Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Microsoft-Nokia: "Aufrecht in den Untergang"

MWC2011
Das Bündnis zwischen Microsoft und Nokia ist ein Topthema bei den Fachbesuchern auf dem Mobile World Congress 2011 gewesen. Wir haben sie gefragt, ob sie die Allianz genauso kritisch sehen wie die Golem.de-Leser.
/ Achim Sawall
94 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Elop verkündet Partnerschaft (Bild: Nokia)
Elop verkündet Partnerschaft (Bild: Nokia)

Zu spät oder vielversprechend, eine "bedeutende Veränderung" für die gesamte Branche oder der zum Scheitern verurteilte Versuch zweier "angeschlagener Firmen", sich gegenseitig "an den Haaren aus dem Sumpf" zu ziehen: Für die Besucher des Mobile World Congress 2011(öffnet im neuen Fenster) in Barcelona ist die Nokia-Microsoft-Allianz eine interessante neue Entwicklung mit unsicherem Ausgang. Die Gruppe der Kritiker und Befürworter ist beinahe gleich groß. Ablehner sehen das Bündnis als einen zu späten Versuch von Nokia, eine Wende zu vollziehen. Befürworter erwarten, dass die beiden Weltmarktführer die Branche umkrempeln. In den Kommentaren bei Golem.de überwiegen die Skeptiker.

Microsoft brauche eine Stärkung für sein Betriebssystem Windows Phone 7, wofür der Weltmarktführer genau der richtige Partner sei, sagte ein Befragter auf dem Mobile World Congress 2011. Eine IT-Managerin erwartet mit der Allianz eine wesentliche Veränderung für die gesamte Mobilfunkbranche. "Wir sehen dadurch für die Zukunft Synergien und bedeutende Veränderungen. Ich bin sehr optimistisch", sagte die junge Frau. Dass die beiden Konzerne nicht dem Android-Mainstream folgten, sah ein weiterer Messebesucher positiv.

Bündnis von Microsoft und Nokia – was die Branche denkt...
Bündnis von Microsoft und Nokia – was die Branche denkt... (07:46)

Skeptiker hielten das Bündnis für zu spät, um noch etwas bewirken zu können. "Beide Firmen verlieren derzeit Marktanteile. Ich habe da keine rosigen Zukunftsprognosen", lautete ein Einwand. Eine Minderheit sorgte sich wegen der bei Nokia anstehenden Massenentlassungen.

Auch unter den Golem.de-Lesern wurde das Thema intensiv diskutiert. Hier überwogen diejenigen, die "Mokia" nicht für erfolgversprechend hielten. Einer von ihnen sah das Bündnis als Versuch zweier angeschlagener Firmen, sich gegenseitig "an den Haaren aus dem Sumpf" zu ziehen. Es bleibe abzuwarten, ob daraus "wirklich innovative Geräte und Services" entstünden, oder ob das Bündnis der "bloße Versuch sei, das lahmende Windows Phone 7 mit der rückständigen Technik der Firma Nokia zu verkaufen". Ein weiterer Kritiker schrieb: "Es geht vielmehr darum, ob sich Nokia mit Microsoft noch einmal retten kann auf dem Weltmarkt." Der gute Name sei bereits futsch.

"Beide hetzen neuen Trends hinterher und positionieren ihre Produkte erst, wenn der Markt schon aufgeteilt und durchdrungen ist", argumentierte ein Leser. Ein Gegner von Steve Ballmer meinte, dieser führe Microsoft "aufrecht in den Untergang". Ein weiteres Untergangsszenario zeichnete ein Leser mit den Worten: "Auf dem Deck der Titanic wurden die Liegestühle umgestellt. Volle Kraft voraus und Schiff ahoi."

Ein Befürworter meinte, Windows Phone 7 sei noch jung und könne trotz der Startprobleme von Microsoft noch zu einem guten Smartphone-Betriebssystem weiterentwickelt werden. Dass dies möglich sei, habe Microsoft bereits mit Windows 7 bewiesen. Ein anderer schrieb: "Windows Phone ist doch im Wachsen begriffen und mit Nokia im Bunde wird es sich noch schneller verbreiten."

Falls Microsoft Nokia weitgehende Änderungen an Windows Phone 7 erlaube, könnte sich der finnische Hersteller tatsächlich von der Konkurrenz abheben, argumentierten andere. Dies lasse sich jedoch erst beurteilen, wenn die ersten Windows-Phone-7-Geräte von Nokia fertig sind – und das dauert noch.


Relevante Themen