Abo
  • IT-Karriere:

Datenschutz

Warum Google Analytics in Deutschland illegal ist

Google Analytics verstößt laut Datenschützern gegen deutsches Recht, Berlins Datenschutzbeauftragter erklärt, warum. Er sieht auch die App-Plattformen von Facebook und Apple kritisch.

Artikel veröffentlicht am ,
Datenschutz: Warum Google Analytics in Deutschland illegal ist

Nach Ansicht des Berliner Datenschutzbeauftragten Alexander Dix sind IP-Adressen wie Telefonnummern zu behandeln. Auch dabei handle es sich um Maschinenadressen, die mit Personen in Verbindung gebracht werden könnten, argumentiert er. Auch wenn dies nicht für alle IP-Adressen gelte, müssten alle IP-Adressen daher als personenbezogene Daten behandelt werden. Schließlich trennten Anbieter nicht zwischen IP-Adressen, die sich Personen zuordnen lassen, und solchen, bei denen das nicht der Fall ist.

Stellenmarkt
  1. PSI AG Produkte und Systeme der Informationstechnologie, Berlin, Wil (Schweiz)
  2. DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Neustrelitz

Das heißt in der Folge: Websites dürfen IP-Adressen nicht ohne Erlaubnis des Nutzers in die USA übermitteln. Daher sei der Einsatz von Google Analytics in der jetzigen Form in aller Regel nach deutschem Recht nicht erlaubt, argumentiert Dix beim Treffen der Google Technology User Group Berlin. Das gelte auch dann, wenn sich ein Unternehmen der Safe-Harbour-Vereinbarung unterwerfe.

Bei Google Analytics komme hinzu, dass Google die Daten zur Erstellung von Nutzerprofilen verwende. Dagegen aber hätten Nutzer nach Paragraf 15 Abs. 3 Telemediengesetz ein Widerspruchsrecht, das von den Websitebetreibern umgesetzt werden müsse. Google als Betreiber des Analysedienstes habe keine direkte Beziehung zum Nutzer. Dennoch sei ein Opt-out direkt bei Google vermutlich die effektivste Lösung, räumt auch Dix ein. Zwar habe sich Google im Laufe der Verhandlungen mit europäischen und deutschen Datenschützern bewegt, aber eben nicht genug, sagt Dix.

Das von Google zu diesem Zweck angebotene Addon reiche nicht aus, da es nicht für alle Browser angeboten werde und zudem die Weitergabe von IPs und das Ablegen von Cookies eben nicht unterbinde.

Darüber hinaus biete Google Websitebetreibern keine Möglichkeit, die über sie generierten Daten nach Beendigung der Geschäftsbeziehung zu löschen. Googles Software fehle schlichtweg eine Löschfunktion.

Auch Google Mail kann in Deutschland nicht legal genutzt werden

Dix kritisiert auch, dass sich Google das Recht vorbehalte, die per Google Analytics gesammelten Daten mit denen anderer Dienste wie Google Mail zusammenzuführen. Auch das sei mit deutschem Datenschutzrecht nicht vereinbar. Ganz nebenbei machte Dix zudem klar, dass nach seiner Ansicht auch Google Mail in Deutschland nicht legal genutzt werden kann.

Hinsichtlich Google Analytics würden die Datenschutzbeauftragten demnächst anfangen, Nutzer direkt über die unerlaubte Nutzung aufzuklären, kündigte Dix an. Letztendlich sei auch eine Verhängung von Bußgeldern möglich, sagte Dix, der aber nicht direkt mit Bußgeldern drohte. Geht es nach Dix, sollte Google das Problem für seine Nutzer auf Softwareseite lösen.

Datenschutzprobleme beim Cloud Computing

Dix wies auch auf Datenschutzprobleme in Sachen Cloud Computing hin. Dies gelte insbesondere für Cloud-Angebote, die außerhalb Europas gehostet würden. Dabei gehe es in erster Linie um Kontrolle. Lösungen für das Problem sieht Dix zum einen in Private Clouds, sogenannten Trusted Clouds, und regionalen Clouds, die in europäischen Rechenzentren gehostet werden. Bei ihnen spiele es keine Rolle, ob sie von US-Unternehmen betrieben würden, sagte Dix. Der Transfer der Daten in die USA sei ihnen ohnehin verboten. Letztendlich gehe es nicht um technische Sicherung, sondern um die Frage des rechtlichen Rahmens.

