Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Geremin: DFKI entwickelt Gestensteuerung für das Auto

Autofahrer sollen künftig unterwegs Funktionen im Auto steuern können, indem sie mit dem Zeigefinger wedeln. Ein vom DFKI entwickeltes Gestensteuerungssystem verwandelt die Bewegungen in Steuerbefehle.
/ Werner Pluta
16 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Unterwegs sollte der Fahrer seine Hände aus Sicherheitsgründen möglichst am Lenkrad lassen. Wie aber soll er dann die Klimaanlage regeln oder den Sender des Autoradios wechseln? Wissenschaftler des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken haben Geremin entwickelt. Das ist ein System, das es dem Fahrer ermöglicht, Funktionen im Auto mit Gesten zu steuern, berichtet das US-Wissenschaftsmagazin Technology Review(öffnet im neuen Fenster) .

Finger am Lenkrad

Statt die Finger vom Lenkrad zu nehmen, um etwa die Heizung abzuschalten - wobei der Fahrer meist auch noch zum Regler zur Seite und nicht mehr auf die Straße schaut -, wedelt er mit dem rechten Zeigefinger in der Luft herum. Dazu gehört, den Finger von links nach rechts oder von oben nach unten zu bewegen oder Figuren wie Kreise, Drei- oder Vierecke in die Luft zu zeichnen. Sensoren erfassen die Gesten und setzen sie in Steuerbefehle um. Auf diese Weise sollen sich die unterschiedlichsten Geräte im Auto bedienen lassen, erklärte Christian Müller(öffnet im neuen Fenster) .

Die Gesten des Zeigefingers werden dabei nicht von Kameras erfasst, sondern von elektromagnetischen Sensoren. Diese registrieren und interpretieren Änderungen in einem elektrischen Feld, die die Bewegungen des Fingers hervorrufen. Diese Sensoren seien deutlich günstiger als Kameras, sagt Müller. Sie seien für unter 1 Euro pro Stück zu haben.

Zehn Gesten

Die Sensoren werden in der Nähe des Lenkrades angebracht - für einen Test des Systems etwa direkt auf dem Armaturenbrett, sagt Müller. Dabei war Geremin in der Lage, zehn verschiedene Fingergesten mit einer Genauigkeit von 86 Prozent zu erkennen. An dem Test nahmen sechs Probanden teil.

Müller und seine Kollegen Christoph Endres und Tim Schwartz wollen Geremin auf der International Conference on Intelligent User Interfaces(öffnet im neuen Fenster) vorstellen, die vom 13. bis 16. Februar 2011 im kalifornischen Palo Alto stattfindet.


Relevante Themen