Buglas

Regionale Netzbetreiber senken Ziele für Glasfaserausbau

Regionale Betreiberunternehmen wie Netcologne und M-net haben offenbar ihre Ziele für den Glasfaserausbau gesenkt. Das geht aus einer Erklärung des Bundesverbandes Glasfaseranschluss hervor.

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Glasfaseranschluss (Bild: Versatel)
Glasfaseranschluss (Bild: Versatel)

Regionale Netzbetreiber in Deutschland wollen bis Ende 2015 circa 1,6 Millionen Haushalte mit einem schnellen Glasfaseranschluss bis ins Gebäude (FTTB) oder bis in die Wohnungen (FTTH) versorgen. Das teilte der Bundesverband Glasfaseranschluss (Buglas) mit. Damit senkt der Verband seine Ziele für den Glasfaserausbau: Im November 2010 hatte Buglas-Chef Hans Konle verkündet, in den nächsten fünf Jahren die Zahl der Haushalte, die über einen FTTB/H-Anschluss verfügen könnten, zu verdreifachen. Das Ziel lag somit bei 1.950.000 Haushalten.

Buglas war für Golem.de nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Damit würden die Mitgliedsunternehmen weit über 1 Milliarde Euro investieren, um Glasfaseranschlüsse mit einer Datenübertragungsrate von 100 MBit/s und mehr zu ermöglichen. Die im Buglas organisierten Unternehmen erschlössen pro Tag rund 200 weitere Gebäude mit FTTB und FTTH. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem die regionalen Anbieter Netcologne (Köln), M-net (München), Wilhelm.tel (Norderstedt), Willy.tel (Hamburg), Stadtwerke Schwerte (Schwerte), Heli Net (Hamm), VSE NET (Saarbrücken), HL Komm (Leipzig), R-Kom (Regensburg), TMR (Bochum), MDCC (Magdeburg) und NetAachen.

Bei FTTH liegt Deutschland im europäischen Vergleich weit zurück. Nur 140.000 Abonnenten hatten im Juni 2010 einen direkten Glasfaseranschluss in der Wohnung. Verfügbar sei Glasfaser für 560.000 Haushalte, 30.000 seien in den letzten Monaten hinzugekommen, so der FTTH Council. Das waren bei 40 Millionen Haushalten unter 0,4 Prozent. Hier steht Deutschland klar zurück, verglichen mit den führenden FTTH-Nationen wie Schweden, wo bereits zehn Prozent der Haushalte eine Glasfaserverbindung nutzen. Nachtrag vom 4. Februar 2011, 12:45 Uhr

M-Net-Sprecher Wolfgang Wölfle hat gegenüber Golem.de versucht, die Aussagen von Buglas-Präsident Konle vom November 2010 zu relativieren. "Es ist korrekt, dass Konle die Aussage gemacht hat, die Zahl in etwa zu verdreifachen. Er bezog sich dabei allerdings auf den Bestand erschlossener Gebäude/Haushalte zum Zeitpunkt der Aussage im November. Der unterscheidet sich dahingehend deutlich, weil zu diesem Zeitpunkt rund 9.000 Gebäude mit einem Bestand von circa 100.000 Haushalten im Stadtgebiet München in dieser Aussage nicht berücksichtigt worden waren." Diese sind lediglich in der Bestandssumme zum Ende des Jahres 2010 berücksichtigt, weil der M-net-Partner Stadtwerke München die Übergabe der ausgebauten Quartiere in die Hoheit von M-net erst für das Ende des Jahres 2010 angekündigt hatte.

Golem.de bleibt bei seiner Darstellung. Der Buglas hatte am 25. November 2010 erklärt: "Die Zahl der Haushalte, die somit über einen FTTB/H-Anschluss verfügen können, beträgt nunmehr rund 650.000." Konle wurde in der Mitteilung mit den Worten zitiert: "In den nächsten fünf Jahren werden wir diese Zahl verdreifachen.".

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