Friedensnobelpreis 2011: Norwegischer Politiker nominiert Wikileaks
Wikileaks ist ein Kandidat für den Friedensnobelpreis 2011. Der norwegische Politiker Snorre Valen hat die Organisation wegen ihrer Verdienste im Kampf um Menschenrechte, Demokratie und Meinungsfreiheit für den Preis vorgeschlagen. Valen ist Abgeordneter der Sosialistisk Venstreparti (Sozialistische Linkspartei, SV) im Stortinget, dem norwegischen Parlament.
Korruption, Kriegsverbrechen, Menschenrechtsverletzungen
Die Organisation habe dazu durch die Veröffentlichung von Dokumenten beigetragen, die "unter anderem Korruption, Kriegsverbrechen und Folter" bekanntgemacht hätten, begründete(öffnet im neuen Fenster) Valen die Nominierung. Die Veröffentlichung einer US-Depesche über die Machenschaften der Familie des tunesischen Präsidenten Zine el-Abidine Ben Ali habe dazu beigetragen, dessen Regierung zu beenden.
Es sei falsch, gegen die Veröffentlichung solcher Dokumente zu sein oder diese gar verbieten zu wollen, erklärte Valen. Das Recht auf solche Veröffentlichungen sollte geschützt werden, unabhängig davon, was man inhaltlich von den veröffentlichten Dokumente halte.
Bekanntgaben am 14. Oktober
Das in der norwegischen Hauptstadt Oslo ansässige Nobel-Komitee nimmt jedes Jahr bis zum 1. Februar Nominierungen für den Friedensnobelpreis entgegen. Der Preisträger wird jeweils am zweiten Freitag im Oktober, dieses Jahr am 14., bekanntgegeben. Der Preis wird für den Einsatz für Frieden und Völkerverständigung verliehen.
Die Liste der Kandidaten ist geheim. Manche Nominierungen werden jedoch wie im Falle von Wikileaks von den Einreichenden bekanntgemacht. Das ebenfalls in Oslo ansässige Friedensforschungsinstitut (Peace Research Institute Oslo, PRIO) veröffentlicht jedes Jahr eine Liste mit den bekannten Kandidaten(öffnet im neuen Fenster) . Zu den aktuellen Kandidaten gehört neben Wikileaks auch Bradley Manning, der in den USA wegen des Verdachts, Wikileaks geheime US-Dokumente zugespielt zu haben, unter Anklage steht. PRIO-Direktor Kristian Berg Harpviken räumt Wikileaks jedoch keine Chancen auf den Preis ein. Das Institut steht in keiner Verbindung zum Nobel-Komitee und hat auch nichts mit der Vergabe des Friedensnobelpreises zu tun.
Zuckerberg statt Assange
2010 war Wikileaks-Gründer Julian Assange aussichtsreicher Kandidat für den Titel Person des Jahres 2010 des US-Nachrichtenmagazins Time gewesen. Den Titel bekam jedoch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg . Die Leser des Magazins kürten Assange aber zum einflussreichsten Mann des Jahres 2010.
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