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GUI-Bibliothek: GTK+ 3 ist fertig

Das GUI-Toolkit GTK+ ist nach einigen Jahren Entwicklungszeit in der Version 3.0 erschienen. GTK+ kommt in zahlreichen kleinen und großen Applikationen zum Einsatz, darunter Gnome und Gimp. Die Version 3.0 bringt grundlegende Neuerungen.
/ Jens Ihlenfeld
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Eigentlich war GTK+ 3 als große Bereinigung des Codes angelegt, mit der Zeit wurden aber viele zusätzliche Funktionen integriert. So nutzt die Bibliothek nicht mehr das alte X11-Drawing-API, sondern setzt durchgehend auf die moderne Grafikbibliothek Cairo . Dadurch konnten die GTK+-Entwickler zugleich einige alte, auf X11 zugeschnittene Konzepte über Bord werfen.

Den Umgang mit Eingabegeräten übernimmt in GTK+ 3 XI2(öffnet im neuen Fenster) , das mehrere Zeiger, Tastaturen und weitere exotische Funktionen unterstützt.

Zum Gestalten der Oberfläche gibt es ein neues Theming-API, das an die Syntax von CSS angelehnt ist und Animationen unterstützt. Zudem wurde die Geometrieverwaltung überarbeitet.

Musste GTK+ 2 noch neu kompiliert werden, um mit unterschiedlichen GDK-Backends verwendet werden zu können, ist es in GTK+ 3 möglich, mehrere GDK-Backends in einer Bibliothek zusammenzufassen und während der Laufzeit zu wechseln. Dadurch soll es einfacher werden, von X11 auf Wayland oder von Quartz auf X11 zu wechseln. Die Integration von D-Bus in GIO soll die Entwicklung von Applikationen vereinfachen.

Zudem gibt es einige neue Widgets.

Auch wenn GTK+ 3.0 jetzt veröffentlicht wurde, konnten die Entwickler nicht alles umsetzen, was sie für diese Version geplant haben. So soll es in der nächsten Zeit einige Updates geben, mit denen noch fehlende Neuerungen nachgereicht werden. GTK+ 2.x wird nicht weiterentwickelt, die aktuelle Version 2.24 bleibt die letzte dieser Reihen. Lediglich Fehler sollen noch in Bugfix-Versionen korrigiert werden, das aber über mehrere Jahre.

GTK+ 3.0(öffnet im neuen Fenster) steht unter download.gnome.org(öffnet im neuen Fenster) zum Download bereit, die zugehörige Dokumentation findet sich unter library.gnome.org(öffnet im neuen Fenster) .


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