Protest

O2-Callcenter in Brandenburg steht fast leer (Update)

Fast alle 200 Beschäftigten eines O2-Callcenters in Teltow wehren sich gegen den neuen Eigner Arvato Services. Sie wollen keine massiven Gehaltseinbußen.

Artikel veröffentlicht am ,
Arvato-Callcenter-Mitarbeiterin (Bild: Arvato)
Arvato-Callcenter-Mitarbeiterin (Bild: Arvato)

Arvato Services stößt bei der Übernahme als Betreiber von Callcenters von O2 Germany auf unerwartete Schwierigkeiten. Im brandenburgischen Teltow unterhält die Bertelsmann-Tochter derzeit eine fast menschenleere Niederlassung, weil sich über 90 Prozent der circa 200 Beschäftigten weigern, den Übergang zum neuen Arbeitgeber zu akzeptieren. Wie die Märkische Allgemeine berichtete, haben die Betroffenen Widerspruch gegen den Betriebsübergang eingelegt, weil damit für sie Einkommenseinbußen von bis zu 50 Prozent verbunden seien. Arvato-Sprecher Gernot Wolf sprach von 20 Prozent weniger Gehalt. Telefónica O2 habe Einkommen weit über dem Branchendurchschnitt gezahlt.

Arvato Services hatte am 24. November 2010 die Übernahme der Servicecenter von Telefónica O2 Germany in Teltow, Saarbrücken und Duisburg verkündet. "Mit Arvato Services hat O2 einen Partner gefunden, der für einen hohen Qualitätsstandard in der Kundenbetreuung steht und für den der verantwortungsvolle Umgang mit Mitarbeitern sehr wichtig ist", teilte der neue Eigner mit. Arvato übernehme die Callcenter im Auftrag von O2. Im Oktober 2010 hatte Telefónica O2 nach der Übernahme von Alice-Hansenet den Abbau von rund 1.100 Arbeitsplätzen und den Verkauf von Callcentern angekündigt. "Arvato ist branchenweit bekannt für schlechtere Arbeits- und Rahmenbedingungen und Standortschließungen bei übernommenen Callcentern", kommentierte die Dienstleitungsgewerkschaft Verdi.

In einem offenen Brief an das brandenburgische Wirtschaftsministerium warnte die Teltower O2-Belegschaft Ende Dezember 2010 vor einer baldigen Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen. Es drohten Minilöhne und das endgültige Aus des Callcenters im Frühjahr 2012, wenn der Mietvertrag auslaufe. Dies sei intern "bereits kommuniziert worden", hieß es in dem Schreiben. Lediglich für ein Jahr würden die bestehenden Konditionen gelten, spätestens danach werde es durch Arvato Änderungsverträge geben. "Arvato wird versuchen, die O2-Mitarbeiter mit verschiedensten Methoden dazu zu bewegen, einen Vertrag mit weniger Gehalt zu unterschreiben, um sie später auf bestehende Arvato-Standorte zu verteilen."

Nachtrag vom 4. Februar 2011, 15:25 Uhr

Arvato-Sprecher Gernot Wolf sagte Golem.de: "Wir stellen den Betrieb in Teltow jetzt durch 20 Mitarbeiter und 50 Zeitarbeiter sicher."

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Nemesys 08. Feb 2011

Das in Deutschland die Lebensmittel so billig sind ist politisch gewohlt und nicht wegen...

Nemesys 08. Feb 2011

Nach keine Ahnung kommt jetzt kein Kohle. Viel Glück. Gruß

Anonymer Nutzer 08. Feb 2011

sehr schön beschrieben!!! Im Durchschnitt laufen etliche von denen in ihrer Freizeit noch...

Anonymer Nutzer 08. Feb 2011

Nicht krass, sondern typisch deutsch und irgendwie immer noch stark rechts ... :( Wer...



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