Abo
  • IT-Karriere:

Bioprinting

Drucken wir uns ein Ohr

Rapid Prototyping mal ganz anders: Auf einer wissenschaftlichen Konferenz haben Wissenschaftler demonstriert, wie sie mit dem 3D-Drucker Körpergewebe herstellen. Damit wollen sie in Zukunft lebendige Implantate erschaffen.

Artikel veröffentlicht am ,
Bioprinting: Drucken wir uns ein Ohr

Mit einem 3D-Drucker lassen sich jede Menge merkwürdiger Dinge herstellen: eine Querflöte beispielsweise, eine Zahnbürste mit einem eingebauten MP3-Player oder gleich der 3D-Drucker selbst - wobei der Erfolg jedoch eher zweifelhaft ist. Hod Lipson von der Cornell Universität in Ithaca im US-Bundesstaat New York eröffnet eine ganz neue Dimension des Rapid Prototypings: Er druckt Körperteile.

Biologische Materialien

Stellenmarkt
  1. Unterfränkische Überlandzentrale eG, Lülsfeld
  2. SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG, Bruchsal

Auf dem Jahrestreffen der wissenschaftlichen Gesellschaft der USA, der American Association for the Advancement of Science (AAAS), erklärte Lipson, wie er den vom ihm selbst mitentwickelten Open-Source-3D-Drucker Fab@Home so modifiziert, dass er biologische Materialien verarbeitet.

Die Idee sei, sagte Lipson, der in dem AAAS-Video fälschlicherweise als Wladimir Mironow bezeichnet wird, als Ausgangsmaterial Zellen des Patienten zu nehmen. Diese werden kultiviert und dann wird daraus ein Körperteil gedruckt. Dadurch könnten lebendige Implantate erstellt werden, die vom Organismus besser angenommen werden als synthetische.

Ohr aus Silikon

Während des Vortrages druckte der Fab@Home ein menschliches Ohr, wenn auch nicht aus einem Biomaterial, sondern aus Silikon. Es war nicht das erste Körperteil aus dem 3D-Drucker: Lipson und seine Kollegen haben bereits einen Meniskus aufgebaut. Dessen biologische Eigenschaften seien denen eines echten Meniskus sehr ähnlich. Außerdem haben die Forscher im vergangenen Jahr den Knochen eines Kalbs auf diese Weise repariert, beschreiben sie in einem wissenschaftlichen Aufsatz. Bis das Bioprinting eine medizinische Standardanwendung ist, werde es jedoch bestimmt noch einige Jahrzehnte dauern, sagte Lipson.

Ein Problem, welches die Wissenschaftler bis dahin noch werden lösen müssen, ist, eine Verbindung des künstlichen zum echten Gewebe herzustellen. Dieses wird von Nervenzellen und Adern durchzogen. Letztere versorgen das Gewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen. Vor allem wenn größere Gewebestücke eingesetzt werden müssen, wird das problematisch. Das ist auch ein Grund, weshalb Lipson derzeit mit Knorpel arbeitet: Dieser wird nicht von Gefäßen versorgt. Außerdem verfügt er über keine ausgeprägte innere Struktur wie etwa ein Knochen.

Yoo druckt Haut

Lipson ist nicht der einzige, der sich mit Bioprinting beschäftigt: James Yoo von der Wake-Forest-Universität in Winston-Salem im US-Bundesstaat North Carolina berichtete auf der AAAS-Konferenz, dass seine Kollegen und er ein System entwickelten, mit dem sich Haut auf Brandwunden drucken lässt.

Der Bioprinter hat einen Laserscanner, der die Wunde abtastet. Aus dem Scanner erstellt das System ein 3D-Bild der Wunde, anhand dessen der 3D-Drucker dann das Hautstück erstellt. Damit haben die Forscher bereits ein 10 Quadratzentimeter großes Hautstück auf ein Schwein gedruckt.

Rapid Prototyping und Robotik

Neben Rapid Prototyping beschäftigt sich Lipson auch mit Robotik. Er war an der Entwicklung des Robotergreifers beteiligt, der aus einem mit Kaffeepulver gefüllten Ballon besteht.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Tales of Vesperia: Definitive Edition für 21,99€, Tropico 5: Complete Collection für 6...
  2. (u. a. Hitman 2 - Gold Edition, The Elder Scrolls V: Skyrim - Special Edition, Battlefield 1)
  3. (u. a. Grimm - die komplette Serie, Atomic Blonde, Die Mumie, Jurassic World)
  4. (u. a. Rasentrimmer, Multischleifer, Heckenscheren)

Baron Münchhausen. 25. Feb 2011

Einen Pils bitte *ziiihb* *ziiihb* Danke ;-)

Baron Münchhausen. 25. Feb 2011

Ist ja auch das Startgebot ;-)

antares 25. Feb 2011

Ich meine, haben die das angesengt, um die Haut aufzudrucken oder vielleicht sogar...

SeveQ 24. Feb 2011

Du vielleicht nicht. Aber wenn ich daran denke, dass auf unseren Straßen nur deshalb so...

Raketen... 24. Feb 2011

Tolle Sache.


Folgen Sie uns
       


Red Magic 3 - Test

Das Red Magic 3 richtet sich an Gamer - dank der Topausstattung und eines Preises von nur 480 Euro ist das Smartphone aber generell lohnenswert.

Red Magic 3 - Test Video aufrufen
Mobile-Games-Auslese: Magischer Dieb trifft mogelnden Doktor
Mobile-Games-Auslese
Magischer Dieb trifft mogelnden Doktor

Ein Dieb mit Dolch in Daggerhood, dazu ein (historisch verbürgter) Arzt in Astrologaster sowie wunderschön aufbereitetes Free-to-Play-Mittelalter in Marginalia Hero: Golem.de stellt die spannendsten neuen Mobile Games vor.
Von Rainer Sigl

  1. Hyper Casual Games 30 Sekunden spielen, 30 Sekunden Werbung
  2. Mobile-Games-Auslese Rollenspiel-Frühling mit leichten Schusswechseln
  3. Gaming Apple Arcade wird Spiele-Flatrate für iOS und MacOS

Projektmanagement: An der falschen Stelle automatisiert
Projektmanagement
An der falschen Stelle automatisiert

Kommunikationstools und künstliche Intelligenz sollen dabei helfen, dass IT-Projekte besser und schneller fertig werden. Demnächst sollen sie sogar Posten wie den des Projektmanagers überflüssig machen. Doch das wird voraussichtlich nicht passieren.
Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel


    5G-Auktion: Warum der Preis der 5G-Frequenzen so hoch war
    5G-Auktion
    Warum der Preis der 5G-Frequenzen so hoch war

    Dass die Frequenzen für den 5G-Mobilfunk teuer wurden, lasten Telekom, Vodafone und Telefónica dem Newcomer United Internet an. Doch dies ist laut dem Netzplaner Kai Seim nicht so gewesen.
    Eine Analyse von Achim Sawall

    1. Funklöcher Hohe Bußgelder gegen säumige Mobilfunknetzbetreiber
    2. Bundesnetzagentur 5G-Frequenzauktion erreicht 6,5 Milliarden Euro
    3. 5G-Auktion Etablierte wollen Preis für 1&1 Drillisch hochtreiben

      •  /