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Playstation 3: Hat Sony "Other OS" zu Unrecht entfernt?

Im Rechtsstreit zwischen Sony Computer Entertainment America und Verbrauchervertretern um die "Other OS"-Funktion der PS3 gibt es einen Zwischenstand - Sony hat sich nur teilweise durchgesetzt. Fast gleichzeitig hat Hacker George 'Geohot' Hotz um Spenden für bessere Anwälte gebeten.
/ Peter Steinlechner
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Ein kalifornisches Gericht hat eine Sammelklage von Verbrauchervertretern gegen Sony Computer Entertainment America (SCEA) in weiten Teilen zurückgewiesen. Dabei ging es um die "Other OS"-Funktion auf der Playstation 3 , die Sony im März 2010 auf Konsolen entfernt hatte, auf denen Firmware 3.21 oder höher installiert wurde. In einem Punkt allerdings konnten sich die Anwälte von SCEA laut Groklaw.net(öffnet im neuen Fenster) nicht ganz durchsetzen: Richter Richard Seeborg hat den Verbrauchervertretern die Möglichkeit gegeben, innerhalb von 20 Tagen eine neue Klage im gleichen Fall einzureichen.

In einem neuen Verfahren wird ausschließlich die - zentrale - Frage verhandelt, ob Sony beim Löschen des "Other OS"-Menüpunkts gegen den Computer Fraud and Abuse Act(öffnet im neuen Fenster) (CFAA) verstoßen hat. Ziel dieses amerikanischen Gesetzes ist es, Computersysteme vor unbefugtem Zugriff zu schützen.

Die Rechtsanwälte von SCEA hatten bei ihrer Verteidigung argumentiert, dass Besitzer einer PS3 ja nicht gezwungen wurden, die Firmware zu installieren, die "Other OS" entfernt. Außerdem habe SCEA die Funktion zwar beworben, aber unter rechtlichen Gesichtspunkten sei man nur während der Garantiezeit von einem Jahr verpflichtet, sie zu unterstützen. Ob die Kläger den Rechtsstreit fortsetzen, ist noch nicht entschieden.

Das Verfahren hat im gleichen Gericht stattgefunden, das auch die Klage von SCEA gegen den Hacker George 'Geohot' Hotz verhandelt. Der hat mittlerweile auf seiner Webseite um finanzielle Unterstützung(öffnet im neuen Fenster) gebeten, um "einige der schlagkräftigsten verfügbaren Anwälte" zu engagieren. Inzwischen ist nach seinen Worten ausreichend Geld eingegangen, um den Prozess vorerst weiterzuführen.

In mehreren Foren gibt es unterdessen Gerüchte, dass andere Hacker eine Möglichkeit gefunden haben, vom Playstation Network ausgesperrte , modifizierte Konsolen wieder bei dem Onlinedienst von SCEA anzumelden. Laut Destructoid.com(öffnet im neuen Fenster) ist es sogar möglich, die Nutzerkonten von anderen PSN-Mitgliedern zu sperren, wozu allerdings die Geräte-Identifikationsnummer von deren PS3 vorliegen müsse. Sony hat sich zu den Berichten bislang nicht geäußert.


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