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Bill Gates: "Das Internet abzuschalten, ist nicht schwer"

Für Bill Gates ist es keine Überraschung, dass eine Regierung die Abschaltung des Internets durchsetzen kann. Das könne aber nicht verhindern, dass Bilder der Revolution in Ägypten ins Ausland gelangen, sagt er.
/ Achim Sawall
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Arabische PC-Tastastur
Arabische PC-Tastastur

Das Internet lässt sich relativ leicht abschalten. Das hat Microsoft-Gründer Bill Gates der Journalistin Katie Couric vom US-Fernsehsender CBS (Video)(öffnet im neuen Fenster) gesagt. "Es ist nicht so schwer, das Internet herunterzufahren, wenn Sie die militärische Macht haben und den Menschen sagen können, dass das zu passieren hat" , sagte Gates. "Es gibt aber weiter mobile Videoaufzeichnungen und viel Berichterstattung, so dass es eine Öffentlichkeit gibt" , sagte Gates.

Wer immer etwas so Außergewöhnliches wie die Abschaltung des Internets anordne, zeige damit seine Angst davor, dass die Wahrheit nach draußen gelange. "Es ist also ein sehr problematischer Schritt. Aber sicherlich kann das Internet abgeschaltet werden" , erklärte Gates.

Ägyptens Regierung hatte in der Nacht zum 28. Januar 2011 die meisten Internet Service Provider des Landes angewiesen, den Betrieb einzustellen. Raya Telecom, Etisalat Misr, Link Egypt, Telecom Egypt und Internet Egypt verschwanden daraufhin aus dem Internet. Am 31. Januar 2011 folgte auch der ISP Noor Group. Der Provider und DSL-Netzwerkbetreiber, der viele internationale Konzerne im Land als Kunden hat und auch die ägyptische Börse versorgte, war bis dahin weiter aktiv gewesen und hatte acht Prozent der Internetverbindungen des Landes betrieben.

2010 hatte Ägypten 23 Millionen Internetnutzer, 65 Millionen Menschen haben ein Mobiltelefon. Das Land hat 80 Millionen Einwohner.

Gestern haben erstmals mehrere Millionen Menschen landesweit in Ägypten demonstriert. Gleichzeitig war zum Generalstreik aufgerufen worden. Ägyptens Präsident Husni Mubarak kündigte in einer Ansprache an, nach dem Ende seiner Amtszeit im September 2011 nicht wieder anzutreten. Wie der Fernsehsender Al Jazeera berichtete, zeigten sich die Demonstranten damit nicht zufrieden und forderten weiter den sofortigen Rücktritt des Diktators. "Verschwinde sofort" , war eine der Parolen auf den Straßen von Kairo.


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