Abo
  • IT-Karriere:

Open Source

Auswärtiges Amt will zurück zu Windows

Das Auswärtige Amt plant, die Rechner der Mitarbeiter von offener auf proprietäre Software umzustellen. Grund für den Wechsel sollen fehlende Treiber, mangelnde Akzeptanz bei den Mitarbeitern und fehlende Kompatibilität zu anderen Ressorts sein.

Artikel veröffentlicht am ,
Open Source: Auswärtiges Amt will zurück zu Windows

In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage des SPD-Abgeordneten Oliver Kaczmarek bestätigt das Auswärtige Amt, dass es eine erneute Umstellung der Arbeitsplatzrechner von quelloffenen Systemen auf proprietäre Software plant. Staatssekretärin Cornelia Pieper bestätigte auf eine direkte Frage des Abgeordneten Konstantin von Notz von den Grünen im Bundestag die Umstellung ebenfalls.

Stellenmarkt
  1. Haufe Group, Freiburg
  2. MSC Technologies GmbH, Neufahrn bei Freising (bei München)

Als Grund nennt das Ministerium hohe Ausgaben für die Treiberentwicklung und Probleme bei der Softwarekompatibilität zu anderen Ressorts, darunter dem Bundesministerium für Finanzen. Zusätzlich sollen zahlreiche Beschwerden durch Mitarbeiter eine Rolle gespielt haben. Die damalige rot-grüne Regierung hatte die Umstellung auf freie Software 2002 in Auftrag gegeben.

Server sollen weiter mit Open-Source-Software laufen

Ganz will das Ministerium allerdings nicht auf freie Software verzichten: Die Serverinfrastruktur soll mit Open-Source-Software (OSS) weitgehend virtualisiert werden. Zusätzlich sollen bei der Netzwerktechnik und im Bereich Back-Office weiter quelloffene Anwendungen eingesetzt werden.

Die Mehrkosten für die Umstellung seien zu vernachlässigen, heißt es aus Außenminister Guido Westerwelles Ressort. Noch 2007 galt das Auswärtige Amt als sparsamstes Ministerium im IT-Bereich. Im letzten Jahr gab das Außenministerium insgesamt 14,5 Millionen Euro für die IT aus, die sich bei 6.900 festen Mitarbeitern auf etwa 2.000 Euro pro Mitarbeiter umrechnen. Das Finanzministerium veranschlagt hingegen pro Mitarbeiter 93.000 Euro. Die Anpassung an die im Finanzministerium verwendete Software für die Personalverwaltung ist indes ein weiterer Grund für die geplante Umstellung.

Clients sollen zurück zu Windows

Laut Auswärtigem Amt wurde "beim Einsatz von quelloffener Software vielfach Kritik in Bezug auf Bedienerfreundlichkeit und fehlende Funktionalität" geäußert. Im Rahmen eines Mitte 2010 gestarteten Modernisierungsprozesses soll auch die IT-Strategie erneuert werden, so das Auswärtige Amt. "Nicht das technisch Machbare, sondern das für den Nutzer zur Erfüllung seiner Aufgaben Notwendige gibt das Maß für die IT-Entwicklung vor." Die Mehrkosten für Schulungen bei der Umstellung auf Linux seien höher als erwartet ausgefallen.

Zudem habe es "sich jedoch gezeigt, dass Aufwendungen für Anpassungen und Erweiterungen durch selten bereits vorhandene Treiber und Schnittstellen höher sind als beim Einsatz von weit verbreiteten proprietären Produkten (Standardsoftware)."

Geschlossene statt offene Standards

Hier setzt auch Kaczmareks Kritik an: Er stolpert über die Formulierung "Standardsoftware" im Zusammenhang mit proprietärer Software und fragt, ob die Bundesregierung hier einen "unscharfen Begriff" verwendet oder tatsächlich proprietäre Software als Standardsoftware bezeichnet. Zusätzlich wirft er die Frage auf, inwieweit die IT-Sicherheit durch die Umstellung auf Windows gefährdet sei, zumal das Auswärtige Amt weltweit vernetzt ist.

