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Spieletest Dungeons: Keine neue Beschäftigung für Dungeon Keeper

Erst MUD TV statt MAD TV, jetzt Dungeons statt Dungeon Keeper: Die deutschen Entwickler der Realmforge Studios haben sich wieder von einem Klassiker inspirieren lassen. Die Neuauflage weckt beim Spielen Erinnerungen – und Sehnsucht nach dem Original.
/ Thorsten Wiesner
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Dungeons mag sich bei Szenario und Humor am Klassiker orientieren, das Spielprinzip ist dennoch etwas anders. In einem Mix aus Aufbau, Rollenspiel und etwas Action gilt es, den perfekten Kerker zu erschaffen – einen Dungeon, der so viel Unterhaltung bietet, dass er von zahllosen Helden verschiedener Klassen gerne besucht wird. Für den Dungeon Lord heißt es also, fleißig neue Gänge und Räume graben zu lassen und sie mit diversen Objekten zu schmücken – etwa mit Prestigeobjekten, Bücherregalen für die Magier, Waffenkammern, Ausrüstungen für die Kämpfer und Schatztruhen mit Gold für alle.

Dungeons – Trailer
Dungeons – Trailer (01:46)

Damit sich die Helden austoben können, dürfen Monster und böse Kreaturen natürlich nicht fehlen. Das Errichten eines spannenden Dungeon-Entertainment-Parks folgt aber natürlich auch egoistischen Zielen: Sind die Helden erstmal glücklich und ihre Taschen voll Gold, hindert man sie am Verlassen des Parks – und steckt sie ins Gefängnis, um ihr Geld und ihre Energie für eigene Zwecke zu nutzen.

Um diesem Mix aus Aufbau und Kampf ein Grundgerüst zu geben, ist die Kampagne in eine Story eingebettet, die von der bösen Geliebten des Dungeon Lords handelt und meist von seinem Assistenten mit dem Namen Sidekick erzählt wird. Sie gibt auch immer wieder Missionen vor, etwa, einen Monsterkonvoi abzufangen oder Bosskämpfe zu überstehen. Allerdings gibt es für viele dieser Aufträge ein Zeitlimit – und das ist oft so gewählt, dass Frust programmiert ist.

Dungeons hat aber noch mehr Eigenschaften, die an den Nerven des Spielers zerren: Das beginnt bei der ungenauen, hakeligen und langsamen Maussteuerung und hört beim monotonen Aufbau noch nicht auf. Dungeons fehlt bei den Tätigkeiten Abwechslung und taktische Tiefe, im Spielverlauf müssen immer wieder die gleichen Aktionen durchgeführt werden – unnötig oft hintereinander und dank häufigem eigenen Ableben immer wieder von vorne.

Immerhin kann Dungeons mit einer guten Prise Humor punkten: Anspielungen an Dungeon Keeper und Diablo sind gelungen, die Sprüche der Helden sind mal witzig, mal flach, und bei den Ladebildschirmen nehmen sich die Entwickler sogar selbst aufs Korn und machen sich über die langen Pausen lustig. Störend sind die Wartezeiten dennoch – wie überhaupt die Technik nur durchschnittlich ist. Grafik und Sprachausgabe sind solides Mittelmaß, ein paar kleinere Bugs und Abstürze trüben das Bild zusätzlich.

Dungeons ist ab sofort für Windows-PC erhältlich. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab zwölf Jahren erhalten und kostet etwa 40 Euro.

Fazit

Eine zeitgemäße Neuauflage von Dungeon Keeper würden wohl nicht nur Nostalgiker gutheißen. Dungeons liefert diese aber nicht – zu monoton sind die Aufgaben, zu spärlich die verfügbaren Bauobjekte, zu frustrierend der Schwierigkeitsgrad an manchen Stellen. Ein paar gute Ideen und viel Humor reichen nicht aus, um den Spieler länger zu motivieren.


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