Ratekönig Computer: Watson dominiert bei Jeopardy
Der von IBM entwickelte Computer Watson(öffnet im neuen Fenster) hat sich in der Quizshow Jeopardy(öffnet im neuen Fenster) durchgesetzt. Er erspielte in den drei Raterunden deutlich mehr Geld als seine beiden menschlichen Herausforderer. Zwar wussten bei vielen Fragen alle drei Kandidaten die Antwort, aber Watson war meist schneller als die Konkurrenten.
Maschine schlägt Mensch
Die erste Runde am Montag ging noch recht knapp aus: Watson erspielte 5.000 US-Dollar, ebenso wie Brad Rutter. Ken Jennings musste sich gegenüber den beiden mit einer Summe von 2.000 US-Dollar geschlagen geben. Am Dienstag und Mittwoch dominierte der Computer: Nach der Raterunde am Dienstag lag er mit 35.734 US-Dollar deutlich vor Rutter mit 10.400 US-Dollar und Jennings mit 4.800 US-Dollar.

Nach dem letzten Wettkampf hatte Watson fast doppelt so viel Geld erspielt wie seine beiden Gegner zusammen: Er lag bei 77.147 US-Dollar. Jennings kam auf Rang zwei mit 24.000 US-Dollar, Rutter folgte mit 21.600 US-Dollar. Rutter und Jennings sind die erfolgreichsten Jeopardy-Spieler: Rutter hat als Einzelspieler mit über 3,2 Millionen US-Dollar die höchste Gewinnsumme erspielt. Jennings hat mit 74 Siegen die größte Gewinnserie geschafft.
Naht die Singularität?
Damit stellt sich die Frage, ob Computer schlauer sind als Menschen – Futurologen wie Ray Kurzweil gehen davon aus, dass Maschinen in absehbarer Zeit die Menschen übertreffen werden. Tatsächlich stellt Jeopardy für einen Computer eine besondere Herausforderung dar: Es wird eine Antwort vorgegeben, zu der die Spieler die entsprechende Frage formulieren müssen. Dabei sind oft Wortspiele oder Hintersinn gefragt. Darin sind Computer dem Menschen normalerweise unterlegen.
Watson verfügt über eine Technik, mit der er natürliche Sprache zerlegt und analysiert. Anschließend durchforstet er eine riesige Wissensdatenbank, die IBM-Entwickler angelegt haben. Dann prüft er, ob er dem Ergebnis der Suche traut, und betätigt den Summer. Er beantworte zwar eine Frage, erklärt IBM in seinem Blog Smarter Planet(öffnet im neuen Fenster) , aber er verstehe sie nicht wirklich.
Der Mensch ist schlauer
Deep QA, die Technik, die Watson einsetzt, sei "ein Werkzeug, um die Fähigkeiten der Menschen zu erweitern, nicht aber eines, um diese zu ersetzen oder zu kontrollieren" , beruhigt IBM. Das Unternehmen entwickle Maschinen, die das, was Menschen tun, besser, schneller und günstiger erledigten. Das gebe den Menschen die Chance, ihre Arme und ihr Denken für andere Zwecke zu nutzen. David Ferrucci, der die Entwicklung von Watson begleitet hat, ist sogar sicher, dass die menschliche Intelligenz der des Computers weiterhin überlegen sein wird.
IBM will Deep QA in Kooperationen mit acht Universitäten in den USA und Italien weiterentwickeln . Beim Finale des Ratewettkampfes hat IBM zudem bekanntgegeben, dass das Softwareunternehmen Nuance Communication diese Technik künftig für Anwendungen im Gesundheitsbereich einsetzen wird, berichtet die BBC(öffnet im neuen Fenster) . Das Unternehmen entwickelt und vertreibt die Spracherkennungssoftware Dragon Naturally Speaking . Nuance hat auch früher schon Spracherkennungstechnik von IBM gekauft .



