ist – wie bei Nintendo -Spielen üblich – ebenso kurios wie hanebüchen: Der böse Zauberer Grimmgarn hat den rosa Helden in das Stoffland verbannt und ihn dabei zu einem Wollwesen gemacht. Dort herrscht Chaos, weil Grimmgarn alle Fäden aufgetrennt und so für einen Ausnahmezustand in der aus Wolle bestehenden Welt gesorgt hat. Das Ziel des Spielers in Kirby und das magische Garn lautet, alle Fäden einzusammeln und damit alles mehr oder weniger wieder zu vernähen.

Spielerisch ergibt das zunächst ein klassisches 2D-Adventure, bei dem die Wiimote seitlich gehalten wird, damit Kirby durch die Level läuft und springt. Allerdings frisst die zum Stoffwesen abgemagerte Kugel diesmal ihre Kontrahenten nicht, sondern rückt ihnen in den abwechslungsreichen Leveln mit Wollfäden zu Leibe. Die lassen sich etwa als Peitsche benutzen, um die Kontrahenten zu erlegen oder sie zu einem Knäuel zusammenzurollen. Die Wollpeitsche ist auch hilfreich, um mit Schaltern zu agieren oder sich an Vorsprüngen wie Knöpfen entlangzuziehen.









Kirbys wollige Gestalt hat aber noch mehr Vorteile: Per Knopfdruck kann er sich schnell in andere Formen verwandeln – etwa in einen Fallschirm, um problemlos größere Höhen zu überwinden, in einen Plüschpanzer, der Wollraketen verschießt. Oder in ein durch die Welten rasendes Auto, ein Ufo oder ein U-Boot.
Fluffiger Schwierigkeitsgrad
Am Ende der Einsätze warten Bossgegner – etwa Riesenadler, die natürlich auch aus Wolle sind. Dazu kommen zahlreiche weitere Dinge, die den Spielablauf auflockern, Geheimverstecke hinter Reißverschlüssen und Flicken, Minispiele wie kurze Rennfahrpassagen, aber auch sammelbare Einrichtungsgegenstände, mit denen sich das heimische Schloss verschönern lässt. Zudem ist das neue Kirby-Spiel auch zu zweit hervorragend spielbar: Dank des sehr guten Koop-Modus kann ein Freund in die Rolle des Begleiters Prinz Plüsch schlüpfen und Kirby beim Retten der Wollwelt helfen.









Beeindruckend ist, wie konsequent die Fadenthematik grafisch umgesetzt wurde – etwa, wenn Kirby auch mal hinter der Wollwand verschwindet oder einfach eine Plattform per Schnur an sich heranzieht. Die bunte 2D-Grafik punktet dabei nicht durch spektakuläre Effekte, sondern mit unglaublich viel Liebe zum Detail. Jedes Szenario, jeder Kontrahent, jede bonbonartige Landschaft wirkt durchdacht. Auch sonst macht das Programm technisch alles richtig – die Bedienung ist denkbar einfach, die Soundkulisse fügt sich nahtlos ins Bild. Erfahrene Spieler dürften allerdings den niedrigen Schwierigkeitsgrad kritisieren: Wirklich knifflige Passagen sind rar, zumal Kirby nach jedem Bildschirmtod einfach ein kleines Stück vorher von Neuem beginnt.
Kirby und das magische Garn ist für Nintendo Wii erhältlich, kostet etwa 40 Euro und ist von der USK ohne Altersbeschränkung freigegeben.
Fazit
Besser hätte das Comeback nicht gelingen können: Kirby und das magische Garn ist ein hervorragend spielbares, mit sehr viel Liebe zum Detail designtes und sehr gut durchdachtes 2D-Springspiel. Einsteiger wie Profis haben kontinuierlich Gelegenheit, über die guten Ideen der Entwickler zu schmunzeln. Zu kritisieren ist höchstens der äußerst niedrige Schwierigkeitsgrad, der Plattformveteranen einen etwas zu schnellen Durchmarsch ermöglicht.