Intel: Transistor abschalten reicht

Weil die neue, korrigierte Version der Chipsätze nur das Abschalten dieses einen Transistors voraussetzt, ist nun auch klar, warum Intel sie innerhalb weniger Tage erstellen konnte. Und auch, warum der Fehler nicht schon früher gefunden wurde, wird nun offensichtlich: Er trat nach Darstellung von Steve Smith erst mit dem Stepping B2 der Sandy-Bridge-Chipsätze auf.

Die Nummerierung dieser Versionen eines Chips ist in der Halbleiterbranche meist aus zwei Komponenten zusammengesetzt: Der Buchstabe bezeichnet die Hauptgeneration, die Ziffer kleinere Änderungen daran, die auch als Stepping bekannt sind. Ein A0-Chip ist in der Regel das "first silicon", also die erste Version des Bausteins, die noch viele Fehler enthält.

Die B-Steppings sind meist die Versionen, die auch beim Kunden landen - sie funktionieren auch in den Ausgaben mit kleinen Ziffern aber schon so gut und entsprechen in Elektrik und Thermik den Serienversionen, dass sie für Vorserienprodukte verwendet werden.

Anand Lal Shimpi vermutet, dass die beispielsweise auf der Computex gezeigten Sandy-Bridge-Mainboards mit den B1-Steppings der Chipsätze gebaut wurden und die Hersteller auch die meisten ihrer Tests auf diesen Versionen der Bausteine durchgeführt haben. Die B2-Steppings führt Intel in seinen Supportdokumenten für Entwickler als aktuell an, sie stecken in den bereits verkauften Sandy-Bridge-PCs. Logisch wäre das Stepping B3 für die korrigierten Chipsätze.

Intels Supportdokumente werfen Fragen auf

Unklar ist allerdings noch, ob die dort im "Specification Update" (PDF) für die Chipsätze der Serie 6 aufgeführten Errata 10 und 11, die die SATA-Ports betreffen, schon auf das Problem hindeuten. Intel hat laut dem Dokument, das nur auf "January 2011" datiert ist - also ohne Angabe des Tages -, keine Pläne, diese Fehler zu beheben.

  • Screenshot vom 1. Februar 2011 - hier standen gestern noch Dutzende Mainboards.
  • Ausschnitt aus Intels Specification Update Nr. 324646 für den P67-Chipsatz
Ausschnitt aus Intels Specification Update Nr. 324646 für den P67-Chipsatz

Abschließend kommt Shimpi zu dem Eindruck, dass es sich bei dem fehlerhaften Transistor um den Fehler "eines Ingenieurs handelt, der etwas getan hat, ohne nachzudenken". Auch Intels Einschätzung, dass es sich um einen Designfehler handelt und nicht nur um ein statistisch sichtbares sporadisches Verhalten des Chips, teilt Shimpi nach ersten Bedenken.

Am Markt werden die Konsequenzen des Bugs inzwischen sichtbar. Der deutsche Versandhändler Alternate hat alle Sandy-Bridge-Mainboards aus seinem Angebot genommen und Gigabyte liefert laut einer Mitteilung des Unternehmens keines dieser Geräte mehr aus. Das soll bei Gigabyte bis auf weiteres so bleiben, ein genereller Rückruf ist vorerst nicht geplant. Vielmehr empfiehlt der Mainboardhersteller den Kunden, die schon ein Serie-6-Mainboard haben, die erweiterte Garantie, je nach Modell von bis zu sechs Jahren, in Anspruch zu nehmen. Sie ist kostenlos, erfordert aber eine Registrierung mit dem Kaufbeleg. Zudem will Gigabyte unter der Mailadresse sandybridge@gigabyte.de Fragen von Kunden beantworten.

Wie Gigabyte Golem.de erklärte, ist das aber nicht das letzte Wort. Wie viele andere Anbieter auch, wartet Gigabyte auf Reaktionen aus der Firmenzentrale in Taiwan, die sich durch die gegenwärtigen Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahrsfest verzögern.

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 SATAgate: Nur ein Transistor löst Fehler in Intel-Chipsätzen aus
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