Ongo: Nachrichten im Onlineabonnement
Erfolgreich online Nachrichten verkaufen, davon träumen Verleger in aller Welt. Doch wie genau das funktioniert, haben die Verlagshäuser bisher noch nicht herausgefunden. Erste Versuche, etwa die Ausrüstung der Times-Website mit einer Paywall, waren mäßig erfolgreich. Die kostenpflichtigen Angebote treffen nur in begrenztem Umfang auf zahlungswillige Leser. Das lässt im Gegenzug die Werbeeinnahmen aus dem Anzeigengeschäft einbrechen. Unterm Strich überzeugt diese Rechnung nicht wirklich .
Ongo soll es besser machen. Mit zwölf Millionen US-Dollar Finanzierung soll das 2010 vom ehemaligen Skype-Manager Alex Kazim(öffnet im neuen Fenster) gegründete Startup-Unternehmen neuen Schwung in den Onlineverkauf von Nachrichten bringen. Das Geld stammt laut New York Times von der Washington Post Company, der New York Times Company und dem Medienhaus Gannett, das unter anderem USA Today und die Detroit Free Press verlegt.
Ongo(öffnet im neuen Fenster) fungiert als Nachrichtenaggregator und bezeichnet sich selbst als "nie dagewesenes Nachrichtenerlebnis" . Für 7 US-Dollar monatlich können sich Abonnenten des Dienstes aus einem zentralen Angebot von rund 20 Publikationen bedienen. Die Nutzer bekommen alle Artikel aus der Washington Post und der USA Today. Zusätzlich gibt es ausgewählte Artikel aus der New York Times, von der Nachrichtenagentur Associated Press, aus der Financial Times und weiteren Zeitungen. Die visuelle Zusammenstellung der Ongo-Nachrichten erledigt ein Redaktionsteam.
Die von Ongo angebotenen Nachrichten gibt es zwar überwiegend auch kostenlos auf anderen Websites. Bei Ongo bekommen die Leser die Nachrichten allerdings werbefrei und ohne sich die Mühe machen zu müssen, lauter verschiedene Websites anzusurfen, um für sie interessante Nachrichten zu finden – so das Versprechen der Macher. Kevin Skaggs, bei Ongo für die Inhalte zuständig, sieht darin einen wesentlichen Vorteil(öffnet im neuen Fenster) des Angebots: "Der Schlüssel ist, dass sie nicht auf die anderen Websites gehen müssen."
Die Einnahmen aus den Abonnements teilt sich Ongo mit den Verlagshäusern. Zum Start gibt es den Ongo-Dienst als Website, eine App für das iPad ist in Vorbereitung.
Der Start eines Konkurrenzangebots fünf großer US-Magazinverlage musste derweil verschoben werden. Der Grund dafür sind Probleme mit Apples neuem Abonnementdienst. [von Robert A. Gehring]