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Petitpetit: Android mal anders

MWC2011
People, Things, Places und Time (PTPT) – oder auch petitpetit – heißt ein alternatives Bedienkonzept für Touchscreen-Geräte wie Tablets und Smartphones. Die Münchner Firma ExB will damit den Umgang mit Computern revolutionieren – muss aber noch an der Stabilität des in Entwicklung befindlichen Android-Aufsatzes arbeiten.
/ Christian Klaß
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ExB zeigt petitpetit(öffnet im neuen Fenster) in Barcelona auf einem Galaxy Tab und einem Dell Streak. Das alternative Userinterface erlaubt es, Informationen unabhängig von Anwendungen und Dateiformaten in sinnvolle Bezüge zueinander zu bringen. Informationen werden unabhängig von ihren Anwendungen dargestellt. Petitpetit unterteilt Informationen dabei in vier Kategorien: Personen (People), Dinge (Things), Orte (Places) und Zeit (Time).

Die Kategorien können direkt über den veränderten Android-Homescreen aufgerufen werden. Über die Touch-Bedienung lassen sich Elemente aus den Kategorien verknüpfen und neue Schnittmengen bilden. So lassen sich etwa alle Personen anzeigen, die bei einem bestimmten Unternehmen arbeiten. Zu diesem können durch Verknüpfung mit Places auch aktuelle Nachrichten angezeigt werden.

Alternative Android-Oberfläche PTPT in Aktion auf dem Mobile World Congress 2011
Alternative Android-Oberfläche PTPT in Aktion auf dem Mobile World Congress 2011 (03:28)

Die Kategorien sind dabei sehr weit gefasst – unter Personen finden sich beispielsweise nicht nur eigene Kontakte, sondern auch Künstler, deren Musik man hört. Wer eine Person anklickt, kann ihr auch gleich eine E-Mail oder SMS schreiben, ohne dazu erst eine separate Anwendung anwählen zu müssen.

Unter Orten finden sich zudem nicht nur private und berufliche Adressen, sondern auch Orte, denen selbst geknipste Fotos zugeordnet wurden. Fotos wiederum zählen zur Kategorie Things, die als Liste und Vorschau dargestellt werden.

Mit seinem Bedienkonzept will ExB weg vom "Silo-Prinzip der anwendungsspezifischen Datenbanken" und hin zu einem anwendungsunabhängigen gemeinsamen Informationspool. Dazu ist ein Parsen und Erkennen der Daten vonnöten. Diese stammen nicht nur aus Anwendungen, sondern auch aus Facebook und Mailkonten.

ExB-Chef Dr. Ramin Assadollahi geht davon aus, dass petitpetit durch den Ansatz sein eigenes Ecosystem schaffen kann – entsprechend ist auch ein eigener App Store geplant. Entwicklern soll ein SDK zur Verfügung gestellt werden, um auch externe Anwendungen auf petitpetit anpassen zu können.

In Barcelona zeigt ExP eine aktuelle, ab und an abstürzende Betaversion auf dem Samsung Galaxy Tab und dem Dell Streak. Für Android-Geräte soll petitpetit ab Oktober 2011 fertiggestellt sein und dann auch schneller laufen, als es bisher der Fall ist. Vermutlich wird petitpetit dann für Interessierte kostenlos über den Android Market angeboten werden – ein geschlossener Betatest(öffnet im neuen Fenster) läuft bereits.

Ziel von ExB ist es, Hardwarehersteller davon zu überzeugen, die Software auf ihren Geräten vorzuinstallieren. Als Mindestvoraussetzung wird Android 1.6 angegeben. Derzeit konzentriert sich das Unternehmen zwar auf die Android-Plattform, will aber später auch eine Windows-Version von petitpetit anbieten.


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