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Libreoffice 3.3: Erste stabile Version des Openoffice.org-Ablegers

Die Document Foundation hat Libreoffice 3.3 veröffentlicht. Es ist die erste stabile Version des Openoffice.org -Ablegers. Im Unterschied zu Openoffice.org 3.3 bringt die neue Libreoffice-Version einige Verbesserungen.
/ Ingo Pakalski
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Libreoffice 3.3 kann Dokumente nun optional auch in reinem XML-Format öffnen oder speichern. Beim "Speichern unter" werden alle passenden Dateiformate angezeigt und auf Wunsch ist auch das Speichern unveränderter Dokumente möglich. Der Druckdialog wurde überarbeitet und soll nun deutlich übersichtlicher sein. Auf Linux-Systemen ist zum Abspielen von Musik und Filmen das Java Media Framework nicht mehr erforderlich.

Libreoffice 3.3 – Vorstellung
Libreoffice 3.3 – Vorstellung (01:28)

Für die Textverarbeitung wurden die Autokorrektur-Funktionen überarbeitet und es gibt einen neuen Dialog für die Verwaltung von Titelseiten. Der optimierte Navigator kann einzelne Knoten wie in einer Baumdarstellung aufklappen und beim Suchen und Ersetzen springt der Textcursor immer an die ursprüngliche Position. Die Dokumentenstatistik kann bei Bedarf die Buchstaben ohne Leerzeichen zählen und ein neues Symbol ermöglicht das Speichern per Doppelklick. Zudem kann Writer Formularfelder in Word-Dokumenten hinzufügen und hat einen Lotus-Word-Pro-Importfilter sowie einen deutlich verbesserten RTF-Export erhalten.

In der Tabellenkalkulation führt ein Druck auf die Tabtaste zur Auswahl der vorgeschlagenen Autovervollständigung und der Cursor springt zur nächsten Zelle. Falls der Vorschlag nicht passt, kann ein anderer Eintrag der Autovervollständigung mittels Umschalt-Tab ausgewählt werden. In Formeln kann der Cursor nun mit speziellen Tastenkürzeln zwischen Referenzen hin- und herbewegt werden.

Zudem bietet Calc nun bessere Tastenkürzel-Einstellungen und hat ein neues Symbol erhalten, um ein neues Tabellenblatt anzulegen. Zudem lassen sich die Gitterlinien über ein neues Symbol bequem ein- oder ausblenden. Für das Positionieren des Cursors in geschützten oder ungeschützten Tabellenbereichen sind zwei neue Optionen dazugekommen. Der Import von ODS-, DBF- und XLS-Dateien wurde generell beschleunigt.

Über 100 Entwickler arbeiten an Libreoffice

Wie auch Openoffice.org 3.3 unterstützt Calc nun bis zu 1.048.576 Zeilen, bisher lag die Obergrenze bei 65.536 Zeilen. Außerdem wurden die farbigen Register für Calc-Tabellen aus Openoffice.org 3.3 übernommen und das Zahlenformat wird bei neuen Tabellen automatisch auf dezimal gestellt.

Impress und Draw können nun SVG-Dateien importieren und der Import von PPTX-Dateien wurde optimiert. In Impress wurde die Voreinstellung für die Ausgabe der Präsentation nun von Projektor auf Laptop verändert. Zudem wurde die Bearbeitung eines Folienlayouts verbessert.

PDF-Import als Erweiterung

Standardmäßig wird Libreoffice mit einigen Erweiterungen ausgeliefert. Dazu zählen ein PDF-Import, eine Präsentationskonsole und ein verbessertes Reporting-Werkzeug. Der Windows-Installer wurde optimiert und soll alle Sprachversionen enthalten. Damit kann eine neue Version schneller als bisher verteilt werden, so dass Nutzer früher darauf zugreifen können.

Nach Angaben der Document Foundation arbeiten derzeit mehr als 100 Entwickler für Libreoffice. Zum Start im September 2010 waren es nur 20. Libreoffice besteht aus der Textverarbeitung Writer, der Tabellenkalkulation Calc, der Präsentationssoftware Impress und der Datenbank Base. Weitere Komponenten sind das Zeichenprogramm Draw und der Formeleditor Math.

Libreoffice(öffnet im neuen Fenster) basiert auf dem Quellcode des Openoffice.org-Projekts, dessen Namensrechte weiterhin bei Oracle liegen. Libreoffice hatte sich von Openoffice.org abgespaltet, nachdem eine Reihe von Entwicklern zunächst die unabhängige Document Foundation(öffnet im neuen Fenster) gegründet hatte. Oracle beharrte darauf, die Entwicklung von Openoffice.org weiterhin in eigener Regie zu führen . Die Document Foundation veröffentlichte ihre Version daraufhin unter dem Namen Libreoffice.

Libreoffice 3.3(öffnet im neuen Fenster) steht kostenlos für Windows, Linux und Mac OS X unter anderem in deutscher Sprache als Download zur Verfügung.


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