• IT-Karriere:
  • Services:

Jugendschutz

Neue Diskussion über den JMStV - mit Netzaktivisten

Seit die umstrittene Neufassung des Jugendmedienschutzstaatsvertrags vom Tisch ist, suchen die Initiatoren nach einem neuen Ansatz. Bei einem Treffen in München wurde darüber diskutiert - und die Gegenargumente der Netzgemeinde gehört.

Artikel veröffentlicht am ,
Jugendschutz: Neue Diskussion über den JMStV - mit Netzaktivisten

Dass der lange ausgetüftelte Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV) Ende 2010 auf den letzten Metern gestoppt wurde, haben seine Macher nicht leicht verkraftet. Und so war auf der Veranstaltung "Was bedeutet der JMStV?", zu der die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) nach München geladen hatte, die Frustration spürbar. Hans Ernst Hanten, Leiter der Gruppe Medien beim BKM, erklärte, er sei "fassungslos und zornig" gewesen. Nun sei aber Besonnenheit eingetreten.

  • Für Friedemann Schindler von jugendschutz.net ist ein Netz ohne Filtersoftware unvorstellbar.(Quelle: Anatol Locker)
  • Diskussion in München: Was kommt nach dem JMStV?(Quelle: Anatol Locker)
Für Friedemann Schindler von jugendschutz.net ist ein Netz ohne Filtersoftware unvorstellbar.(Quelle: Anatol Locker)
Stellenmarkt
  1. Amprion GmbH, Dortmund
  2. Vodafone GmbH, Düsseldorf

Die KJM steckt dieser Tage in einer Zwickmühle. Einerseits will sie Jugendschutz im Netz vorantreiben, andererseits bekommt sie massiven Gegenwind von Netzaktivisten, Rechtsanwälten und politischen Gegnern. Auch handfeste wirtschaftliche Interessen spielen dabei eine Rolle. So wies Gabriele Schmeichel (FSM-Vorstandsvorsitzende und Jugendschutzbeauftragte der Deutschen Telekom) darauf hin, dass ihr Unternehmen bereits eine beträchtliche Summe in die Hand genommen habe, um Jugendschutzfilter zu installieren - ob das nun alles für die Katz gewesen sei?

Kein Internet ohne Filter

Die Position der staatlichen Stellen ist nach wie vor: Ohne Filtersoftware gibt es keinen Jugendschutz im Netz. Und der betreffe alle, auch Blogger. "Auch ein Schüler trägt Verantwortung, welche Inhalte er ins Netz stellt", erklärte Friedemann Schindler. Der Leiter von jugendschutz.net verwies darauf, dass es ein Internet ohne Filter ohnehin nicht mehr gebe. Schließlich trennten auch Spamfilter und Virenscanner liebsame von unliebsamen Inhalten. Filtersysteme sollten Eltern eine Möglichkeit an die Hand geben, ihre Kinder vor gefährdenden Angeboten im Internet zu schützen, denn "pädagogische Angebote reichen nicht aus".

Dem widersprach Alvar Freude vom AK Zensur, der sich als einziger Teilnehmer gegen Filtersoftware aussprach. Er findet, es sei Zeit, "einen Neustart hinzulegen, statt am alten Staatsvertrag herumzuschrauben. Schließlich kann sich jeder durchschnittlich intelligente Hauptschüler mehr Pornografie besorgen, als er je konsumieren kann. Mit Filtern behebt man dieses Problem nicht." Er schlug vor, sich lieber um den positiven Bereich zu kümmern, statt zu filtern. Dabei nannte er Empfehlungslisten, mehr Information für Eltern und Crowdsourcing-Modelle.

Keine neuen Ansätze - vorerst

Das Fazit: Neue Positionen, Ansätze oder technische Lösungen stellte die KJM nicht vor. Am 18. März soll es konkreter werden: Dabei werden auch Blogger wie der Rechtsanwalt Thomas Stadler die Gelegenheit haben, sich zum Thema zu äußern. Denn schließlich, so brachte es Prof. Dr. Ring auf den Punkt, gibt es ja noch den alten JMStV: "Die alten Regeln gelten weiter." [Anatol Locker]

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (u. a. SanDisk Ultra 512GB MicroSDXC Speicherkarte + SD-Adapter für 72,99€, Western Digital 10...

N17 01. Dez 2011

Ja, so sind Kinder in diesem Alter (5-6 Jahre), aber das ändert sich in den...

motzerator 28. Jan 2011

Sollen doch die Jugendschützer mit den Providern zusammen arbeiten. Ich stelle mir das so...

redwolf 28. Jan 2011

Die Pornoindustrie, welche glaubt durch etwaige Filter ihr eigenes Angebot pushen zu...

redwolf 28. Jan 2011

Doch es ließe sich durch zwei simple Ansätze lösen, einer davon ist technisch. 1...

Charles Marlow 28. Jan 2011

ROFL! Danke für den Tip! ;)


Folgen Sie uns
       


Macbook Air (2020) - Test

Endlich streicht Apple die fehlerhafte Butterfly auch beim Macbook Air. Im Test sind allerdings einige andere Mängel noch vorhanden.

Macbook Air (2020) - Test Video aufrufen
Hildmann, Naidoo, Identitäre: Warum Telegram bei Rechten so beliebt ist
Hildmann, Naidoo, Identitäre
Warum Telegram bei Rechten so beliebt ist

Wer auf Telegram hetzt, den Holocaust leugnet oder Verschwörungsideologien verbreitet, muss nicht befürchten, dass seine Beiträge gelöscht werden. Auch große Gruppen fallen dort nicht unters NetzDG, die Strafverfolgung ist schwierig.
Ein Bericht von Stefan Krempl


    Elektromobilität: Ein Schiff, angetrieben durch die Kraft der Wellen
    Elektromobilität
    Ein Schiff, angetrieben durch die Kraft der Wellen

    Ein philippinischer Schiffbauer hat ein elektrisch angetriebenes Schiff entworfen, das den Strom für die Maschine selbst erzeugt.

    1. Elektromobilität Neues Elektroschiff für Fahrten durch norwegische Fjorde
    2. Autonomes Schiff IBM testet KI-Kapitän für autonome Mayflower
    3. Induktives Laden Elektrofähre in Norwegen lädt drahtlos

    Norbert Röttgen: Kandidat für CDU-Vorsitz streut alternative Fakten zu 5G
    Norbert Röttgen
    Kandidat für CDU-Vorsitz streut alternative Fakten zu 5G

    In der explosiven Situation zwischen den USA und China zündelt Norbert Röttgen, CDU-Politiker mit Aspirationen auf den Parteivorsitz und die Kanzlerschaft, mit unrichtigen Aussagen zu 5G und Huawei.
    Eine Analyse von Achim Sawall

    1. Handelskrieg Australiens Regierung greift Huawei wegen Rechenzentrum an
    2. 5G Verbot von Huawei in Deutschland praktisch ausgeschlossen
    3. Smartphone Huawei gehen die SoCs aus

      •  /