Journey: Die Ballerina und der Berg
Für einige Spielentwickler gehört es zum Job, mit Astronauten über den lieben Gott zu plaudern. Jedenfalls erzählt Jenova Chen – einer der Gründer des kalifornischen Unternehmens That Game Company(öffnet im neuen Fenster) – bei der Präsentation seines kommenden Werkes Journey von seinem Gespräch mit einem Weltraumfahrer der Nasa. Der sagte ihm, dass viele seiner Kollegen als Agnostiker auf dem Mond gelandet und als gläubige Menschen zurückgekehrt seien. Es herrsche eine ganz besondere spirituelle Stimmung auf dem Trabanten. Mit Journey will Chen versuchen, eine derartige Atmosphäre so weit wie möglich nachzubilden.

Die Hauptfigur des Spiels wirkt wie eine zerbrechliche Balletttänzerin: Sie läuft auf spitz zulaufenden Beinen durch ihre Welt, trägt dabei eine weiten Umhang, spricht nicht und hat keinen Namen. Ihr einziges Ziel ist es, zu einem gewaltigen Berg am Horizont zu gelangen – einfach so, ohne einen tieferen Sinn. "Das Gefühl, etwas nicht zu wissen, ist sehr mächtig", erklärt Chan die mysteriöse Stimmung.
Spaß machen soll Journey zum einen durch die vielen eleganten Bewegungen, die Spieler mit ihrem Alter Ego machen können. Die namenlose Heldin kann unter anderem schick animiert durch den Sand surfen und elegant in die Luft und auf Gebäude, Bäume oder was auch immer springen. Zum anderen löst sie Rätsel – nicht, indem sie die sonst aus Adventures bekannten Hinweise logisch durchdenkt. Sondern, indem der Spieler das gefühlt Naheliegende macht und beispielsweise eine lange, wehende Fahne entlangstreift. Was sich naheliegend anfühlt, finden die Entwickler in langen Probesessions mit Spielern heraus.
Die Grafik von Journey ist fast das Gegenteil des bunten Vorgängers Flowers: Spieler sind in traumhaften weißen Wüsten unterwegs, sausen über sandfarbene Dünen, erkunden dunkel- und hellblaue Ruinen. Ab und zu treffen sie auf göttergleiche Figuren, die in bewusst abstrakt gehaltenen Animationssequenzen – ohne Sprache – eine Art Handlung erzählen.
Mysteriös geht es auch im Multiplayermodus zu: Es ist möglich, sich per Playstation Network (PSN) gemeinsam mit menschlichen Mitstreitern auf die Reise zu machen, Rätsel zu lösen und dabei sogar zusammen zu tanzen. Es soll aber keine Möglichkeit geben, etwa den Namen oder Nick seines Koop-Partners zu erfahren oder mit ihm per Chat zu plaudern. Nach aktuellem Stand soll Journey irgendwann 2011 als kostenpflichtiger PSN-Download erscheinen.
- Anzeige Hier geht es zur Playstation 5 Pro bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.