Apps und Datenschutz

Auch die aufstrebenden App-Plattformen, Dix nannte hier Apple und Facebook, machen den Datenschützern Sorgen: Die Apps liefern Daten direkt an die App-Anbieter, ohne dass Plattformen wie Facebook einen Einfluss darauf haben. Hier würden zum Teil viel mehr Daten erhoben als notwendig, kritisiert Dix. Auch hier gilt das Gebot der Datensparsamkeit, das heißt, es dürfen nur die Daten gesammelt werden, die für den Betrieb des Angebots notwendig sind. Plattformen sollten daher fein granulare Optionen bieten, mit denen Nutzer regeln können, welche Daten an einen Anbieter übertragen würden, rät Dix und verweist dabei auf StudiVZ als gutes Beispiel.

[Golem.de gehört wie StudiVZ zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck]



Anzeige
Top-Angebote
  1. 1.149,00€ (Bestpreis!)
  2. 74,90€ (zzgl. Versand)
  3. 124,90€ (Bestpreis!)

intellicon 18. Sep 2011

Seit 15.9.2011 wurde von Google bekanntgegeben, dass eine Einigung mit den deutschen...

Jenz 27. Jan 2011

... sehr sachlich ... PHP-Sessions (-IDs) können auch an die URL angehängt werden, wenn...

Netspy 27. Jan 2011

Das ist Blödsinn! Um eine Webseite, ein Bild oder - wie bei Google Analytics - eine...

Baron Münchhausen. 27. Jan 2011

Was, es gibt keinen Datenschutz? Doch! *plopp* Verdamt, was zum ... ?! NEEEEIIINN ich bin...

Himmerlarschund... 27. Jan 2011

Richtig, aber wenn das EULA vorher abrufbar ist (beispielsweise bei Online-Bestellung...


Folgen Sie uns
       


Timex Data Link ausprobiert

Die Data Link wurde von Timex und Microsoft entwickelt und ist eine der ersten Smartwatches. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums haben wir uns die Uhr genauer angeschaut - und über einen alten PC mit Röhrenmonitor programmiert.

Timex Data Link ausprobiert Video aufrufen
IT-Arbeit: Was fürs Auge
IT-Arbeit
Was fürs Auge

Notebook, Display und Smartphone sind für alle, die in der IT arbeiten, wichtige Werkzeuge. Damit man etwas mit ihnen anfangen kann, ist ein anderes Werkzeug mindestens genauso wichtig: die Augen. Wir geben Tipps, wie man auch als Freiberufler augenschonend arbeiten kann.
Von Björn König

  1. Verdeckte Leiharbeit Wenn die Firma IT-Spezialisten als Fremdpersonal einsetzt
  2. IT-Standorte Wie kann Leipzig Hypezig bleiben?
  3. IT-Fachkräftemangel Arbeit ohne Ende

OKR statt Mitarbeitergespräch: Wir müssen reden
OKR statt Mitarbeitergespräch
Wir müssen reden

Das jährliche Mitarbeitergespräch ist eines der wichtigsten Instrumente für Führungskräfte, doch es ist gerade in der IT-Branche nicht mehr unbedingt zeitgemäß. Aus dem Silicon Valley kommt eine andere Methode: OKR. Sie erfüllt die veränderten Anforderungen an Agilität und Veränderungsbereitschaft.
Von Markus Kammermeier

  1. IT-Arbeitsmarkt Jobgarantie gibt es nie
  2. IT-Fachkräftemangel Freie sind gefragt
  3. Sysadmin "Man kommt erst ins Spiel, wenn es brennt"

Google Maps: Karten brauchen Menschen statt Maschinen
Google Maps
Karten brauchen Menschen statt Maschinen

Wenn Karten nicht mehr von Menschen, sondern allein von Maschinen erstellt werden, erfinden diese U-Bahn-Linien, Hochhäuser im Nationalpark und unmögliche Routen. Ein kurze Liste zu den Grenzen der Automatisierung.
Von Sebastian Grüner

  1. Kartendienst Google bringt AR-Navigation und Reiseinformationen in Maps
  2. Maps Duckduckgo mit Kartendienst von Apple
  3. Google Maps zeigt Bikesharing in Berlin, Hamburg, Wien und Zürich

    •  /