Buchreport: Deutsche Großverlage laden Titel auf Kindle-Plattform (Upd.)
Laut einer Twitter-Nachricht von Buchreport(öffnet im neuen Fenster) , einer Fachzeitschrift für den deutschsprachigen Buchhandel, soll es endlich ein deutsches Programm für Amazons E-Book-Reader Kindle geben. "So, jetzt tut sich was, die ersten deutschen Großverlage laden ihre Titel bei Amazon Kindle hoch" , heißt es in der Nachricht. Bislang können deutsche Kindle-Nutzer mit dem E-Bookreader fast nur auf englischsprachige Bücher und gemeinfreie deutschsprachige Titel zugreifen, die dem Urheberrecht nicht oder nicht mehr unterliegen.
Deutsche Zeitungen und Zeitschriften sind bereits auf dem Kindle verfügbar. Im Amazon Kindle Store unter "Kindle Newspapers Germany" und "Kindle Magazines" sind die Frankfurter Allgemeine Zeitung, das Handelsblatt und die Wirtschaftswoche erhältlich.
Amazon.de-Sprecherin Christine Höger sagte Golem.de: "Wir freuen uns, Kunden eine wachsende Anzahl deutscher Kindle-Titel auf Amazon.com zur Verfügung stellen zu können."
Amazons Kindle startete am 19. Oktober 2009 in Deutschland. Seit Januar 2010 ist auch Amazons großer E-Book-Reader Kindle 2 international erhältlich . Allerdings wird auch dieses Gerät aus den USA verschickt, weshalb es international teurer ist als in den USA.
Knaur-Sprecherin Ira Zeitzen sagte im Oktober 2009 Golem.de, dass der US-amerikanische E-Book-Vertrag von Amazon wegen preisbindungsrechtlicher Probleme angepasst werden müsse . Die Verlage wollten eine Preisbindung auch für E-Books. Erst Ende 2010 habe Amazon mündlich die Einhaltung der Preisbindung zugesichert. Ein weiterer Streitpunkt war die Unterstützung des ePub-Formats.
Buchreport hatte schon zuvor berichtet(öffnet im neuen Fenster) , dass mehrere Akteure der Branche noch im Frühjahr 2011 ein deutsches Programm auflegen würden.
Nachtrag vom 23. Februar 2011, 12:38 Uhr
Wie Buchreport berichtet(öffnet im neuen Fenster) , könnte Amazon Deutschland den Kindle noch im Frühjahr lokalisiert in Deutschland starten.
Die Bertelsmann-Tochter Arvato Systems habe eine vierstellige Zahl an Buchtiteln an Amazon Deutschland ausgeliefert. Darunter ist der Heyne-Verlag mit 400 Titeln. Die Preise liegen zwischen 20 und 45 Prozent unter der Taschenbuchausgabe. Die Verlage mussten sich laut dem Bericht verpflichten, dass die E-Books nicht teurer angeboten werden dürfen als für 70 Prozent der günstigsten Printausgabe. Diese Vorgabe sei aber verhandelbar.
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