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SATAgate: Defekte SATA-Ports an Intel-Chipsätzen erkennen (Update 2)

Intels Fehler in Chipsätzen verunsichert Kunden, weil die Zuordnung der anfälligen SATA-Ports zu Laufwerken nicht offensichtlich ist. An welchen Anschlüssen bei Sandy-Bridge-PCs Festplatte und optisches Laufwerk hängen, lässt sich aber leicht herausfinden.
/ Nico Ernst
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Intels Rapid-Storage-Manager
Intels Rapid-Storage-Manager

Seit Intel am 31. Januar 2011 einen Fehler in allen bisher ausgelieferten Chipsätzen für Prozessoren der Serie Core-i-2000 eingestanden hat, rufen PC-Hersteller nach und nach ihre Produkte zurück oder versprechen Austauschprogramme. Mit korrigierten Chipsätzen, die erst auf Mainboards und in Notebooks verbaut werden müssen, ist in ausreichender Stückzahl aber erst im April 2011 zu rechnen.

Wer seinen neuen Sandy-Bridge-PC bis dahin nutzen will, geht unter Umständen ein Risiko ein: Laut Intel können nur die SATA-Ports ausfallen, die maximal 3 GBit/s übertragen. Davon gibt es je nach Chipsatzmodell höchstens vier. Die SATA-Ports für 6 GBit/s, von denen zwei vorhanden sind, sollen von dem Problem aber nicht betroffen sein. Auch Intel empfiehlt, nur diese zu verwenden.

An welchen der Anschlüsse die Laufwerke eines PCs angesteckt sind, lässt sich aber nicht immer sicher feststellen. Bei einem Desktop-PC kann der Anwender zwar noch das Gehäuse öffnen und nachsehen, bei einem Notebook ist das aber nicht so einfach. Nicht nur das Freilegen des Mainboards ist hier oft aufwendig und fehleranfällig, die SATA-Ports müssen auch nicht unbedingt eindeutig beschriftet sein. Was auf der Platine vielleicht noch "Port 0" heißt, muss nicht notwendigerweise auch der Port 0 des Chipsatzes sein.

Intel nummeriert die vom Chipsatz gestellten SATA-Ports von 0 an durch. Die Anschlüsse 0 und 1 sind die 6-GBit-Ports, die zuverlässig laufen sollen. Beim Desktopchipsatz P67 beispielsweise kommen noch die Ports 2 bis 5 hinzu, das sind die 3-GBit-Anschlüsse, die fehleranfällig sind. Wenn zwei Laufwerke reichen, sollten diese nur dort angesteckt werden.

Der Geräte-Manager reicht nicht aus

An welchem Port sich ein Laufwerk befindet, kann im Prinzip auch der Geräte-Manager von Windows anzeigen, er ist nach unserer Erfahrung dabei aber nicht immer eindeutig. Bei Versuchen mit zwei Desktopmainboards für Sandy-Bridge-Prozessoren und dem Asus-Notebook N53SV zeigte sich jedoch, dass sich Windows offenbar an der LUN (logical unit number, ein Relikt aus SCSI-Zeiten) orientiert. Während die Festplatte des Notebooks zutreffend Port 0 zugeordnet wurde, stimmte der von Windows ausgegebene Port 1 für das optische Laufwerk nicht.

Der Geräte-Manager lässt sich über die Systemsteuerung aus dem Startmenü von Windows 7 über "System und Sicherheit" und den Menüpunkt "Geräte-Manager" im Feld "System" aufrufen. Wenn das Desktopicon "Computer" nicht bei der Installation versteckt wurde, genügt auch ein Rechtsklick darauf und die Auswahl von "Eigenschaften" und dann "Geräte-Manager". Klickt man im Geräte-Manager eines der Laufwerke an, so zeigt das Programm unter "Ort" die Anschlussnummer. Das ist nach unserer Erfahrung aber nur für Festplatten in Sandy-Bridge-Systemen vertrauenswürdig. Ort 0 und Ort 1 sollten die 6-GBit-Ports anzeigen, die laut Intel nicht gefährdet sind.

Inoffizieller Download des Rapid-Storage-Manager

Zuverlässig erkennen lässt sich die Zuordnung der Ports zu den SATA-Geräten mit dem "Rapid Storage Manager" von Intel, einem Hilfsprogramm, das Teil der SATA-Treiber von Intel ist. Es hieß früher Matrix-Storage-Manager. Ausgerechnet in der Version 10.1, die auch auf den Serie-6-Chipsätzen läuft, hat Intel dieses Programm noch nicht zum Download(öffnet im neuen Fenster) für jeden zur Verfügung gestellt. Warum das so ist, konnte der Chiphersteller in den vergangenen Tagen auf Anfrage von Golem.de nicht erklären.

