Internet und Gesellschaft: Google baut Forschungsinstitut in Berlin

Der Internetkonzern Google plant ein wissenschaftliches Institut für Internet und Gesellschaft in Berlin. Das gab der scheidende Google-Chef Eric Schmidt in einem Gastartikel in der Welt(öffnet im neuen Fenster) bekannt. Schmidt spricht heute an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Google werde das Projekt "mit erheblichem finanziellem Aufwand" betreiben, kündigte Schmidt an. Dabei werde der US-Konzern mit führenden akademischen Institutionen zusammenarbeiten, um die Zukunft des Internets auf drei Feldern zu untersuchen: internetbasierte Innovationen, politische Rahmenbedingungen sowie die damit verbundenen rechtlichen Aspekte, sagte er.
Zudem will Google Deutschland seine Teams in den Bereichen Vertrieb und Engineering in Deutschland kräftig erweitern, sagte Schmidt. Im November 2010 waren bei Google Deutschland 83 Stellen unbesetzt .
Der deutsche Industriesektor habe im vergangenen Jahr einen bemerkenswerten Aufschwung aus der Rezession erlebt, begründete Schmidt die Standortwahl. Der Grund dafür sei, dass das Land nicht auf kostengünstige Produktion und kurzfristige Profite gesetzt habe. Deutschland habe in vielen Branchen eine Vorreiterrolle gespielt. Schmidt: "Es spricht einiges dafür, dass es eine solche Rolle auch im Internet einnehmen kann."
Schmidt hat vor seiner Zeit bei Google in den Bell Laboratories und im Xerox Palo Alto Research Center (PARC) gearbeitet. Seinen Posten als Vorstandsvorsitzender hat Schmidt vermutlich wegen Meinungsverschiedenheiten mit den Konzerngründern aufgegeben. Larry Page übernimmt ab April 2011 selbst die Konzernführung. Der 55-jährige Milliardär Schmidt plane, seinen neuen Job als Aufsichtsratschef binnen eines Jahres aufzugeben, um sich ein neues Betätigungsfeld zu suchen. Er hält am 16. Februar einen Vortrag an der Humboldt-Universität zu Berlin(öffnet im neuen Fenster) über das Thema "Google in Europe: Innovations for a digital future" .



