W3C

HTML5 soll erst 2014 fertig werden

Während sich die Browserhersteller einen Wettstreit um die beste HTML5-Unterstützung liefern, nimmt sich das W3C mehr Zeit, um den Standard fertigzustellen. Erst 2014 soll HTML5 verabschiedet werden, kündigt das W3C offiziell an.

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W3C: HTML5 soll erst 2014 fertig werden

Der W3C hat einen konkreten Zeitplan für die Fertigstellung des neuen Webstandards HTML5 vorgelegt. Demnach soll im Mai 2011 ein sogenannter "Last Call" gestartet werden, eine letzte Aufforderung, Kommentare zum aktuellen HTML5-Entwurf einzureichen. Die HTML-Arbeitsgruppe des W3C soll anschließend Erfahrungen mit der Implementierung des Standards sammeln. Parallel soll eine umfassende Testsuite entwickelt werden, um eine breite Interoperabilität der gesamten Spezifikation sicherzustellen.

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Dieser Status einer breiten Interoperabilität soll 2014 erreicht werden, wenn HTML5 als W3C Recommendation in den Status eines Webstandards erhoben werden soll.

Das W3C betont in seiner Ankündigung wiederholt, wie wichtig eine breite Interoperabilität für das Web ist. HTML5 sei dabei ein Anker für die "Open Web Platform", auf den sich viele andere Techniken und Standards beziehen. Daher soll mit der geplanten Testsuite ein extrem hohes Maß an Interoperabilität sichergestellt werden. Damit will das W3C frühere Fehler nicht wiederholen, denn HTML leidet noch heute an den unterschiedlichen Auslegungen der Browserhersteller. Das soll mit HTML5 besser werden.

Geht es nach dem W3C, wird HTML5 ein Standard für viele Industrien, der über Jahre Bestand hat.

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Parallel zu den abschließenden Arbeiten an HTML5 soll die HTML-Arbeitsgruppe des W3C aber an künftigen HTML-Versionen arbeiten, so WWW-Erfinder und W3C-Direktor Tim Berners-Lee. Die von den Browserherstellern Mozilla, Opera und Apple gegründete WHATWG, die die Entwicklung von HTML5 angeschoben hat, strebt unterdessen ein anderes Modell an. Sie kündigte im Januar 2011 ein neues Entwicklungsmodell für HTML an: Die WHATWG betrachtet ihre HTML-Spezifikation als "lebendigen Standard", nicht mehr nur als Entwurf (Draft). Die Spezifikation sei reifer als jede andere HTML-Spezifikation, erklärte die WHATWG. Eine Versionsnummer soll es nach dem Willen der WHATWG für HTML künftig nicht mehr geben.

So ist die HTML-Spezifikation der WHATWG mittlerweile nur noch mit HTML statt mit HTML5 überschrieben. Die WHATWG verkündete damit endgültig den Abschied vom Snapshot-Modell mit gelegentlichen "Call for Comments" und "Call for Implementations"; sie sieht HTML5 nur als "Snapshot von HTML", denn HTML5 ist nach Ansicht der WHATWG noch lange nicht komplett. Sie arbeitet weiter an neuen Funktionen für HTML5, die in ihre eigene HTML-Spezifikation einfließen. Diese unterscheidet sich dadurch zunehmend von der HTML5-Spezifikation des W3C.

So findet sich in der HTML-Spezifikation der WHATWG beispielsweise das neue Element device, das Webapplikationen Zugriff auf ein Gerät gewährt, beispielsweise eine integrierte Kamera. Das neue Attribut ping ist für Hyperlink-Auditing gedacht. Damit lassen sich URLs festlegen, die angepingt werden, wenn ein Nutzer auf einen Link klickt. Auch das Format WebVTT (Web Video Text Tracks) ist Teil der Spezifikation. Damit sollen beispielsweise externe Untertitel eingebunden werden. Hinzu kommen Regeln, um HTML in Atom umzuwandeln, und die Funktion cssElementMap.

Derzeit beteiligen sich im Rahmen des W3C rund 50 Organisationen und rund 400 Einzelpersonen aus aller Welt an der Entwicklung von HTML5.

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