Kartellbedenken: Videoplattform von RTL und ProSiebenSat.1 vor dem Aus
Die Konkurrenten RTL und ProSiebenSat.1 hatten im August 2010 den Aufbau einer gemeinsamen Videoplattform angekündigt. Geplant ist eine offene technische Plattform als einheitliche Anlaufstelle für Nutzer, auf der Fernsehinhalte privater und öffentlich-rechtlicher TV-Sender in Deutschland und Österreich über das Internet abrufbar sind. Den Betrieb der Plattform sollte ein Gemeinschaftsunternehmen von RTL und ProSiebenSat.1 übernehmen.
Die Pläne für diese an das US-Vorbild Hulu angelehnte Plattform sind nun aber vermutlich gescheitert. Die Financial Times Deutschland(öffnet im neuen Fenster) berichtet, das Bundeskartellamt habe den Sendern signalisiert, "dass es die Pläne für eine senderoffene Internetplattform nach dem Vorbild des US-Angebots Hulu nicht genehmigen wird". Dies haben beide Sender der Zeitung bestätigt.
Zwar hatten die beiden dominierenden Privatsenderketten explizit auch andere Privatsender und die öffentlich-rechtlichen Anstalten eingeladen, sich zu beteiligen. Doch das reicht dem Bundeskartellamt offenbar nicht und es forderte weitere Auflagen. "Am Ende jedoch waren die Vorstellungen des Amtes für uns nicht akzeptabel", zitiert die FTD einen RTL-Sprecher. Demnach haben die Sender nun bis zum 10. März 2011 Zeit, eine Stellungnahme anzugeben.


