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Schnelle Reaktion: Anonymous führt US-Sicherheitsunternehmen vor

Wer hackt wen? Ein US-Sicherheitsunternehmen hat sich damit gebrüstet, die Köpfe der Gruppe Anonymous identifiziert zu haben. Im Gegenzug hat Anonymous die Systeme des Unternehmens gehackt.
/ Werner Pluta
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Die Gruppe Anonymous hat das US-Sicherheitsunternehmen HBGary(öffnet im neuen Fenster) blamiert: Die Gruppe hat die Website des Unternehmens verändert, das Twitter -Konto des Chefs gehackt sowie eine Reihe vertraulicher Daten geklaut. HBGary-Chef Aaron Barr hatte sich zuvor damit gerühmt, die Köpfe von Anonymous enttarnt zu haben.

Anonymous infiltriert

HBGary sei es gelungen, in die Organisation einzudringen, hatte Barr der britischen Wirtschaftszeitung Financial Times(öffnet im neuen Fenster) gesagt. Das Unternehmen habe Daten über die Gruppe gesammelt, darunter die Klarnamen und die Wohnorte wichtiger Mitglieder. Allerdings plane er nicht, die Daten an Strafverfolger weiterzugeben.

Barr nannte einige Details über die Gruppe: Sie habe eine klare Hierarchie mit einer Reihe von Führungsfiguren - die Gruppe selbst hatte sich immer als loses Kollektiv bezeichnet. Der derzeitige Kopf der Gruppe nenne sich Q und lebe ebenso wie weitere führende Mitglieder in Kalifornien. Andere wichtige Mitglieder seien in Australien, Deutschland, Großbritannien, Italien und den Niederlanden beheimatet.

An den Aktionen wie etwa der Operation Payback hatten sich mehrere hundert Personen beteiligt. Ständig aktiv seien aber nur rund 30 Mitglieder, von denen zehn den Ton angäben. Die Gruppe kommuniziere über Chat, E-Mails sowie über das soziale Netzwerk Facebook.

Anonymous schlägt zurück

Die Reaktion von Anonymous ließ nicht lange auf sich warten: Anonymous verschaffte sich Zugang zu den Systemen des Sicherheitsunternehmens sowie zu Barrs Twitter-Konto(öffnet im neuen Fenster) , wie die britische Tageszeitung Guardian(öffnet im neuen Fenster) berichtet. Sie verschickte unter dessen Namen falsche Twitter-Nachrichten, entwendete vertrauliche Unternehmensdaten wie die Sozialversicherungsnummer der Angestellten oder E-Mails, löschte Backups und veränderte die Website des Unternehmens.

Auf der Startseite hinterließen die Aktivisten eine Nachricht(öffnet im neuen Fenster) , die in ihrem typischen pathetischen Tonfall gehalten ist: Das Unternehmen habe kürzlich versucht, die Hand von Anonymous zu beißen und habe nun von dieser Hand eine Ohrfeige erhalten. "Was Ihr nicht verstanden habt, ist, dass Ihr, obwohl Ihr den Titel und das Auftreten eines 'Sicherheits'-Unternehmens habt, nichts seid im Vergleich zu Anonymous. Ihr wisst wenig bis gar nichts über Sicherheit" , höhnte die Gruppe.

Sicherheitsrisiko soziale Netze

Laut Barr wollte HBGary mit dem Infiltrieren von Anonymous die Sicherheitslücken von sozialen Netzen aufzeigen. Er wollte die Ergebnisse des Projektes in Kürze auf einer Konferenz in San Francisco vorstellen.

Ganz so anonym, wie die Gruppe tut, ist sie indes nicht mehr: In der vorvergangenen Woche haben Strafverfolger in Großbritannien und den USA Mitglieder wegen der Beteiligung an der Operation Payback festgenommen .


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