Seltsam auch, dass ausgerechnet das Auswärtige Amt unter der Leitung des FDP-Politikers Westerwelle die Umstellung zu Windows forciert: Im Koalitionsvertrag hatte seine Partei 2009 noch festgelegt, dass geprüft werden soll, wie "die IT des Bundes sich zukünftig an offenen Standards orientieren und dabei auch Open-Source-Lösungen berücksichtigen" könne.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 69,99€ (Release am 25. Oktober)
  2. (-55%) 4,50€
  3. (-50%) 2,50€
  4. 0,49€

Der Held vom... 17. Feb 2011

Wenn ich glauben will, geh' ich in die Kirche. Alles andere weiß ich, bis mir jemand das...

Bigfoo29 17. Feb 2011

Nun, in dem Falle geht es erstmal um Privatpersonen. Die haben i.d.R. alte Hardware und...

ledonz 17. Feb 2011

Ob es sowas gibt oder nicht berührt mich nicht, wenn ich jemanden einen Rechner aufsetze...

Beinemann 17. Feb 2011

ich halte den schritt für richtig, denn gleich mehrere prozesse setzt das in gang: 1...

Der Kaiser! 16. Feb 2011

Willst einen Autovergleich?


Folgen Sie uns
       


Oneplus 7T - Fazit

Das Oneplus 7T ist der Nachfolger des Oneplus 7 - und hat einige interessante Hardware-Upgrades bekommen. Im Test von Golem.de schneidet das Smartphone entsprechend gut ab.

Oneplus 7T - Fazit Video aufrufen
Mädchen und IT: Fehler im System
Mädchen und IT
Fehler im System

Bis zu einem gewissen Alter sind Jungen und Mädchen gleichermaßen an Technik interessiert. Wenn es dann aber um die Berufswahl geht, entscheiden sich immer noch viel mehr junge Männer als Frauen für die IT. Ein wichtiger Grund dafür ist in der Schule zu suchen.
Von Valerie Lux

  1. IT an Schulen Intelligenter Stift zeichnet Handschrift von Schülern auf
  2. 5G Milliardenlücke beim Digitalpakt Schule droht
  3. Medienkompetenz Was, Ihr Kind kann nicht programmieren?

Samsung CRG9 im Test: Das Raumschiffcockpit für den Schreibtisch
Samsung CRG9 im Test
Das Raumschiffcockpit für den Schreibtisch

Keine Frage: An das Curved Panel und das 32:9-Format des Samsung CRG9 müssen wir uns erst gewöhnen. Dann aber wollen wir es fast nicht mehr hergeben. Dank der hohen Bildfrequenz und guten Auflösung vermittelt der Monitor ein immersives Gaming-Erlebnis - als wären wir mittendrin.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Speichertechnik Samsung will als Erster HBM2 in 12 Ebenen und 24 GByte bauen
  2. Samsung Fehler am Display des Galaxy Fold aufgetreten
  3. Samsung Displaywechsel beim Galaxy Fold einmalig vergünstigt möglich

Vision 5 und Epos 2 im Hands on: Tolinos neue E-Book-Reader-Oberklasse ist gelungen
Vision 5 und Epos 2 im Hands on
Tolinos neue E-Book-Reader-Oberklasse ist gelungen

Die Tolino-Allianz bringt zwei neue E-Book-Reader der Oberklasse auf den Markt. Der Vision 5 hat ein 7 Zoll großes Display, beim besonders dünnen Epos 2 ist es ein 8-Zoll-Display. Es gibt typische Oberklasse-Ausstattung - und noch etwas mehr.
Ein Hands on von Ingo Pakalski

  1. Tolino Page 2 Günstiger E-Book-Reader erhält Displaybeleuchtung

    •  /