Abo
  • Services:

Zwei Großmäuler mit einer einzigen Uralt-Maschine

Auch die Zahl der Helfer wurde aufgeblasen, indem Menschen mitgezählt wurden, die sich nur in eine Mailingliste eingetragen hatten. Das Advisory Board von Wikileaks sah ebenfalls besser aus, als es war. Es sei "eine phantastische Konstruktion" gewesen, schreibt Domscheit-Berg. Nur eines der acht Mitglieder habe sich öffentlich zu Wikileaks bekannt: ein Netzaktivist aus Thailand.

Stellenmarkt
  1. Hannoversche Informations­technologien AöR, Hannover
  2. Dataport, Hamburg

Assange und er seien "zwei extrem großmäulige junge Männer mit einer einzigen Uralt-Maschine" gewesen, fasst Domscheit-Berg die Anfangsphase von Wikileaks zusammen. Hätte die Gegenseite das gewusst, "hätte sie eine Chance gehabt, den Aufstieg von Wikileaks zu stoppen."

Die Öffentlichkeit manipulieren

Doch niemand bremste die Entwicklung der Plattform. Den Durchbruch brachte laut Domscheit-Berg das Schweizer Bankhaus Julius Bär. Nachdem Wikileaks 2008 interne Dokumente der Bank veröffentlicht hatte, wurde die Seite Wikileaks.org vom Netz genommen. Statt die Seite lahmzulegen, setzte dies einen Prozess in Gang, der sie Anfang 2008 innerhalb weniger Tage bekanntmachte: "Sobald man eine Seite vom Netz nahm, ploppten an anderer Stelle gleich hundert weitere auf. Deshalb war es quasi unmöglich, uns mundtot zu machen."

Mit dem Erfolg änderten sich die Prinzipien: Bis Ende 2009 sei es die Maxime gewesen, alle Dokumente nach der Reihenfolge zu veröffentlichen, in der sie eingegangen waren, erzählt Domscheit-Berg. Dann habe Assange immer mehr darauf gedrängt, medienwirksame Themen unter hohem Zeitdruck "zuerst nach draußen zu pusten". Medienwirksam waren dabei "nicht unbedingt die inhaltsreichen Leaks", sondern die, "über die man am meisten und am einfachsten reden konnte."

Wikileaks lernte von den Medien, die öffentliche Meinung zu manipulieren; Assange und Domscheit-Berg entwickelten eine eigene Strategie für den Umgang mit Journalisten: "Technische Hintergründe versuchte ich Journalisten so kompliziert wie möglich zu erklären. Die wollten oft nicht zugeben, zu wenig Ahnung zu haben, und gaben ermattet auf."

 Inside Wikileaks: Große Klappe, kleiner ServerStrapazierte Männerfreundschaft 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7. 6
  8. 7
  9. 8
  10.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 179€
  2. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie
  3. 16,99€

ChaosGeek 17. Feb 2011

""Defective by design"" - Es werden jetzt hoffentlich neue Plattformen kommen. Besser...

ChaosGeek 15. Feb 2011

Aller Kriterien eines Stalkertrolls vorhanden. Weiter so CS. Zumindest habe ich dir die...

samy 15. Feb 2011

Richtig das fließen Geld zu einer Stiftung die angeblich Wikileaks unterstützt, dann...

Charles Marlow 15. Feb 2011

Ja, Dir schon. ;) Na, das war jetzt bösartig. Ich denke mal, Golem will sich - im...

CommonSense 14. Feb 2011

Du sagst das ja so als ob es etwas schlimmes wäre


Folgen Sie uns
       


Das Abschlussgespräch zur E3 2018 (Analyse, Einordnung, Zuschauerfragen) - Live

Im Abschlussgespräch zur E3 2018 berichten die Golem.de-Redakteure Peter Steinlechner und Michael Wieczorek von ihren Eindrücken der Messe, analysieren die Auswirkungen auf die Branche und beantworten die Fragen der Zuschauer.

Das Abschlussgespräch zur E3 2018 (Analyse, Einordnung, Zuschauerfragen) - Live Video aufrufen
Shift6m-Smartphone im Hands on: Nachhaltigkeit geht auch bezahlbar und ansehnlich
Shift6m-Smartphone im Hands on
Nachhaltigkeit geht auch bezahlbar und ansehnlich

Cebit 2018 Das deutsche Unternehmen Shift baut Smartphones, die mit dem Hintergedanken der Nachhaltigkeit entstehen. Das bedeutet für die Entwickler: faire Bezahlung der Werksarbeiter, wiederverwertbare Materialien und leicht zu öffnende Hardware. Außerdem gibt es auf jedes Gerät ein Rückgabepfand - interessant.
Von Oliver Nickel


    K-Byte: Byton fährt ein irres Tempo
    K-Byte
    Byton fährt ein irres Tempo

    Das Startup Byton zeigt zur Eröffnung der Elektronikmesse CES Asia in Shanghai das Modell K-Byte. Die elektrische Limousine basiert auf der Plattform des SUV, der vor fünf Monaten auf der CES in Las Vegas vorgestellt wurde. Unter deutscher Führung nimmt der Elektroautohersteller in China mächtig Fahrt auf.
    Ein Bericht von Dirk Kunde

    1. KYMCO Elektroroller mit Tauschakku-Infrastruktur
    2. Elektromobilität Niu stellt zwei neue Elektromotorroller vor
    3. 22Motor Flow Elektroroller soll vor Schlaglöchern warnen

    Kreuzschifffahrt: Wie Brennstoffzellen Schiffe sauberer machen
    Kreuzschifffahrt
    Wie Brennstoffzellen Schiffe sauberer machen

    Die Schifffahrtsbranche ist nicht gerade umweltfreundlich: Auf hoher See werden die Maschinen der großen Schiffe mit Schweröl befeuert, im Hafen verschmutzen Dieselabgase die Luft. Das sollen Brennstoffzellen ändern - wenigstens in der Kreuzschifffahrt.
    Von Werner Pluta

    1. Hyseas III Schottische Werft baut Hochseefähre mit Brennstoffzelle
    2. Roboat MIT-Forscher drucken autonom fahrende Boote
    3. Elektromobilität Norwegen baut mehr Elektrofähren

      •  /