Blackberry Playbook ausprobiert: WebOS lässt grüßen

Das Blackberry Tablet OS im Blackberry Playbook setzt auf den Mikrokernel Neutrino von QNX. Das System ist vor allem im Industriebereich verbreitet. Der Hersteller will von der dadurch garantierten Stabilität und Sicherheit profitieren, denn das Betriebssystem ist nach Common Criteria EAL 4+ zertifiziert.

Bei der Bedienoberfläche hat sich Research In Motion (RIM) klar von Palms WebOS inspirieren lassen. In beiden Welten laufen die Programme in Fenstern respektive Karten, wie sie Palm nennt. Auf dem Startbildschirm sind die Applikationen in einem Vorschaufenster zu sehen und der Nutzer hat so einen Überblick über die laufenden Programme und kann bequem zwischen diesen wechseln.






Auch die Wischgesten aus WebOS wurden zum Großteil übernommen. So wird die aktuelle Anwendung verkleinert, indem der Finger von unten in den Bildschirm gezogen wird. Die gleiche Geste öffnet und schließt den Programmstarter, wenn der Startbildschirm aktiv ist. Auch dieses Verhalten gleicht dem aus der WebOS-Welt. Mit einem Fingerstrich von oben in den Bildschirm hinein öffnet sich ein Konfigurationsmenü, mit dem Einstellungen am Gerät vorgenommen werden können.
Durch Multitasking laufen Anwendungen im Hintergrund weiter. Bei einer Vorführung des Blackberry Playbook auf dem Mobile World Congress funktionierte das mit einem laufenden Video noch nicht ganz perfekt: Das entsprechende Fenster zeigte das Video oftmals nicht, es wurde aber kontinuierlich ohne Verzögerungen weitergespielt.
Zum Beenden einer Anwendung genügt es, diese wie bei WebOS nach oben aus dem Bildschirm zu schieben. Das Gerät unterstützt Multitouchgesten und kann sowohl im Quer- als auch im Hochformat bedient werden. Die Hochformatsteuerung war allerdings bei dem gezeigten Modell noch nicht implementiert. Ob die Querformatbedienung dann auch wie beim Blackberry Torch in allen Anwendungen funktioniert, ist noch nicht bekannt.
Applikationen starten träge
Insgesamt könnte das System etwas schneller reagieren. Die Animationen etwa beim Programmstart sind vergleichsweise lang, immerhin fällt dadurch kaum auf, dass es immer zwei bis drei Sekunden dauert, bis eine Applikation gestartet ist. Viel zu lange brauchte allerdings der Browser, der erst nach einer Wartezeit von fünf Sekunden gestartet war. Hier scheint das Blackberry Tablet OS das gleiche Problem wie WebOS zu haben: Der Programmstart dauert oftmals zu lange. Ob RIM als Hersteller bis zur Markteinführung daran noch Optimierungen vornimmt, ist nicht bekannt.






Das Abspielen von Flash-Videos im Browser funktionierte tadellos. Es gab keine Verzögerungen und das System wirkte davon nicht ausgebremst. Das Blackberry Playbook soll gleich vorinstalliert mit dem Autorennspiel Need for Speed Hot Pursuit von Electronics Art auf den Markt kommen. Bei einer Demo am RIM-Stand lief schon eine Vorversion des Spiels sehr flüssig und ruckelfrei.
Das Tablet wird über den 7 Zoll großen Touchscreen gesteuert, der eine Auflösung von 1.024 x 600 Pixeln hat. Auf der Displayseite gibt es eine 3-Megapixel-Kamera für Videokonferenzen. Die Hauptkamera liefert eine Auflösung von 5 Megapixeln. Der integrierte Dual-Core-Prozessor arbeitet mit einer Taktrate von 1 GHz und der Arbeitsspeicher ist 1 GByte groß. Das Vorführmodell hatte 16 GByte Flash-Speicher, einen Speicherkartensteckplatz gibt es nicht.
Das Tablet hat einen HDMI-Ausgang sowie einen Micro-USB-Anschluss, um den integrierten Akku zu laden. Außerdem ist eine 3,5-mm-Klinkenbuchse vorhanden. Neben dem Ein-Aus-Schalter befinden sich Lautstärketasten sowie ein Knopf zum Pausieren der Wiedergabe von Videos oder Musik. WLAN wird nach 802.11 a/b/g/n unterstützt und Bluetooth 2.1 + EDR ist dabei. Das Tablet kann in Kombination mit einem Blackberry-Smartphone genutzt werden.
Es dauert noch mindestens bis Juni 2011, bis das Blackberry Playbook(öffnet im neuen Fenster) in Deutschland auf den Markt kommt. Was das Tablet dann kosten wird, wollte der Hersteller noch nicht im Detail verraten. Bekannt ist nur, dass der Preis aber bei unter 500 US-Dollar liegen soll.



