Phishing

Kriminelle haben Namen von DHL-Packstation-Nutzern (Update)

Seit einigen Tagen verschicken Kriminelle in Deutschland raffiniert gemachte Phishingmails an Nutzer der DHL-Packstation. Das Besondere daran: Die Menschen werden mit vollem Namen mit richtiger Schreibweise angesprochen.

Artikel veröffentlicht am ,
DHL-Packstation (Bild: Deutsche Post)
DHL-Packstation (Bild: Deutsche Post)

Nutzer der DHL-Packstation werden von Betrügern angeschrieben, die so an Kundendaten der Paketautomaten kommen wollen. Die Masche ist nicht neu, doch die Bande kennt Vor- und Zunamen der Angeschriebenen. Auch ein Golem.de-Leser und ein Golem-Redakteur haben die Phishingmails erhalten. Die E-Mail mit dem fingierten Absender DHL-info@packstation.de taucht aktuell auf vielen Computern auf, wie auch Verbraucherschützer berichteten.

Die Angriffsmail ist professionell gestaltet und in fast fehlerfreiem Deutsch abgefasst. Der Nutzer hätte den Service sechs Monate nicht in Anspruch genommen und müsse deshalb sein Kundenkonto neu verifizieren, heißt es in einigen der E-Mails. In anderen wird ein Problem mit dem Zustellservice oder eine Routineüberprüfung vorgegeben. Weiter heißt es: "Um Ihre nächste Bestellung nicht durch das erforderliche Verfahren zu verzögern, sollten Sie Ihre Packstation-Adresse bis 28.02.2011 telefonisch oder kostenlos online auf http://packstation-dienst.info verifizieren und somit die aktuelle Nutzung bestätigen." Alle Phishingmails enthalten einen Link, den der Angesprochene anklicken und unter dem er seine Zugangsdaten zur Packstation eingeben soll. Die genannte Webadresse der Phisher ist weiterhin zugänglich.

Dies ist nicht der erste Versuch von Dieben, Nutzerdaten zu erlangen, um über Identitätsdiebstahl Waren an Packstationen zu bestellen und sich diese ohne zu bezahlen zu verschaffen. Der Packstation-Betreiber wies in der Vergangenheit darauf hin, dass er keine E-Mails verschickt, in denen mit der Deaktivierung eines Kundenkontos gedroht wird. Im Internet werde auch nie nach der PIN gefragt, die nur am Automaten benötigt werde. Derzeit gibt es bundesweit circa 2.500 Paketautomaten der DHL, der Paket- und Expressdiensttochter der Deutschen Post.

Packstation-Nutzer müssen gegenwärtig aber nicht fürchten, dass ihre persönlichen Adress- und Bezahldaten bei der DHL offengelegt wurden. Ein DHL-Sprecher sagte Golem.de: "Es gab keinen Angriff auf unsere Kundendaten. Es werden aber immer wieder Webshopsysteme gehackt, und so können Daten von Kriminellen gewonnen werden." Die Banden bestellten dann bei Versandhändlern Waren an gekidnappte Packstation-Adressen. Nach Auskunft der Deutsche-Post-Konzernsicherheit habe es 2011 noch keine Besonderheiten gegeben, erklärte der Sprecher. Die Lage sei sogar sehr ruhig. Es gebe keine Hinweise und keinen Anfangsverdacht. Über die Kundenhotline seien auch keine Warnhinweise eingegangen.

Nachtrag vom 9. Februar 2011, 13:55 Uhr

Mehrere Golem.de-Leser berichten, dass sie ebenfalls die Phishingmail erhalten haben, ohne jedoch Packstation-Nutzer zu sein.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


digitalblade 28. Jul 2012

Meine Yahoo Mail hat es als Spam identifiziert. Der Sender lautet info@dhl.de und bettelt...

xabbu 10. Nov 2011

Ich habe diese Mail auch erhalten. Da ich für jeden Shop eine individuelle E-Mail...

Bloedi 30. Apr 2011

Sowas wird nicht gemacht, weil man sich von Seiten der Strafverfolgungsbehörden genauso...

maffy 08. Apr 2011

Ich (keine Packstation-Kundin) habe heute folgende Mail bekommen...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Grüner Wasserstoff
Neues Verfahren erzeugt Wasserstoff aus Salzwasser

Wo es Sonne gibt, um Wasserstoff zu erzeugen, fehlt es oft an Süßwasser. Ein neu entwickelter Elektrolyseur kann das im Überfluss vorhandene Meerwasser verarbeiten.

Grüner Wasserstoff: Neues Verfahren erzeugt Wasserstoff aus Salzwasser
Artikel
  1. Ukrainekrieg: Palantir für die militärische Zielauswahl verantwortlich
    Ukrainekrieg
    Palantir für die militärische Zielauswahl verantwortlich

    Das US-Unternehmen Palantir ist mit Software am Kriegsgeschehen in der Ukraine beteiligt. Auch die hiesige Polizei setzt Software des Unternehmens ein.

  2. Streaming: Netflix streicht Funktion aus drei Abomodellen
    Streaming
    Netflix streicht Funktion aus drei Abomodellen

    Künftig gibt es 3D-Raumklang alias Spatial Audio nur noch im teuersten Netflix-Abo. Wirbel entfacht eine Filmveröffentlichung in Japan.

  3. Software: Wie Entwickler Fehler aufspüren - oder gleich vermeiden
    Software
    Wie Entwickler Fehler aufspüren - oder gleich vermeiden

    Es gibt zahlreiche Arten von Softwarefehlern. Wir erklären, welche Testverfahren sie am zuverlässigsten finden und welche Methoden es gibt, um ihnen vorzubeugen.
    Von Michael Bröde

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Samsung G5 Curved 27" WQHD 260,53€ • Graka-Preisrutsch bei Mindfactory • Samsung Galaxy S23 jetzt vorbestellbar • Philips Hue 3x E27 + Hue Bridge -57% • PCGH Cyber Week • Dead Space PS5 -16% • PNY RTX 4080 1.269€ • Bis 77% Rabatt auf Fernseher • Roccat Kone Pro -56% [Werbung]
    •  /