Der taiwanische Hersteller von Notebook-Barebones Clevo hat das Rapid-Storage-Paket aber unter dem Namen "IRST.zip" auf seinen Downloadseiten für Notebooks(öffnet im neuen Fenster) der Serie P170HM zum Download zur Verfügung gestellt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Meldung war es noch vom asiatischen FTP-Server von Clevo und damit auch unter diesem Direktlink (Rapid-Storage-Manager(öffnet im neuen Fenster)) zu beziehen.

Es handelt sich um dieselbe Version, die auch auf Intels Downloadseiten für Hardwaretester im Dezember bereitgestellt wurde. Wir haben Clevos Paket auf dem Asus N53SV installiert, dort funktionieren der Treiber wie der Rapid-Storage-Manager nach einem Neustart problemlos. Das Tool ist dann über ein Symbol im Infobereich neben der Uhrzeitanzeige startbar. Frühere Versionen der Reihe 8 und 9 der Matrix- oder Rapid-Storage-Pakete von Intel, die es zum freien Download gibt, lassen sich auf Sandy-Bridge-Systemen nicht automatisch installieren.

Die korrekte Version zeigt auf dem Asus-Notebook an, dass zwar die Festplatte an Port 0 hängt, das optische Laufwerk ist jedoch an Port 2 angeschlossen und damit potenziell gefährdet. Asus hat für seine Sandy-Bridge-Produkte jedoch schon einen Austausch angekündigt.

Batch-Datei zur Chipsatzerkennung

Um zu erkennen, ob überhaupt einer der defekten Chipsätze der Serien P67, H67, Q67 (Desktops) oder HM67 und HM65 (Notebooks) im Rechner steckt, haben die Kollegen von Heise Online eine kleine Batch-Datei(öffnet im neuen Fenster) erstellt, die sich auch ohne Kommandozeile per Doppelklick starten lässt.

Wenn der fragliche PC nicht völlig unbekannt ist, lässt sich auch vom Prozessor auf den Chipsatz schließen: Zeigt die Eigenschaftsseite von "Computer" wie oben beschrieben eine vierstellige Modellnummer für einen Core-i-Prozessor wie "2600K" an, ist auf jeden Fall einer der defekten Chipsätze verbaut. Laut Intel wurden nur diese mit dem Stepping B2 bisher ausgeliefert. Bei Core-i-Prozessoren mit dreistelliger Modellnummer, also älteren Modellen, kann ein Chipsatz der Serie 6 nicht vorhanden sein. Eine Ausnahme dazu gibt es: Das Mainboard P67 Transformer(öffnet im neuen Fenster) von ASrock basiert auf dem bisher fehlerhaften P67-Chipsatz, es passen aber Lynnfield-CPUs für den Sockel 1156 in die Platine.

Nachtrag vom 3. Februar 2011, 17:50 Uhr:

Ein Leser machte uns auf das oben erwähnte Mainboard für Lynnfield-Prozessoren, also solche mit dreistelliger Modellnummer, und dem Chipsatz P67 aufmerksam. Somit kann es die Kombination aus fehlerhaftem Chipsatz und älterer Core-i-CPU durchaus geben. Das das ASrock-Board aber bisher der einzige Vertreter dieser Gattung ist, dürften damit gebaute Komplett-PCs äußerst selten sein.

Nachtrag vom 4. Februar 2011, 9:30 Uhr:

Intel hat den Rapid-Storage-Manager(öffnet im neuen Fenster) in Version 10.1 öffentlich zugänglich gemacht. Das Paket steht zum Download(öffnet im neuen Fenster) für alle Windows-Version von XP bis Windows 7 64-Bit bereit. Es zeigt wie die früheren Ausgaben nach unseren Erfahrungen zuverlässig an, an welchen Ports ein SATA-Laufwerk angeschlossen ist. Auf Systemen, bei denen das Paket bereits installiert ist, lässt sich die Versionsnummer durch einen Klick auf den Button "Hilfe" im Hauptmenü und dann auf "Info" anzeigen. Die aktuelle Version ist 10.1.0.1008.

Zudem hat Gigabyte nun eine Liste der anfälligen SATA-Ports(öffnet im neuen Fenster) auf seinen eigenen Mainboards veröffentlicht. Sie ist auch in der Bildergalerie zu dieser Meldung wiedergegeben. Der Grund: Wie bei den meisten Herstellern sind die Beschriftungen der Ports auf dem Mainboard nicht eindeutig. Als Faustregel gilt bei den Sandy-Bridge-Boards von Gigabyte: Die Ports mit den Beschriftungen "SATA3_0" und "SATA3_1" entsprechen den Ports 0 und 1 des Chipsatzes, die laut Intel zuverlässig arbeiten sollen.


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