Miniaturzyklotron

US-Forscher entwickeln Miniteilchenbeschleuniger

Wissenschaftler haben einen Miniteilchenbeschleuniger entwickelt: Er ist nur einen halben Zentimeter lang und passt auf einen Chip. In etwas größerer Ausfertigung könnte er für die Krebsbehandlung eingesetzt werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Miniteilchenbeschleuniger (Bild: Cornell)
Miniteilchenbeschleuniger (Bild: Cornell)

Wissenschaftler der Cornell-Universität in Ithaca im US-Bundesstaat New York haben Teilchenbeschleuniger im Kleinformat entwickelt: Die Zyklotrone, die Argon-Ionen beschleunigen, passen auf einen Chip, berichtet das US-Wissenschaftsmagazin IEEE Spectrum.

Drei Varianten des Beschleunigers hat Yue Shi konstruiert: Alle verfügen über eine fünf Millimeter lange, gerade Beschleunigungsstrecke und enden in einer 90-Grad-Kurve, wobei sich die drei Varianten im Radius unterscheiden. Die Teilchen werden von einem elektrischen Feld, das von parallel verlaufenden Elektroden erzeugt wird, gelenkt. Die Argon-Ionen werden mit einer Energie von 1,5 Kiloelektronenvolt (KeV) in das System eingespeist. Der Beschleuniger steigerte die Energie auf knapp 2 KeV.

Amit Lal, der das SonicMEMS Laboratory leitet, an dem Shi ihre Arbeiten durchgeführt hat, sieht für die Minibeschleuniger Einsatzmöglichkeiten unter anderem im Bereich der Medizin: Ärzte setzen in der Krebstherapie Teilchenstrahlen ein, mit denen sie das kranke Gewebe beschießen, um die Zellen abzutöten. Die Geräte dafür sind jedoch noch riesig. Mit Hilfe der Minibeschleuniger könnten kleinere Apparate für die Bestrahlung gebaut werden. Eine andere Anwendung könnte der Bau handlicherer Rasterelektronenmikroskope sein.

Dafür brauchen die Strahlen jedoch mehr Energie, als die aktuellen Modelle hergeben, die Shi kürzlich auf einer Konferenz vorgestellt hat. Damit habe sie jedoch erst einmal die Machbarkeit demonstrieren wollen, sagte sie dem IEEE Spectrum. Sie plane für die Zukunft den Bau größerer Beschleuniger. Sie glaube, dass ein System, das einige Quadratzentimeter groß ist, ausreicht, um Ionen auf eine Energie von mehreren hundert KeV zu beschleunigen. Ein System in Koffergröße solle noch mehrere hundert Megaelektronenvolt schaffen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Whistleblower
Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen

Wieder hat sich in den USA ein ehemals hochrangiger Militär und Beamter über Kontakte mit Aliens geäußert.

Whistleblower: Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen
Artikel
  1. Schadstoffnorm 7: Neue Grenzwerte für Abrieb gelten auch für E-Autos
    Schadstoffnorm 7
    Neue Grenzwerte für Abrieb gelten auch für E-Autos

    Die neue Euronorm 7 legt nicht nur Grenzwerte für Bremsen- und Reifenabrieb fest, sondern auch Mindestanforderungen für Akkus.

  2. Ramjet: General Electric testet Hyperschalltriebwerk
    Ramjet
    General Electric testet Hyperschalltriebwerk

    Das Triebwerk soll Flüge mit Mach 5 ermöglichen.

  3. Elektroautos: Mercedes und Stellantis übernehmen komplette Umweltprämie
    Elektroautos
    Mercedes und Stellantis übernehmen komplette Umweltprämie

    Nach dem abrupten Aus der staatlichen Förderung springen erste Hersteller von Elektroautos ein.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Last-Minute-Angebote bei Amazon • Avatar & The Crew Motorfest bis -50% • Xbox Series X 399€ • Cherry MX Board 3.0 S 49,95€ • Crucial MX500 2 TB 110,90€ • AVM FRITZ!Box 7590 AX + FRITZ!DECT 500 219€ [Werbung]
    •  /