Revolten: Auch Libyen lässt Internet abschalten
In der vergangenen Nacht hat die libysche Regierung die Internetverbindung des Landes abschalten lassen. Das berichten die Analysten des US-Unternehmens Renesys(öffnet im neuen Fenster). Die Abschaltung erfolgte um 01:18 Uhr Ortszeit am 19. Februar 2011. Um 08:01 Uhr Ortszeit sei die Verbindung schrittweise wieder hergestellt worden, erklärte James Cowie von Renesys im Blog des Unternehmens. "Wir fragten uns, ob jemand Ägyptens Strategie wiederholen würde. Heute scheinen wir die Antwort bekommen zu haben."
In Ägypten hatte die Regierung erfolglos versucht, die Massenproteste mit der Abschaltung des Internets und des Mobilfunks einzudämmen.
Nach der Revolution in Tunesien gibt es Massenproteste in Ländern wie Ägypten, Jordanien, Jemen, Algerien, Bahrain, Syrien und Iran. Oberst Muammar al-Gaddafi ist in Libyen mit den größten Protesten seit Beginn seiner Herrschaft konfrontiert. Seit Dienstag haben die Demonstrationen gegen Korruption, Arbeitslosigkeit und politische Unterdrückung stark zugenommen. Bei der brutalen Niederschlagung in mehreren Städten des Landes gab es viele Tote. Amnesty International berichtete über 46 Opfer, die US-Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat nach eigenen Angaben von Augenzeugen von 84 Toten erfahren. Die Menschenrechtsorganisation berichtet auch von Ausfällen oder Blockaden des Mobilfunks. Das Signal des Senders Al Jazeera(öffnet im neuen Fenster) wird blockiert.
In der Rangliste für Pressefreiheit(öffnet im neuen Fenster) der Organisation Reporter ohne Grenzen vom 20.10.2010 liegt Libyen auf Platz 160 von 178 Staaten. In nur 18 Staaten, darunter China, Nordkorea und Iran, ist die Unterdrückung noch stärker.
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