Spieletest Black Mirror 3: Der Fluch hat ein Ende

Fließender kann ein Übergang kaum sein: Black Mirror 3 setzt nur wenige Minuten nach dem Ende des im September 2009 veröffentlichten zweiten Teils an. Damals waren Spieler ob des überraschenden und abrupten Endes inmitten eines Großbrandes noch ziemlich verwirrt, nun dürfen sie fast nahtlos weiterknobeln - wobei die Probleme von Hauptfigur Darren Michaels tendenziell eher größer als kleiner geworden sind. Das Schloss brennt, Michaels selbst hat eine Fackel in der Hand, rennt panisch umher und wird kurze Zeit später von der Polizei festgenommen. Keine gute Ausgangslage.

Einsteiger seien gewarnt: Wer die ersten beiden Adventures nicht gespielt hat, dürfte in den ersten Stunden kaum in den dritten Teil hineinfinden. Zwar ist die Story rund um einen Familienfluch, der seit dem 13. Jahrhundert besteht und ein altes Adelsgeschlecht zu den mysteriösesten Taten getrieben hat, eine der Hauptstärken des Spiels. Nur geben sich die Entwickler gar keine Mühe, durch Rückblenden oder Erklärungen Licht in die Geschehnisse zu bringen. Wer Darren Michaels hier erstmals trifft, wird mit den Wahnvorstellungen, Stimmen aus dem Jenseits, Besuchen beim Psychiater und diversen Mystery-Klischees wenig anfangen können.







Serienveteranen erfreuen sich hingegen an der Rückkehr zum Black Mirror Castle und seiner Umgebung - viele Schauplätze drinnen und draußen, die diesmal im Mittelpunkt stehen, sind auch schon aus Teil 1 bekannt.
Gelungene Steuerung und Sprachausgabe
Bekannt ist auch die solide Technik und hervorragende Steuerung, vom schnellen Verlassen von Räumen über die Hotspot-Anzeige bis hin zum intelligenten Mauszeiger hat das Spiel fast alle Annehmlichkeiten eines gelungenen Adventures zu bieten. Das ist allerdings auch bitter nötig, um Frust zu vermeiden: Der hohe Schwierigkeitsgrad gepaart mit dem vollen Inventar geben dem Spieler regelmäßig harte Kopfnüsse zu knacken, die auch immer wieder ein Absuchen der Umgebungen und häufiges Besuchen der gleichen Orte notwendig machen.







Die Grafik von Black Mirror hat sich über die Jahre nur wenig verbessert, lässt trotz schöner Hintergründe vor allem stimmige Animationen vermissen und wirkt teils antiquiert. Die hervorragende deutsche Sprachausgabe der teils ausufernden Dialoge hingegen war schon immer eine Klasse für sich und ist es auch diesmal wieder, gepaart mit der ebenfalls sehr atmosphärischen Soundkulisse.
Black Mirror 3 kostet etwa 30 Euro, das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 16 Jahren erhalten. Auf der offiziellen Seite(öffnet im neuen Fenster) steht eine spielbare, rund 833 MByte große PC-Demoversion zum Download bereit.
Fazit
Keine Steigerung, aber trotz etwas abrupten Endes ein würdiger Abschluss: Black Mirror 3 kann die Faszination des ersten Teils nicht übertrumpfen, bietet aber wieder knackige, sehr stimmungsvoll inszenierte Rätsel. Neueinsteiger wird die esoterisch-mystische Geschichte kaltlassen - da bleibt nur der Griff zum mittlerweile günstig verfügbaren ersten Spiel der Reihe. Wer die bisherigen Teile gespielt hat und mochte, wird aber auch mit dem soliden Finale zufrieden sein.



