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Tegra-Roadmap: Nvidia zeigt Tegra 3 mit Quad-Core für Retina-Tablets

MWC2011
In Barcelona hat Nvidia den Prototyp eines Tablets mit dem hauseigenen Quad-Core-Prozessor "Kal-El" vorgeführt. Der Chip soll noch 2011 auf den Markt kommen und mehr Tempo und höhere Auflösungen bei Tablets ermöglichen.
/ Nico Ernst
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Nvidias Tegra-Roadmap
Nvidias Tegra-Roadmap

Wie Nvidia in einem Blogpost(öffnet im neuen Fenster) erklärt, wird der erste Tegra-Quad-Core mit dem Codenamen "Kal-El" erst seit zwölf Tagen hergestellt. Er wird bereits in Musterstückzahlen ausgeliefert, im August 2011 sollen erste Tablets damit erscheinen, Smartphones erst gegen Ende des Jahres. Dass sich offenbar die Gerätehersteller so sehr für den Chip interessieren, dürfte an dessen hoher Leistung liegen: Laut Nvidias eigenen Benchmarks schlägt Kal-El einen Core 2 Duo der ersten Generation schon knapp. Nvidia vergleicht dabei aber den vor viereinhalb Jahren erschienenen und längst nicht mehr erhältlichen Core 2 Duo T 7200 ( Merom-Kern ) mit 2 GHz mit Kal-El.

Webbrowser mit Tegra 3 alias Projekt Kal-El
Webbrowser mit Tegra 3 alias Projekt Kal-El (00:53)

Kal-El soll fünfmal schneller sein als der bereits erhältliche Tegra 2 – was die Grafik betrifft. In Nvidias Benchmarks kam er jedoch nur auf knapp die doppelte Leistung bei CPU-intensiven Aufgaben. Immerhin konnte der Chiphersteller mit einem nicht zufällig "NVBench" genannten eigenen Test zeigen, dass vom Webbrowser des Prototyp-Tablets alle vier Kerne ausgelastet wurden. Details zur verwendeten Software verriet Nvidia nicht – ob beispielsweise Android 3.0 schon vier Kerne so effektiv nutzen kann wie gezeigt, ist damit noch nicht sicher.

Zur Architektur von Kal-El verriet Nvidia auch sonst wenig. Eine konkrete Angabe machte das Unternehmen nur noch zum Grafikkern. Er soll zwölf Rechenwerke besitzen, der bisherige " ULP Geforce " des Tegra 2 besteht aus je vier Einheiten für Vertices und Pixel. Ob Nvidia mit Kal-El zu den bei PC-Grafiklösungen schon lange üblichen "unified shaders" wechselt, ist noch nicht abzusehen.

Roadmap bis 2014

Nvidias jetzige Angaben decken sich auch nicht mit inoffiziellen Daten zum Tegra 3 , die im Januar 2011 aufgetaucht waren. Damals war von der dreifachen Grafikleistung die Rede, und nur von FullHD. Auch, ob der Quad-Core-Tegra auf Cortex-A9-Kerne setzt, hat Nvidia nun nicht bestätigt.

Die Grafik- und Videoleistung des nächsten Tegra soll so hoch sein, dass auch ein Tablet Videos mit mehr als Full-HD abspielen kann. Nvidia zeigte das mit einem Film in 1440p, also 2.560 x 1.440 Pixeln. Dieser wurde gleichzeitig auf dem Display des Prototyps mit 1.366 x 768 Pixeln wie auf einem externen 30-Zoll-Monitor mit 2.560 x 1.600 Pixeln abgespielt. Die Skalierungs- und Decodierungsfähigkeiten von Kal-El dürften also recht umfangreich sein.

Im Gespräch mit PCMag(öffnet im neuen Fenster) nannte Nvidias Mobile-Chef Phil Carmack als Einsatzbereich auch wörtlich "retina tablets" für Geräte mit 10-Zoll-Display, die dann 300 dpi Pixeldichte erreichen sollen. Den Begriff "retina" hatte Apple für das Display des iPhone 4 geprägt, weil es bei sinnvollem Betrachtungsabstand keine einzelnen Pixel mehr erkennen lässt.

Coremark von Tegra 3
Coremark von Tegra 3 (00:59)

Die Akkulaufzeiten von Geräten mit dem neuen Tegra sollten sich gegenüber Tegra 2 kaum verändern, sagte Phil Carmack gegenüber PCMag: "Alles, was man mit Tegra 2 machen kann, läuft auf Kal-El mit weniger Strom" . Weitere Details, etwa zur Strukturbreite, verriet Nvidia nicht. Qualcomm will mit seinem ersten ARM-Quad-Core 2012 mit 28 Nanometern starten.

Mit der Ankündigung von Kal-El legte Nvidia auch eine Roadmap für seine Tegra-SoCs vor, von denen jedes Jahr ein neues erscheinen soll. Nach Kal-El kommt 2012 Wayne, darauf folgen Logan und Stark. Die Rechenleistung soll sich dabei laut Nvidias Grafik exponentiell entwickeln. Wenn die Versprechen hinsichtlich Kal-El gehalten werden, dürfte sich die Leistung also jedes Jahr verdoppeln.


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