Alcatel-Lucent

LTE-Mobilfunksendeanlage (fast) in Zauberwürfelgröße

Alcatel-Lucent hat zusammen mit HP und Freescale eine 3G- und LTE-Mobilfunksendeanlage entwickelt, die die Größe eines Zauberwürfels hat. Darin sind jedoch nicht alle Mobilfunkkomponenten enthalten.

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Wim Sweldens mit Lightradio (Bild: Alcatel-Lucent)
Wim Sweldens mit Lightradio (Bild: Alcatel-Lucent)

Der Ausrüster Alcatel-Lucent will eine Kernkomponente einer Mobilfunksendeanlage auf die Größe eines Zauberwürfels verkleinert haben. Der Konzern stellte die neuen Lightradio-Produkte am 7. Februar 2011 zusammen mit den Partnern Freescale Semiconductor und Hewlett-Packard in London vor. Die SoCs wurde zusammen mit Freescale entwickelt. Gemeinsam mit HP soll eine cloudähnliche Architektur für Netzcontroller und Gateways entstehen.

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Die Lightradio-Mobilfunkausrüstung komme nicht vor 2012 auf den breiten Markt, sagte Wim Sweldens, President von Alcatel-Lucents Wireless-Sparte. Erste Bestandteile gingen bei Alcatel-Lucent-Kunden im zweiten Halbjahr 2011 in Probebetrieb. Weitere Bestandteile der Produktserie würden erst in den Jahren 2013 und 2014 eingeführt. Fünf Netzbetreiber hätten Lightradio bereits bestellt, darunter Orange, Verizon und China Mobile. Über 200 Patente seien beantragt, um die Technologie abzuschotten, erklärte Sweldens. Das neue System entstand unter Führung der Bell Labs, dem Forschungs- und Entwicklungsarm von Alcatel-Lucent.

Bei der Lightradio-Architektur werden die einzelnen Komponenten der Basisstation, die heute meist am Fuß eines Sendemasts steht, voneinander getrennt und auf die Antenne und das Netzwerk verteilt. So sollen die Kosten für den Netzwerkausbau und der Energiebedarf stark gesenkt werden. Die verschiedenen Antennen des Sendemasts sollen kombiniert und zu einem einzigen, kompakten Gerät verschmolzen werden. Die von den Bell Labs entwickelte aktive Array-Antenne für Multi-Band und Multi-Standard-Betrieb arbeitet mit mehreren Frequenzen und den Netzstandards 2G, 3G und LTE und kann auf Masten oder an Gebäudewänden angebracht werden. Notwendig sind eine Energieversorgung und ein Breitbandanschluss. Die Anbindung an den Netzknoten ist per Richtfunk möglich, um Menschen in unterversorgten Gebieten einen Zugang zu Breitbandtechnik zu ermöglichen. Aktive Antennen sollen eine vertikale Strahlformung ermöglichen, mit der sich die Kapazität in Stadt- und Vorortgebieten erhöhen ließe.

Der Lightradio Cube beinhaltet auf 6 Zentimeter Kantenlänge Antennentechnologie der Bell Labs sowie eine Antennenweiche, ein Funkmodul, einen Verstärker und eine Passivkühlung und sendet bei 2,6 GHz. Ein Würfeltyp kann zwei benachbarte Frequenzbänder, beispielsweise zwischen 1,8 und 2,6 GHz, abdecken. Weitere Frequenzbänder ließen sich mit zusätzlichen Würfeln oder angebauten Passivantennen unterstützen. Alcatel-Lucent-Deutschlandsprecher Udo Reckemeyer räumte gegenüber Golem.de ein, dass der Lightradio Cube keine komplette Mobilfunksendeanlage ist. "Der Cube braucht eine Verbindung zu einer Minibasisstation, die im Abstand von maximal 3 Kilometern stehen muss und die die Größe einer Fritzbox hat. Diese Verbindung benötigt ein Glasfaserkabel", sagte Reckemeyer.

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