ATV-2 Johannes Kepler

Europäer schicken automatischen Raumtransporter zur ISS

Die europäische Weltraumagentur Esa wird übernächste Woche den ersten regulären unbemannten Weltraumtransporter zur Internationalen Raumstation (ISS) schicken. ATV-2 wird von einer Ariane in den Orbit transportiert und fliegt dann autonom zur ISS.

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ATV-2 Johannes Kepler: Europäer schicken automatischen Raumtransporter zur ISS

Die Europäische Raumfahrtagentur (Esa) bereitet den Start des zweiten Automatischen Transfervehikels (ATV-2) vor: Am heutigen Freitag soll eine Verschalung an dem unbemannten Raumtransporter, der bereits beladen ist, angebracht werden. Diese schützt das ATV-2 während des Flugs ins Weltall, der in der übernächsten Woche stattfinden soll.

7,5 Tonnen Nutzlast

ATV-2, auch Johannes Kepler genannt, ist eine von der Esa entwickelte automatische Transportfähre, die die Internationale Weltraumstation (ISS) mit Nachschub versorgen soll. Das ATV-2 ist 10 Meter lang und hat einen Durchmesser von 4,5 Metern. Zur Energieversorgung dienen vier Solarmodule, die ausgeklappt eine Spannweite von 22 Metern haben. Der Transporter bringt 7,5 Tonnen Vorräte, Treibstoff und Sauerstoff zur ISS. Angedockt wird am russischen Modul der ISS. Beladen wiegt das ATV 20 Tonnen: Es ist die größte Nutzlast, die eine Trägerrakete vom Typ Ariane-5 ins All befördert hat.

Das ATV wird von der Ariane in die Umlaufbahn transportiert und dort ausgesetzt. Mit seinen eigenen Triebwerken fliegt es dann zur ISS. Der Transporter verfügt über ein autonom arbeitendes Navigationssystem, das ihn ohne Eingriff von außen zur ISS geleitet und daran andockt.

Entladen ohne Raumanzug

Der Raumtransporter besteht aus zwei Komponenten: dem Servicemodul und dem Frachtraum. Mit diesem Teil macht das ATV an der ISS fest. Der Frachtraum steht unter Druck, so dass die Astronauten ihn ohne Raumanzug betreten und entladen können.

  • Schnittbild des Raumtransporters (Bild: D. Ducros/ Esa)
  • Johannes Kepler fliegt autonom zur ISS. (Bild: D. Ducros/ Esa)
  • ATV-2 Johannes wird für den Start am 15. Februar 2011 vorbereitet. (Bild: D. Ducros/ Esa)
  • Zuvor war der Raumtransporter beladen worden. (Bild: D. Ducros/ Esa)
Schnittbild des Raumtransporters (Bild: D. Ducros/ Esa)

Die Schubdüsen werden auch als Antrieb für die ISS dienen: Johannes Kepler soll die Raumstation, die mit der Zeit immer weiter absinkt, wieder ein Stück von der Erde wegbefördern. Außerdem kann das ATV als Antrieb für eventuell nötige Ausweichmanöver genutzt werden, was wiederum deren Treibstoffvorräte schont.

Weltraummüllabfuhr

Für den Rückflug, der für Juni geplant ist, wird das ATV zur Weltraummüllabfuhr: Es wird mit rund 6 Tonnen Müll der ISS gefüllt und tritt dann die Rückreise an. Allerdings taugt das ATV-2 nicht zum Rücktransport von Mensch und Material von der ISS zur Erde: Der Raumtransporter wird beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglühen.

Johannes Kepler ist die erste reguläre automatische Transportfähre der Esa. Der Vorgänger ATV-1, benannt nach dem französischen Science-Fiction-Autor Jules Verne, diente zu Testzwecken. Der robotische Weltraumtransporter soll am 15. Februar um 23:08 Uhr (mitteleuropäischer Zeit) von der Startbasis Kourou in Französisch-Guayana aus zur ISS aufbrechen - es ist der 200. Start einer Ariane-Rakete. Künftig soll etwa alle anderthalb Jahre ein ATV zur Raumstation fliegen.

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